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Von den Alpen bis ans Meer zu den Moeraki Boulders

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Nach einem wunderschönen Tag im Mount-Cook-Nationalpark mit Wanderung durchs Hooker Valley bei perfektem Wetter, verbrachten wir eine recht stürmische Nacht am Ufer des Lake Pukaki mit fantastischem Blick auf den Aoraki.

Aufgrund des starken Windes, machten wir uns morgens zügig und ohne zu frühstücken auf den Weg, denn wir wollten uns ein windgeschütztes Plätzchen zum Rasten suchen. Letztendlich veranlasste uns einsetzender Regen dazu im Auto zu frühstücken, um danach in der Bücherei von Twizel Unterschlupf und WiFi zu finden. Als der Regen nachließ, fuhren wir weiter zu den Moeraki Bouldern. Doch auf dem Weg dorthin unternahmen wir zuerst noch zwei Abstecher.

Zuerst fuhren wir zu den Clay Cliffs. Hierbei soll es sich um ein landschaftlich sehr beeindruckendes Gebiet handeln. Doch nachdem wir nach 4 km übelster Schotterpiste – nach der wir erst einmal die ein oder andere Türverkleidung wieder in ihre Verankerung drücken mußten – vor der Einfahrt zu einer noch schlechteren und engeren Privatstraße standen – für deren Nutzung man übrigens auch noch 5 NZD bezahlen muss – entschieden wir uns gegen die Weiterfahrt und drehten einfach um! Schließlich waren wir mit einem Mietwagen unterwegs, den wir gerne ohne größere (oder noch besser ohne neue) Macken wieder abgeben wollten.

Neuseeland Elephant Rocks
Wer erkennt die Elefanten?

Unser zweiter Abstecher zu den Elephant Rocks war da schon erfolgreicher. Nach einer kleinen, kurvenreichen Straße standen wir vor dem Gatter einer Schafweide. Dahinter erwarteten uns die für Neuseeland typischen Merinoschafe. Skeptisch schauten uns die weißen Flauschekugeln an, während wir über die Weide liefen. Die Schafe sind sehr ängstlich und flohen meist, sobald man sich ihnen versuchte zu nähern. Am Ende der Weide standen sie: die Elephant Rocks – große Felsen, deren Form an Elefanten erinnern. Es ist vielleicht nicht die spektakulärste Sehenswürdigkeit, aber in Verbindung mit der gesamten Umgebung (die Felsen hätten glatt als Kulisse für den „Hobbit“ dienen können) und den Schafen hat es uns dort sehr gut gefallen!

Nachtrag: Die Felsen dienten bereits als Filmkulisse aber nicht für „Herr der Ringe“ oder den „Hobbit“, was uns zuerst in den Sinn kam, sondern für die „Chroniken von Narnia“.

Danach ging es immer weiter die Straße entlang, weg von den neuseeländischen Alpen bis ans Meer zu den Moeraki Boulders  – den „Dinosauriereiern“. Natürlich handelt sich dabei nicht um versteinerte Dinosauriereier, sondern um alte geologische Formationen.

Neuseeland Moeraki Boulders
Stimmungsvoller Himmel

Diese haben ihren Ursprung vor circa 65 Millionen Jahren, als Muschelschalen- und Pflanzenreste auf den schlammigen Seeboden fielen, sich dort ansammelten und von marinen Würmern und anderen Tieren mit dem Sediment vermischt wurden. Mit den Jahren kristallisierte Calcit um die organischen Reste kugelförmig aus und wurden mit der Zeit immer größer – genauer gesagt ca. 120.000 Jahre für eine Kugel <0,5 cm und bis zu 4 Millionen Jahre für eine Kugel mit 2 Meter Durchmesser. Allmählich wurden die Kristalle außen hart, während ihr Inneres durch chemische Prozesse schrumpfte. Dadurch entstanden Risse, die sich abermals mit Calcit Kristallen füllten. Durch das Wachstum dieser Kristalle „zersplittern“ die Formationen an diesen Nahtstellen mit der Zeit durch fortschreitende Erosion, weshalb überall am Strand mehr oder weniger stark zerfallene Felsen zu finden sind.

Beeindruckt standen wir am Strand und bestaunten diese uralten Gebilde: manche waren wie ein Puzzel in viele Teile zerfallen, andere hatten große Risse, doch viele trotzten noch immer den Elementen und lagen kugelrund im feuchten Sand. Die größten Kugeln hatten dabei noch immer einen Durchmesser von circa 2 Metern! Manche der intakten Moeraki Boulders waren noch völlig perfekt und glatt, wie ein gerade frisch gelegtes Ei, bei anderen waren bereits die mit Kristallen gefüllte Risse zu erkennen, wodurch sie wie Schildkrötenpanzer wirkten. Uns persönlich hat vor allem der halbe Boulder gefallen: dieser wird bei Flut regelmäßig mit Meerwasser geflutet, sodass sich – einem Aquarium gleich – ein kleines Meerwasserbiotop in seiner Mitte ausgebildet hat.

Verfolgen Thomas:

Die Natur hat mich schon immer interessiert. Unabhängig vom Alter verbrachte ich gerne Zeit draußen. Dies hat sich bis heute noch gesteigert denn ich übernachte gerne im Zelt in der Wildnis und versuche die Schönheit der Natur mit der Kamera einzufangen.

4 Responses

  1. Markus
    | Antworten

    Da hast du mal wieder so richtig tolle Bilder geschossen, insbesondere, wenn man sich vorher den Aoraki-Beitrag anschaut. Ein großes „LIKE“ und viele Grüße aus der Heimat!

    • Thomas
      | Antworten

      Danke für das Lob :-) freut uns wenn wie lesenswerte Beiträge produzieren :-)

  2. Jane
    | Antworten

    Kia Ora,

    verfolge gespannt besonders euren Neuseeland-Aufenthalt.
    Fernweh!!! :-)
    Ihr müsst unbedingt mal eine „Real Fruit Icecream“ essen. Achtet auf die Schilder an der Straße.
    Hauptsächlich auf der Südinsel und im Süden der Nordinsel.

    Aloha Jane

    • Thomas
      | Antworten

      Hi Jane!

      Wir werden mal die Augen offen halten. Bisher haben wir das Eis allerdings nicht gesehen.

      Grüße aus der Ferne

      Thomas

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