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Vornehm im Frack – Die Pinguine der Antarktis

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Pinguine – diese schwarz-weißen Frackträger haben die Menschen schon immer begeistert. Vielleicht liegt es an ihrem unbeholfen wirkenden Watschelgang an Land oder an ihren süßen, flauschigen Kücken? Oder fasziniert es uns, dass manche Pinguine den extremen Wetterbedingungen des antarktischen Winters trotzen können?Wahrscheinlich liegt es an allen zusammen und noch vielem mehr!

Auch uns haben diese oft putzig anzuschauenden Gesellen jedes Mal aufs neue begeistert bei unserer Expedition auf der MS Sea Spirit in die Antarktis LINK, nach Südgeorgien LINK und den Falklandinseln.

Daher wollen wir Euch hier eine kleine Zusammenfassung geben, welche Pinguine wir auf unserer Tour in die Antarktis sehen konnten. Doch zuvor folgt eine kurze, recht grobe Einleitung über Pinguine im Allgemeinen.

Die Pinguine der südlichen Hemisphäre

Die Frage, ob Eisbären auch Pinguine fressen ist leicht zu beantworten. Denn Eisbären kommen ausschließlich auf der nördlichen, Pinguine dagegen auf der südlichen Hemisphäre vor. Doch was genau versteht man nun unter dem Begriff „Pinguin“?

Wenn man von Pinguinen spricht, meint man eine Gruppe von aquatischen, flugunfähigen Vögeln, die zu der Familie Spheniscidae gehören. Pinguine sind hoch angepasst an ein Leben im Wasser: ihre Flügel wurden zu Flossen, ihre Körper sind stromlinienförmig, sie haben Schwimmhäute zwischen ihren Krallen, ein extrem dichtes Federkleid und – ein Merkmal das jeder kennt – sie sind schwarz-weiß gefärbt.

Doch wieso sind Pinguine eigentlich Frackträger? Dies liegt an ihrer aquatischen Lebensweise und dient dem Schutz vor Fressfeinden. Pinguine sind auf dem Rücken schwarz. Ist ein Fressfeind im Wasser über ihnen, kann dieser die Vögel schlechter sehen, denn schaut man nach unten ins tiefe Meer, ist dieses ebenfalls dunkel. Dagegen ist der Bauch des Pinguins weiß. Fressfeinde unter ihnen haben es so schwerer die Vögel gegen den helleren Hintergrund – nämlich das mehr oder weniger sonnendurchflutete Wasser – auszumachen. Natürlich nutzen nicht nur Pinguine dieses einfache aber geniale Prinzip.

Die Klassifizierung der Pinguine ist noch immer etwas strittig. Je nach Quelle werden 17 – 20 Arten unterschieden. Dabei reicht die Vielfalt der Pinguine von den Kaiserpinguinen, mit 1,1 m und bis zu 35 kg den größten ihrer Art, bis hin zu den Zwergpinguinen, mit gerade einmal 40 cm und 1 kg den kleinsten ihrer Art.

Dabei leben Pinguine, wie vielleicht erst gedacht, nicht nur in der kalten Antarktis, sondern auch in tropisch warmen Gebieten. Wir konnten bereits Zwergpinguine auf Tasmanien beobachten und versuchten die äußerst seltenen Gelbaugenpinguine in Neuseeland zu finden – leider vergeblich.

Doch hier soll es nun um die Pinguinarten gehen, die wir bei unserer Schiffsreise in die Antarktis sahen.

Unsere Pinguinbegegnungen

Natürlich, leider sahen wir nicht alle Pinguinarten, die in der antarktischen Region vorkommen. Das lag zum einen an der Kürze unserer Reise, zum anderen aber auch daran, dass z.B. die Kaiserpinguine viel weiter südlich auf dem antarktischen Kontinent vorkommen und somit für uns nicht erreichbar waren.

Welche Pinguine wir dagegen sehen und ausgiebig beobachten konnten, verraten wir Euch jetzt. Dabei sei angemerkt, dass wir sehr früh in der Saison unterwegs waren (Ende November – Anfang Dezember). Somit ergab sich zwar zum einen wohl das Bild, dass man von Pinguinen hat, nämlich saubere Pinguine auf weißem Schnee, dafür sahen wir aber kaum Küken.

Die meisten Pinguinarten waren noch am brüten. Später in der Saison gibt es natürlich die Chance auf Küken, dafür sehen die Pinguine oft recht dreckig aus, da der Schnee geschmolzen ist und sie auf dem – oft matschigen – Boden sitzen. Alles hat so seinen ganz eigenen Reiz.

Die nachfolgend Aufzählung erfolgt in der Reihenfolge, in der wir die Vögel zum ersten mal sahen.

Felsenpinguin

Wissenschaftlicher Name: Eudyptes chrysocome
Englischer Name: Southern Rockhopper Penguin
Größe: 45 – 58 cm
Gewicht: 2 – 3,4 kg

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Diese putzigen Gesellen trafen wir zum ersten Mal auf den Falklands, genauer gesagt auf West Point Island . Hier brüteten die Pinguine zwischen einer Kolonie von Schwarzbrauenalbatrossen.

Warum diese kleinen putzigen Frackträger mit den stechend roten Augen zu den Schopfpinguinen gehören, ist wohl schnell ersichtlich. Und auch der so treffende englische Name „Rockhopper“ wird schnell klar, wenn man bedenkt, dass die Pinguine den weiten, steilen Weg hinauf vom Meer auf das Kliff schaffen müssen.

Hier oben trohnten sie gemütlich auf ihren großen Steinhaufen und bebrüteten verschlafen ihre Eier, während um sie herum die Albatrosse aufgedreht schnatterten. Aber wer wäre nicht geschafft, wenn er mit solch kurzen Watschelbeinen solche Höchstleistungen erbringen muss.

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Magellan-Pinguin

Wissenschaftlicher Name: Spheniscus magellanicus
Englischer Name: Magellanic Penguin
Größe: 61 – 76 cm
Gewicht: 2,7 – 6,5 kg

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Von den Magellan-Pinguine sahen wir leider nur wenige Tiere. Zuerst begegneten sie uns am Strand von Carcass Island auf den Falklands.

Hier schwammen drei Stück grazil im Meer umher, bevor sie an den Strand gewatschelt kamen, um sich ausgiebig zu putzen und zu sonnen. Doch schon bald schienen sie zu realisieren, dass sie hier wohl nicht am richtigen Strand waren, denn außer Ihnen gab es sonst keine Frackträger … nur die roten Jacken Träger der Poseidon Expedition waren zahlreich vertreten. So machten sie sich bald wieder auf ins Meer und vermutlich schwammen sie zurück zu ihrer Kolonie.

Einen weiteren, einzelnen Pinguin sahen wir etwas später. Wiederum auf den Falklands, doch dieses Mal nahe Stanley bei der Gypsy Cove. Hier saß er gut versteckt in seiner Höhle und brütete ein Ei aus. Weitere Pinguine waren vermutlich unten am Strand. Doch da man diesen wegen der Minen nicht betreten durfte und die Pinguine zu weit weg waren, ist das eher eine Vermutung.

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Königspinguin

Wissenschaftlicher Name: Aptenodytes patagonicus
Englischer Name: King Penguin
Größe: 70 – 100 cm
Gewicht: 11 – 16 kg

Antarktis Pinguine Königspinguin Südgeorgien

Wir hatten das Glück zwei große Brutkolonien von Königspinguinen auf Südgeorgien LINK besuchen zu können. Die erste Kolonie befindet sich in der Salisbury Plain und umfaßt gut 60.000 Paare, die zweite Kolonie in der St. Andrews Bay umfaßt sogar 160.000 Paare!

Es war ein überwältigender Anblick. Tausende Tiere standen hier umher, sonnten sich oder warteten, dass ihre Mauser, die sie vom Schwimmen und damit vom Fressen abhält, endlich vorbei ist oder fütterten ihre Jungen. Diese rannten aufgeregt im Kreis, spielten miteinander und fielen dann und wann noch etwas unbeholfen über ihre eigenen Füße.

Die Jungtiere sind von einem dichten, braunen Daunenkleid vor der Kälte geschützt. Dazu sind die Küken auch recht groß. Frühere Entdecker hielten die Jungtiere daher erst für eine eigene Art und nannten sie „Wollige Pinguine“.

Überall watschelte und trötete es (als Singen kann man es wirklich nicht beschreiben). Hier und da hörte man auch Klatschgeräusche. Diese stammten von sich streitenden Pinguinen, da selbige sich dann mit ihren Flossen schlagen. Für sie vermutlich ernster Kampf, für uns einfach nur ein lustiges Schauspiel.

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Eselspinguin

Wissenschaftlicher Name: Pygoscelis papua
Englischer Name: Gentoo Penguin
Größe: 51 – 90 cm
Gewicht: 4,5 – 8,5 kg

Antarktis Pinguine Eselspinguin Südgeorgine

Diese Zeitgenossen waren wohl diejenigen, welche wir am häufigsten zu Gesicht bekamen. An den verschiedensten Orten trafen wir immer wieder auf Kolonien von Eselspinguinen. Sowohl auf Südgeorgien als auch auf Inseln vor der Antarktis.

Stundenlang könnte ich diesen putzigen Gesellen zuschauen, wie sie sich gegenseitig Steine klauen. Die Pinguine brüten nicht auf Schnee sondern benötigen schneefreien Boden. Dann bauen sie dort am liebsten Burgen aus Steinen. Je mehr Steine, desto besser. Aber gute Steine sind rar und die besten Exemplare oft schon verbaut – leider in den Nestern der anderen Pinguine.

So sieht man immer wieder, wie Pinguine loswatscheln, um Steine zu suchen. Und wenn es keine tollen, freien Steine gibt, stipitzen sie diese eben in einem guten Moment von anderen und tragen ihn stolz zum brütenden Partner, der ihn ihrer Nestburg zufügt. Stein für Stein kommt es so in der ganzen Kolonie zu einer scheinbar regelmäßigen Umverteilung des kostbaren Guts.

Antarktis Pinguine Eselspinguin

Zügelpinguin

Wissenschaftlicher Name: Pygoscelis antarctica
Englischer Name: Chinstrap Penguin
Größe: 72 cm
Gewicht: 3 – 5 kg

Antarktis Pinguine Zügelpinguin

Diese Pinguine werden mir wohl sehr gut im Gedächtnis bleiben und zwar aus folgenden zwei Gründen: zum einen sahen wir die Kolonie von brütenden Zügelpinguinen als wir zum ersten Mal bei Orne Habour Fuß auf den antarktischen Kontinent setzten, zum anderen war ich beeindruckt wie hoch oben sie brüteten.

Ich selbst war gut am Schnaufen, als ich oben ankam … und ich habe wohl etwas längere Beine. Dazu der eisige Wind, welcher über die Schneefelder fegte. Also das einzig einladende an dieser Lage war eindeutig die atemberaubende Aussicht aber Pinguine scheinen da wohl andere Ansprüche zu haben. Solang ich hier nicht brüten muss soll’s mir recht sein.

Antarktis Pinguine Zügelpinguin

Adeliepinguin

Wissenschaftlicher Name: Pygoscelis adeliae
Englischer Name: Adélie Penguin
Größe: 46 – 71 cm
Gewicht: 3,6 – 6 kg

Antarktis Pinguine Adeliepinguin

Scheinbar waren diese Pinguine Meister der Tarnung, denn die meiste Zeit haben wir diese Art nicht zu Gesicht bekommen.

Doch an einem Abend, während einer Fahrt mit den Zodiacs entdeckten wir einen einzelnen Adeliepinguin auf einem Eisberg. Hier stand er gut sichtbar – praktisch wie auf dem Präsentierteller. Somit haben wir letztendlich doch Glück gehabt. Einer ist schließlich besser als keiner, nicht wahr.

Verfolgen Manuela:

Bereits seit früher Kindheit interessieren mich Reise- und Naturdokumentationen. Ich mag es die Welt zu entdecken, in ferne Länder zu reisen und in unsere Natur mit all meinen Sinnen einzutauchen.

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