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Wenn Du nur einen Tag Zeit für die Ostfjorde hast dann fahr nach Seydisfjördur

with 3 Kommentare

Unsere Zeit in Island näherte sich dem Ende. Wir verlebten ein paar wundervolle Wochen auf dieser faszinierenden Insel aus Feuer und Eis und sahen dem baldigem Reiseende mit einem lachenden – schließlich war es nicht das endgültige Ende unserer Weltreise – und einem weinenden Auge entgegen.

Und auch das Wetter passte sich unserer Stimmung an, denn für die kommenden Tage war nur Regen vorhergesagt. So machten wir uns auf die Suche nach einem Campground mit Kochgelegenheit, auf welchem wir „abwettern“ wollten.

Wir erkoren den Platz in Seydisfjördur zu unserem Basislager und begaben uns dorthin. Schließlich war Seydisfjördur ein netter kleiner Ort, eine Sackgasse 25 km von der Hauptstraße entfernt. Perfekt für schlechtes Wetter aber noch nah genug, um doch spontan Unternehmungen zu machen – sollte das Wetter mitspielen.

Es war eine ereignislose Fahrt im Dauerregen. Ende Mai lag die Hochebene sonnendurchflutet vor uns und alles schlief noch unter dickem Schnee. Der Schnee war Matsch gewischen – sofern man dies im dichten Nebel erkennen konnte. Bloß der Verkehr machte uns stutzig. Es ging doch gerade keine Fähre?

Auf dem Zeltplatz ergab sich ein unerwartetes Bild. Statt einsamer Fjordidylle war es gerappelt voll. Sowohl auf dem Platz als auch in der Küche. Ok, wir kochten ersteinmal und warteten ab. Doch es wurde immer voller. Wir suchten uns einen Schlafplatz, den wir aber bald wieder räumten, nachdem uns 10 Russen anfingen lauthals 50 cm um unser Auto herum mit 5 Zelten zu belagern.

Fassungslos und etwas irritiert gingen wir Zähne putzen. Warum kommen bloß die ganzen Mietautos hierher in dieses kleine Nest? Die Frage brannte uns unter den Nägeln und so fragten wir ein anderes Pärchen. Dies guckte uns etwas verständnislos an. Ob wir den keinen Loney Planet gelesen hätten? Nein, das hatten wir nicht und das war wohl das Problem, denn in dem Buch stand: „Wenn sie nur einen Tag Zeit für die Ostfjorde haben, dann kommen sie nach Seydisfjördur!“.

Scheinbar sollten wir uns also doch einmal einen Loney Planet zulegen, damit wir wissen was uns erwartet und gegebenfalls unsere Pläne anpassen können.

Verfolgen Thomas:

Die Natur hat mich schon immer interessiert. Unabhängig vom Alter verbrachte ich gerne Zeit draußen. Dies hat sich bis heute noch gesteigert denn ich übernachte gerne im Zelt in der Wildnis und versuche die Schönheit der Natur mit der Kamera einzufangen.

3 Responses

  1. Wolfgang Strobel
    | Antworten

    Oha, das hätte ich nun auch nicht erwartet, den Lonely Planet habe ich nämlich auch nicht gelesen :D

    Ich hoffe ihr wurdet nicht erneut von penetranten Campern umzingelt. Vllt suchen sich die Leute aber auch einfach immer nur einen windgeschützten Ort hinter Gunnar ;)

    Genießt euren letzten vollen Tag auf Island! Liebe Grüße aus Marburg

    Wolfgang

    • Thomas
      | Antworten

      Hallo Wolfgang,

      wir sind am nächsten Tag nach Borgarfjördur gefahren und haben dort den bisher besten Vogelfelsen für Papageientaucher erkundet. Dort haben wir auch das unglaublich spannende Fußballspiel Island gegen England geschaut. Auf dem Campingplatz haben wir neben ein paar äußerst interessanten Motorradreisenden gezeltet und in der Nacht kamen noch zwei kuschelbedürftige Österreicher hinzu. Nichtsdestotrotz war es die reinste Erholung gegenüber Seydisfjördur.

      Dank Dauerregen haben wir allerdings jetzt wieder unser Lager in Seydisfjördur aufgeschlagen. Die Deutschen Camper vom Sonntag sind noch immer dort. Wie ging der Spruch? „Des Deutschen Pünktlichkeit ist 5 Minuten vor der Zeit.“ Oder wenn’s die Fähre ist eben 5 Tage. :-D
      Wir hoffen für besseres Wetter auf morgen, dann könnten wir noch mal wandern gehen.

      Ansonsten hoffe ich, dass die Windprognose nicht stimmt, denn sonst wird die Fährfahrt ungemütlich :-(

      Liebe Grüße

      Thomas

  2. doris
    | Antworten

    so ist es leider … fast überall viel mehr Menschen !

    vor 25jahren in Island sind wir oft stundenlang, tagelang im hochland keinem anderen PKW begegnet …
    und vor 40jahren in Afrika genauso …

    heute genügt mir im sommer der fast menschenleere badesee früh am morgen, oder Osttiroler-Höhenwege außerhalb der wandersaison … der allerschönste platz ist mein wilder garten, wo ein fesselndes buch meine gefühle an jeden ort des planeten locken kann …

    euch wünsche ich weiterhin herzerfüllende letzte paradiese auf eurer reise, nur freundliche begegnungen und viel glück …

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