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Unter der Erde

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Es ist ein gigantisches Gebäude. Massiv und imposant ragt es in die Höhe. In der Breite soll es sich sogar über einen Kilometer ausdehnen.

Ich, wir, stehen in der Hauptstadt, vor dem ehemaligen Eingang des Tempelhofer Flughafens. Einst gingen hier Reisende ein und aus doch seit Herbst 2008 stehen die Gepäckbänder still.
Für die unterschiedlichsten Besichtigungen ist das Gelände seit 2010 freigeben, nicht umsonst wird das ehemalige Flughafengelände als Tempelhofer Freiheit bezeichnet. Geschichtsinteressierte können etwas Luft der Vergangenheit erschnuppern.
Passend für uns steht die „Lost Place“ Tour an. Dabei geht es zuerst über das Flugfeld, verschlossene Hangartüren werden für einen schnellen Blick geöffnet, bevor es vorbei an stillstehenden Gepäckbändern so richtig spannend, nachdenklich und ein bisschen gruselig wird. Bis dahin durchschreiten wir aber unzählige Türen, wir steigern uns stetig und die Türen werden mit der Zeit dicker und dicker, versehen mit Spuren einer düsteren Vergangenheit.

Die Spannung wird langsam aufgebaut, denn zuerst befinden wir uns nur wenige Meter unter der Erde in ehemaligen Luftschutzkellern. Ich schreibe bewusst Keller, denn die Wände wirken alles andere als massiv. Die Luft ist stickig, modrig und riecht stellenweise stark nach Ammoniak. Wir bekommen erzählt, dass in den kleinen Räumen zeitweise hunderte von Menschen untergebracht waren.

In einem Treppenhausschacht geht es schließlich Rundung um Rundung nach unten der Dunkelheit entgegen. Die Luft wird immer stickiger und an den Wänden werden erste Brandspuren sichtbar. Wir stehen vor einer schweren Stahltür deren Rahmen gezeichnet ist von Feuerspuren. Auch die umliegenden Wände sind dunkel verfärbt. Als sich die Tür öffnet ist der Brandgeruch unverkennbar. Wände mit tiefen Rissen, Brandspuren als Zeugen von Temperaturen jenseits der 1000 Grad … Besser hätte die Kulisse für einen Horrorfilm nicht sein können. Verwinkelte Gänge und viele Räume, in jedem könnte das Grauen warten und hat es bestimmt auch mal …

Es war eine eindrucksvolle Tour, aber auch eine nachdenklich stimmende Tour, die ich jedem empfehlen kann, der die Geheimnisse unter dem Tempelhofer Flughafen in Berlin entdecken möchte.

Verfolgen Thomas:

Die Natur hat mich schon immer interessiert. Unabhängig vom Alter verbrachte ich gerne Zeit draußen. Dies hat sich bis heute noch gesteigert denn ich übernachte gerne im Zelt in der Wildnis und versuche die Schönheit der Natur mit der Kamera einzufangen.

2 Responses

  1. nico
    | Antworten

    Lost Places wirken auf mich ganz besonders faszinierend! Weiß man woher die Brandspuren kommen?
    Danke für die tollen Einblicke! :)

    nico

    • Thomas
      | Antworten

      In dem Bunker waren geheime Filmaufnahmen versteckt. Diese gerieten beim Sturm des Bunkers in Brand. Wenn ich es noch richtig in Erinnerung habe – durch eine Explosion.

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