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Im Süden voll im Norden toll – Grand Canyon North Rim

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Wer an den Grand Canyon denkt, hat wahrscheinlich sofort die typischen Bilder im Kopf: ein unendlich tief erscheinender Canyon, in dem weit unten leise der Colorado Fluß gurgelt, während man selbst oben an der Canyonkante steht und weit bis an den Horizont blicken kann.

Diese Aussichten bietet die Südseite (South Rim) des Grand Canyon National Parks. Und da dies die Ansichten sind, die jeder Tourist erwartet und fotografieren möchte, findet man hier auch Unmengen an Menschen, die in Bussen von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt gekarrt werden. Und auch der berühmte Skywalk befindet sich am bzw. besser über dem South Rim des Grand Canyon.

Dagegen schaffen es weit weniger Touristen zur Nordseite, dem North Rim, des Grand Canyon. Dabei ist dieser nicht minder schön und beeindruckend und dafür auf alle Fälle nicht überlaufen.

Usa Arizona Grand Canyon North Rim
Ein seltener kalifornischer Kondor

Die Gründe, weshalb es hier vergleichsweise beschaulich zugeht sind vor allem wohl erst einmal die Entfernung – muß man doch 345 km fahren, um vom South an den North Rim zu gelangen. Dabei wären beide Seiten per Luftlinie nur 16 km von einander getrennt. Fliegen müßte man können …

Zum anderen kann man vom North Rim nicht den Colorado River im Canyon sehen. Damit bietet sich einem hier ein völlig anderes, nicht typisches Bild und da viele Touristen oft im Sightseeing-Stress sind, wird die Nordseite eben zwecks Zeitmangel einfach gestrichen.

Doch wer die Zeit hat und/oder dem Trubel der Reisebusse entgehen möchte, der sollte unbedingt dem North Rim des Grand Canyon National Parks einen Besuch abstatten!

Der Grand Canyon National Park wurde 1919 gegründet und umfaßt ein Gebiet von knapp 5000 Quadratkilometer. 1979 wurde er zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt. Jährlich besuchen gut 5 Millionen Menschen den Park. Kein Wunder, gilt er doch als eines der sieben natürlichen Weltwunder. Doch wie bereits erwähnt verteilen sich die Besucherzahlen äußerst ungleichmäßig zwischen North und South Rim.

Da wir zum Glück Dank unserer Weltreise den Luxus „Zeit“ haben und sowieso gerne an weniger überlaufenen Orten verweilen, fuhren wir zum North Rim des Grand Canyon.

Eine 80 km lange Straße, welche man auch wieder zurück fahren muss, führt zur Nordseite des Canyons. Vorbei an großen Wiesen, die dank der langen Hitze bereits goldgelb im Wind wehten und schattigen Wäldern, welche voll von Maultierhirschen waren.

Usa Arizona Grand Canyon North Rim
Eine Herde Bisons

Doch sobald wir das kleine Kontrollhäuschen passiert hatten standen wir auf einmal im Stau! Aber zum Glück nicht, weil es hier nun doch unerwartet voller war, sondern weil es sich eine große Herde Bisons auf der Straße gemütlich gemacht hatte. Dies war ein Stau ganz nach unserem Geschmack.

Am North Rim angekommen liefen wir zum Bright Angel Point. Ein einfacher, kurzer Weg, der einen zu einem tollen Aussichtspunkt führt. Von hier hat man eine phänomenale Weitsicht über den Grand Canyon. Der Weg lohnt sowohl für Sonnenaufgang als auch Untergang.

Wir nutzen die letzten Sonnenstrahlen des Tages, um das weiläufige Panorama auf uns wirken zu lassen, bevor es langsam und vorsichtig zurück zum Zeltplatz ging. Nicht weil der Weg so schwierig war, sondern weil unzählige Maultierhirsche seelenruhig am Straßenrand mit ihren Jungen grasten, um dann und wann unverhofft selbige zu queren. Volle Konzentration war hier daher gefordert.

Usa Arizona Grand Canyon North Rim
Bald ist die Sonne versunken

Und das gleiche Spiel folgte wenige Stunden später erneut, als wir uns zurück auf den Weg zum North Rim machten, um den Sonnenaufgang zu erleben. Abermals fuhren wir unter Anspannung langsam durch die dunkle Nacht. Und das war auch gut so, denn so konnten wir immer rechtzeitig bremsen! Nichtsdestotrotz wurden wir jedesmal von mehreren Autofahrern überholt, denen es nicht schnell genug ging.

Der Sonnenaufgang war nicht weniger schön als der vorherige Sonnenuntergang. Mit der höher steigenden Sonne verfärbten sich die Felsen zunehmend rötlich. Immer mehr Licht fiel in den tiefen Canyon und erleuchtete die Felswände.

Es war wunderbar, wie sich so dieses beeindruckende Panorama vor einem langsam immer mehr abzeichnete. Als die Sonne nach einer ganzen Weile hoch genug gestiegen war und das Licht langsam zu gleißend wurde, machten wir uns auf weiter zu fahren.

Auf der Rückfahrt sahen wir leider, wieviele Tiere diese Nacht wieder überfahren wurden. Dabei könnte dies durch etwas mehr Rücksicht beim nächtlichen Fahren leicht vermieden werden! Zum Glück wurde unser Grand Canyon Erlebnis nicht durch solch ein Ereignis getrübt und wir konnten erfüllt von tollen Eindrücken und schönen Bildern unsere Reise fortsetzen.

Verfolgen Manuela:

Bereits seit früher Kindheit interessieren mich Reise- und Naturdokumentationen. Ich mag es die Welt zu entdecken, in ferne Länder zu reisen und in unsere Natur mit all meinen Sinnen einzutauchen.

One Response

  1. Hartmut
    | Antworten

    Seufz, da möchte ich am liebsten gleich wieder zurückfahren… ja, wir haben das North RIm auch schöner in Erinnerung als das South Rim, viel weniger los, wenngleich auch nicht menschenleer, waren wir ja aber auch früher als ihr da, noch während der Hauptferienzeit. Bisons haben wir leider keine gesehen… nur das Warnschild! Würde auch jederzeit wieder dorthin fahren anstatt ans South Rim – dort war es einfach zu voll!

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