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Wanderung auf den Strákar bei Siglufjördur im Norden Islands

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Die vergangenen Tage verbrachten wir an der Küste der Halbinsel Skagi im Norden von Island. Unsere Basis war der beschauliche Campingplatz am Stadtrand von Skagaströnd. Trotz der tollen Landschaft hatten wir mal wieder Lust etwas Höhenluft zu schnuppern: Nachdem unsere Versuche ein paar Gipfel zu besteigen von Schnee in Bolungarvik und Isafjödur vereitelt worden waren, wollten wir unser Glück in Siglufjördur versuchen. Die Fischereistadt, welche eine Autostunde von Akureyri entfernt liegt, erreicht man durch mehrere kilometerlange Tunnel, und verlässt man den letzten, sieht man die Stadt von Bergen eingerahmt vor einem liegen. Direkt vom dortigen Campingplatz aus wollten wir unsere Wanderung auf den Strakar hoch über den Dächern von Siglufjördur beginnen.

Ich vermute, dass nicht viele wissen, dass es in Siglufjördur zwei Campingplätze gibt: Der eine befindet sich mitten im Zentrum am Hafen mit guten Sanitär-Einrichtungen, der zweite, nur mit Toiletten ausgestattete Platz, den wir wählten, befindet sich am Stadtrand näher zu den Bergen. Von abgeschieden zu schreiben wäre übertrieben, denn das Stadtzentrum lässt sich gut zu Fuß mit einem Spaziergang erreichen, aber wir waren die einzigen Gäste. Wir jedenfalls genossen die Ruhe und den Blick über die Stadt und den Fjord.

Island Siglufjördur Strakar Wanderung
Blick auf Siglufjördur mit Lawinenwall

Wanderung auf den Strákar

Allgegenwärtig thronen die Berge Snókur (509 m), Hafnarhyrna (687 m) und Strákar (625 m) über der Stadt. Zu ihrer Sicherheit gibt es zahlreiche Lawinengitter und am Stadtrand auch einen großen Schutzwall aus Steinen und Bewuchs, damit im Winter durch Lawinenabgänge kein Unglück passiert. Eigentlich hatten wir eine Rundwanderung über alle drei Gipfel geplant, denn sie liegen nahe beieinander und lassen sich wunderbar kombinieren. Aber als wir den Campingplatzwart nach Informationen zum Weg fragten, denn einen gut sichtbaren ausgetretenen Pfad gibt es nicht, meinte er, dass diese Woche Arbeiten zum Lawinenschutz am Hafnarhyrna durchgeführt würden, sodass wir dort nicht entlang könnten. Geschäftiger Helikoptereinsatz bestätigte die Info des Campingplatzwartes, sodass wir zielgerichtet den Strákar ansteuerten.

Island Siglufjördur Strakar Wanderung
Lawinenschutzgitter

Zielgerichtet im wahrsten Sinne des Wortes, denn einen ausgewiesenen Wanderpfad gab es nicht, sodass wir selbst unseren Weg – immer den Gipfel im Blick – finden mussten. Vom Campingplatz ausgehend folgten wir einer Jeeppiste, die sich oberhalb des Lawinenwalls den Berghang hinaufwindet. An dem Punkt, an dem die Fahrspur eine 180 Grad-Kurve nach links macht überquerten wir einen kleinen Bachlauf. Der Talkessel Hvanneyrarskál mit seinem üppigen Grün dank der Lupinenbepflanzung (von denen ein paar bereits blühten) war wie geschaffen für eine kleine Rast.

Etwas ausgeruht steuerten wir der Siglufjördur zugewandten Bergflanke des Strákar entgegen. Auch hier mussten wir uns den Weg selbst suchen und entschieden uns bevor wir die Lawinenschutzgitter erreichten nach links dem Gipfel entgegen abzubiegen.

Island Siglufjördur Strakar Wanderung
Aussicht auf Siglufjördur

Auf zum Gipfel des Strákar (625 m)

Von nun an war unser Weg steinig und steil. Langsam aber sicher arbeiteten wir uns nach oben und die Aussicht wurde immer atemberaubender. Oder lag es an dem Anstieg, dass uns die Luft wegblieb? Nach insgesamt 1,5 Stunden erreichten wir einen dem Strákar vorgelagerten schneefreien Gipfel. Die letzten Meter zum Strákar waren uns wegen Schnee auf dem Grad versperrt. Somit begnügten wir uns mit unserem jetzigen Standort und genossen eine phänomenale 360 Grad Aussicht.

Island Siglufjördur Strakar Wanderung
Am linken Bildrand der Gipfel des Strakar

Wir sahen unzählige Berggipfel, deren weiße Schneekronen im Kontrast zu ihrem tiefschwarzen Gestein standen. Der Fjord unter uns zeigte sich tief blau und der Hafnarhyrna vor uns hatte noch ordentlich Schnee. Siglufjördur schmiegte sich an die Küste und der Lawinenschutz war von hier oben noch deutlicher zu erkennen.

Der Abstieg gestaltete sich deutlich einfacher als der Aufstieg: Wir nahmen den gleichen Weg, den wir gekommen waren, und konnten uns immer wieder an markanten Wegpunkten orientieren, die wir vom Aufstieg her wiedererkannten. Wir flogen regelrecht Siglufjördur entgegen. Am frühen Nachmittag erreichten wir wieder die Stadt und packten unsere Duschutensilien für den gut ausgestatteten Campingplatz in der Stadtmitte. Dort trafen wir den netten Campingplatzwart wieder und berichteten von unserem kleinen Wanderausflug. Er zeigte sich äußert erfreut, dass wir es geschafft hatten und die Wanderung derart toll fanden, da er als junger Mann diesen Berg regelmäßig selbst erklommen hatte. Falls es Dich interessiert, wie wir gewandert sind, findest Du hier eine ungefähre Route aus dem Gedächtnis, welche ich bei GPSies eingetragen habe.

Island Siglufjördur Strakar Wanderung
Panoramaaussicht auf den Hafnarhyrna
Verfolgen Thomas:

Die Natur hat mich schon immer interessiert. Unabhängig vom Alter verbrachte ich gerne Zeit draußen. Dies hat sich bis heute noch gesteigert denn ich übernachte gerne im Zelt in der Wildnis und versuche die Schönheit der Natur mit der Kamera einzufangen.

6 Responses

  1. Mareike T
    | Antworten

    Góðan daginn! :)
    Ach, ihr seid auch gerade in Island? Toller Bericht – die Wanderung habe ich bei einem meiner letzten Besuche, vor zwei oder drei Jahren, auch gemacht. Habe mich in deinem Text wiedererkannt. Hatte auch den Zeltplatz außerhalb gewählt, so viel idyllischer. Habt weiterhin eine gute Zeit und sammelt mich gerne ein, solltet ihr mich Trampen sehen. ;-) Liebe Grüße, Mareike (die, aus Ilulissat)

    • Thomas
      | Antworten

      Hallo Mareike!

      Mir war sofort klar wer schreibt ;-)
      Leider sind wir nicht auf Island, sondern zu Hause. Wir schwitzen bei über 30 Grad und könnten etwas von Islands Frische gebrauchen. Ganz zu schweigen von der herrlichen Landschaft.

      Selbstverständlich sammeln wir Dich ein, wenn wir Dich Treffen. :-)

      Hab noch eine schöne Zeit. Sonnige Grüße

      Thomas

  2. Roland Wengenmayr
    | Antworten

    Schöner Beitrag. Da kriegt man gleich wieder Lust auf Island.
    Herzliche Grüße, Roland

    • Thomas
      | Antworten

      Hallo Roland,

      freut mich, dass Dir der Beitrag gefällt.
      Auf Island hätte ich auch wieder Lust. Das Schreiben der Texte und die Auswahl der Fotos spülen schöne Erinnerungen wieder an die Oberfläche.

      Liebe Grüße

      Thomas

  3. Michael Auras
    | Antworten

    Hallo Manu u Thomas,
    wieder ein wunderschöner Bericht von Island. Am Ende unser Wanderungen landen wir in Akureyri. Wenn es uns zeitlich möglich ist werden wir dann Siglufjördur ansteuern. Euer Bericht und die Bilder haben uns Lust darauf gemacht.
    Seid lieb gegrüßt aus dem Sauerland
    Sigi &Micha

    • Thomas
      | Antworten

      Hallo Sigi & Micha,

      danke für das Lob. Ich bin mal gespannt was ihr von eurer Wanderung berichten werdet. Ich wünsche euch auf jeden Fall ganz viel Spaß und gutes – vor allem trockenes – Wetter.

      Liebe Grüße

      Thomas

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