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Sonnenuntergang im Valle de la Luna

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Während unseres mehrtägigen Aufenthalts in San Pedro de Atacama wollten wir auch die nähere Umgebung des Wüstenstädtchens erkunden. Spontan lud uns die Chefin der Ckoi Lodge zu einer Fahrradtour am Nachmittag ein, wenn die Hitze etwas erträglicher wäre. Auf dieser kleinen Radtour zeigte sie uns verschiedene interessante Orte am Stadtrand von San Pedro de Atacama bzw. in der nahen Umgebung. Bei diesem Ausflug bekamen wir einen ersten Eindruck von der Schönheit der Sonnenuntergänge in der Atacama Wüste. Da wir in der Vergangenheit besonders in den Wüsten der USA die Sonnenuntergänge in den Weiten der Wüsten schätzen gelernt hatten, äußerten wir gegenüber den Jungs von The Wild Side Chile, mit denen wir seit ein paar Tagen unterwegs waren, den Wunsch, eine Tour ins berühmte Valle de la Luna zum Sonnenuntergang machen zu wollen.

Allerdings hatten wir gehört, dass das Valle de la Luna sehr beliebt bei Touristen sei, da es aufgrund seiner Lage vor den Toren von San Pedro de Atacama gut zu erreichen ist. Wir hatten jedoch keine Lust den Sonnenuntergang inmitten von Menschenmassen zu erleben und fragten Max und Leandro nach einer Tour fernab des Mainstreams zu weniger bekannten Plätzen des Tales. Zu unserer Freude antworten sie, dass dies vor allem dank ihres Expeditionsjeeps gar kein Problem sei.

Valle de la luna chile tour
Die Sonne sinkt tiefer

Gesagt, getan und so wurden wir bereits am späten Nachmittag von den beiden abgeholt und es ging zuerst auf einer staubigen Sandpiste raus aus der Stadt. Nach kurzer Zeit verließen wir diese Straße und bogen auf eine kaum noch erkennbare Piste ab, auf der wir heftigst durchgeschüttelt wurden. Ich fragte mich, weshalb wir diesmal keinen Helm bekamen, denn dank der vielen tiefen Schlaglöcher kam mein Kopf ein ums andere Mal der Decke des Fahrzeuginnenraums gefährlich nahe. Nichtsdestotrotz wussten wir, dass wir in guten Händen bei den Jungs von The Wild Side Chile waren und alle hatten einen Heidenspaß an der abenteuerlichen Fahrt.

Die meisten der zu buchenden Touren fahren die „Hauptstraße“ durch das Valle de la Luna ab, die man auch mit einem Mietwagen auf eigene Faust nutzen kann. Angesteuert werden dabei meist die Cavernas de Sal (ein kleiner Canyon, der tief im Fels verläuft), verschiedene Aussichtspunkte wie Achaches (weitschweifender Blick über das Tal), Licancabur (Sicht auf den Vulkan Licancabur) und Tres Marias (Salzformation), sowie die große Sanddüne für den Sonnenuntergang. Des Weiteren kann man noch alte Salzminen besuchen.

Auch wir machten zahlreiche Stopps auf dem Weg zu unserem geheimnisvollen Endpunkt und bekamen verschiedene Naturphänomene gezeigt, so auch, dass in der Wüste Salz austritt bzw. durch Regen – sofern er denn fällt – aus dem Boden herausgewaschen werden kann.

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Leandro beim Kochen

Nach gut 1,5 Stunden erreichten wir unseren Zielpunkt. Vor uns ragte eine Düne empor, die es für die Aussicht auf den Sonnenuntergang zu erklimmen galt. Nichts leichter als das, dachten wir, hatten wir doch bereits den 5.604 m hohen Cerro Toco bestiegen. Denkste! Der Aufstieg zur Spitze der gut 50 m hohen Düne zog sich hin. Schuld daran war der lose Sand, der ein Vorwärtskommen deutlich erschwerte. Irgendwann waren wir jedoch oben angekommen und es bot sich uns ein fantastischer Fernblick: kilometerweit überblickten wir die Wüste. Im Osten ging über dem Vulkan Licancabur der Mond auf und uns wehte ein erfrischender Wind um die Ohren. Wir setzten uns in den Sand, genossen in völliger Stille ohne einen einzigen anderen Touristen den Sonnenuntergang und waren sprachlos aufgrund dieses wunderbaren Schauspiels, welches wir schon unzählige Mal an den verschiedensten Orten der Welt bewundert hatten. Sonnenuntergänge werden einfach nie langweilig.

Als die Sonne unter den Horizont gesunken war, das rötliche Farbenspiel in ein Blau überwechselte und sich die beginnende schwarze Nacht über uns zu senken begannen, erzählten uns Max und Leandro, dass sie eine weitere Überraschung für uns hätten und unsere Tour noch nicht zu Ende sei. Unsere Neugierde war sofort geweckt.

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Lagerstimmung

Im Rahmen eines kleinen Wettrennens – wer als erster beim Jeep war – „stiegen“ wir die Düne hinab und mussten uns erst mal lachend und schnaufend am Auto vom Sand befreien. Nach einer kurzen, wieder äußerst holprigen Fahrt erreichten wir einen alten Bus. Mitten in der Wüste ein Bus. Wir konnten es nicht glauben und wie ähnlich er dem Bus 142 aus dem Buch/Film „Into the Wild“ sah, nur halt ohne die Vegetation Alaskas und natürlich mit etwas höheren Lufttemperaturen.

Hier schlugen wir unser Lager auf. Leandro entpuppte sich wieder als vorzüglicher Küchenchef und bereitete uns eines seiner köstlichen Discogerichte zu. Bei dieser traditionellen, ländlichen Kochart „in der Scheibe“ wird eine alte, nicht mehr benutzte Scheibe einer Egge in eine Art Wok umfunktioniert, um damit auf dem offenen Feuer zu kochen. Nachdem die Bäuche gefüllt waren nutzten wir die Ruhe und diesen besonderen Ort für ein paar Fotos. Aber nicht irgendwelche Fotos, sondern für Light Painting, bei dem wir alle noch jede Menge Spaß hatten, sodass wir erst gegen 02 Uhr nachts wieder in San Pedro de Atacama ankamen. Wow, was für eine tolle Tour. Glücklich und zufrieden sanken wir in unser gemütliches Bett und träumten von den Ereignissen des Tages und freuten uns schon darauf, was die kommenden Tage uns noch bringen sollten.

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Die Natur hat mich schon immer interessiert. Unabhängig vom Alter verbrachte ich gerne Zeit draußen. Dies hat sich bis heute noch gesteigert denn ich übernachte gerne im Zelt in der Wildnis und versuche die Schönheit der Natur mit der Kamera einzufangen.

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