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Ein Gletscher für jedermann

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Seit ein paar Tagen waren wir bereits in Wanaka und Umgebung unterwegs. Dabei verschlug es uns auch in den Mount-Aspiring-Nationalpark, der nach dem gleichnamigen Mount Aspiring (3033 m)  benannt ist. Dort wanderten wir die Cascade Saddle Route und übernachteten danach nochmals auf dem Raspberry Creek Carpark.

Von hier startet auch die 8 km (Hin und Zurück) lange Wanderung zum Rob Roy Gletscher, die wir uns nicht entgehen lassen wollten! Die leichte Wanderung führt über gute Wege mit nur mäßiger Steigung und ist daher bei Tageswanderern sehr beliebt. Es empfiehlt sich daher, sofern man den Ausblick gerne in Ruhe einigermaßen für sich genießen möchte, vor 11:00 Uhr oben am Gletscher zu sein.

Auch wir starteten relativ früh nach einem guten Frühstück und einer erholsamen Nacht zum Rob Roy Gletscher. Die Strecke kostete uns doch mehr Kraft als erwartet, waren wir doch recht ausgelaugt von dem Aufstieg zum Pylon die vergangenen Tage. Doch die Mühen lohnten sich: vor uns türmte sich der Rob Roy Gletscher mit seinen gewaltigen Eismassen auf und unzählige kleine und größere Schmelzwasserfälle bahnten sich ihren Weg ins Tal. Fasziniert genossen wir dieses Naturschauspiel, welches wir ganz für uns allein hatten. Minutenlang schauten wir dem Wasser zu, wie es sich fortwährend ins Tal ergoss – endlos ohne jemals weniger zu werden. Wo all dieses Wasser wohl herkam? Wie lange es wohl noch fließen würde? Es war schon sehr faszinierend – vorallem: wer schon einmal Schnee geschmolzen hat, um Wasser zu gewinnen weiß, wieviel Schnee und Eis es braucht um gerade einmal einen Liter Wasser zu gewinnen und dort flossen hunderte, ja tausende Liter Schmelzwasser Tag ein Tag aus immerfort ins Tal …

Thomas meint: Blick in die Vergangenheit
Beim Anblick des Gletschers fragten wir uns, wie weit er wohl vor 100 Jahren ins Tal hinunter ragte? Und würde es ihn in weiteren 100 Jahren überhaupt noch geben? Ich mußte unweigerlich an die Dokumentation „Chasing Ice“ denken, die anschauchlich den dramatischen Rückgang der Gletscher weltweit dokumentierte und das gerade mal über einen Zeitraum von ein paar Jahren! Es sieht nicht gut aus für unsere Gletscher …

Als der Himmel sich immer mehr zu zog und erste Tropfen fielen, rissen wir uns endlich von diesem fesselnden Anblick los und begaben uns auf den Rückweg zum Raspberry Carpark. Auf unserem Weg kamen uns Unmengen an Tageswanderern entgegen, sodass wir froh waren, einen frühen Start gewählt zu haben. Zurück am Auto ruhten wir die müden Beine etwas aus und begaben uns für zwei weitere Tage der Entspannung zurück nach Wanaka … schließlich stand die nächste und leider wohl auch letzte große Wanderung auf der Südinsel Neuseelands an – der Gillespie Paß. Aber das soll an anderer Stelle erzählt werden … 

Verfolgen Thomas:

Die Natur hat mich schon immer interessiert. Unabhängig vom Alter verbrachte ich gerne Zeit draußen. Dies hat sich bis heute noch gesteigert denn ich übernachte gerne im Zelt in der Wildnis und versuche die Schönheit der Natur mit der Kamera einzufangen.

3 Responses

  1. Alex
    | Antworten

    Majestätische Bilder, die ihr da gemacht habt!
    Ihr seid wirklich privilegiert das alles so sehen zu können. Von der bewussten Wahrnehmung, die vielen fehlt, ganz zu schweigen ;)

    Von euch zu lesen und zu sehen, dass gesundheitlich noch alles fit ist, sind gute Nachrichten :)

    Viel Spaß bei eurer nächsten Etape und bis bald.

    Alex

    • Thomas
      | Antworten

      Hey Alex!

      Danke für das Lob zu unseren Fotos.

      Wann geht deine nächste Reise los? Was ist geplant?

      Am Montag setzen wir mit der Fähre über auf die Nordinsel. Sind gespannt wie es wird, denn hier auf der Südinsel hält langsam der Herbst Einzug. Es ist bereits um 20 Uhr dunkel und nachts fällt die Temperatur meist auf unter 10 Grad.

      Bis bald

      Thomas

  2. doris
    | Antworten

    der trailer „Chasing Ice“ ließ mich erstarren – bin ich froh, dass ihr beiden größtenteils auf „Jedermann-Pfaden“ hoffentlich sicher unterwegs seid. Ich gönn euch von ganzem herzen den ist-zustand unseres blauen planeten… bewundert die letzten paradiese achtsam.
    heute ist ein grau-nebliger tag, der 1.nach der strahlenden sonnenfinsternis, „Zehn Milliarden“ v.St.Emmott klingt immer noch nach… und beim stöbern durch eure weltreise stolper ich dann auch noch über „midway“, ich kenn ein ähnliches video: „dream of a dying albatross“… meine verzweiflung ist groß !!!

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