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Reisealltag in Island – unser Roadtrip rund um die Insel

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Seit 4 Wochen sind wir in Island mit unserem eigenen Auto unterwegs. Wir erleben eine grandiose Zeit auf der Insel aus Feuer und Eis, die uns leider sehr wenig Sonne, dafür umso mehr Sturm und Regen beschert. Temperaturen – mit wenigen Ausnahmen – von unter 10 Grad Celsius sind ebenfalls alles andere als sommerlich. Und dann der Wind. Hatte ich diesen bereits erwähnt? Er ist so stark, dass Womos umgeworfen werden. Trotz des rauen Wetters genießen wir es unabhängig und nach Lust und Laune unterwegs zu sein. Vor allem ist unser Eigenheim auf 4 Rädern unwahrscheinlich gemütlich und noch sind uns in keiner Nacht nicht die Fensterscheiben von innen gefroren wie zuletzt im Yellowstone.

Wir haben unseren Tagesrhythmus um 6 Stunden verschoben: selten kommen für vor 12 Uhr mittags in die Gänge (gedanklich sehe ich ein paar Berliner die Hände überm Kopf zusammenschlagen …) auch wenn täglich ein Wecker um 06 Uhr morgens klingelt (nur für den Fall, dass doch mal die Sonne vom Himmel lacht). Dieser geänderte Rhythmus geht nur, da es 24 Stunden hell ist (einfach wunderbar) und wir so den meisten Touristenmassen entgehen, welche meist zwischen 18-20 Uhr ihr Nachtlager aufschlagen, anstatt den Campingkocher um Mitternacht zu zünden. So umgehen wir zum großen Teil auch die Bustouren, aber ein paar Individualtouristen trifft man einfach zu jeder Zeit.

Begegnungen in Island

Wir dachten, dass wir in der Vorsaison in Island unterwegs sein würden. Aber bereits im Mai sind tausende Touristen hier unterwegs. Selbstverständlich im Mietwagen oder – was wir niemals gedacht hätten – im CamperVan bzw SleeperVan. Neuseeland ist nichts dagegen. Jedes zweite Auto ist ein Minicamper auf Basis eines Kastenwagens ala Dacia, Renault und selten mal ein Caddy.

Hauptsächlich treffen wir auf Deutsche oder Französische Touristen, aber auch sehr viele Inder und Asiaten sind unterwegs. Meist in dicken SUVs vollbesetzte bis unters Dach heizen sie von A nach B. In Olafsvik auf der Snæfellsnes Halbinsel trafen wir 4 Österreicher, vor denen kein Berg sicher war. Auch den vergletscherten Snæfellsjökul bestiegen sie. Beeindruckende Fotos und Geschichten hatten sie im Gepäck.

Obwohl wir unsere Route nicht absprechen treffen wir fast täglich Rolf. Der 70-jährige Renter aus Leverkusen ist mit seinem Landrover (OneTen) für ein halbes Jahr in Island unterwegs. Seit 20 Jahren kommt er immer wieder mal nach Island und es tut im weh, was der Tourismus mit der Insel anrichtet. Um es etwas erträglicher zu machen geht er jeden Tag eine Stunde lang Müll sammeln.

Die Sommersonnenwende verbrachten wir zusammen mit Wolfgang und Sabrina. Es war ein sehr interessanter und kurzweiliger Abend (zumindest für die Herren, welche den Auslöser klicken ließen, während die Damen etwas fröstelnd von einem Fuß auf den anderen hüpften). Aber dies ist nunmal Island: fantastisches Farbenspiel der Mitternachtssonne garniert mit frischen Temperaturen.

Noch zu erwähnen wäre Roland, der von seinem Wissen und seiner Begeisterung locker Ornithologe sein könnte. Jedoch ist er Wissenschaftsjournalist mit Schwerpunkt Physik. Wir genossen es mit ihm für ein paar Stunden am Vogelfelsen Latrabjarg die Tiere der Lüfte zu beobachten.

Leider sind nur wenige Begegnungen interessant und nett wie oben beschriebene. Viele junge Reisende in CamperVans oder Reisende mit ihren riesigen Camperschiffen gehen uns auf die Nerven, sei es, dass sie kuscheln wollen, ihren Dreck dort hinterlassen, wo er ihnen gerade aus der Hand fällt (egal ob Küche oder in der Natur), das Abwasser einfach ausm ihrem Camper herauslaufen lassen, etc.

Tanken in Island

Über 1500 km auf Islands Schotterpisten haben wir bereits zurückgelegt. Auf asphaltierten Straßen einiges mehr. Da bleibt es nicht aus unseren fahrbaren Untersatz auch mal zu füttern. Es lohnt sich in Island fürs Tanken Prepaidkarten zu kaufen, da viele Tankstellen nicht bemannt sind oder der Verkaufsshop bereits um 19 Uhr schließt. So ist man unabhängiger und spart sich einen Haufen Kreditkartengebühren an den Zapfsäulen.

Besitzt man eine Rabattkarte für Orkantankstellen kann man 6 ISK pro Liter sparen. Diesel kostet in Island 186 ISK, Benzin ist mit 205 ISK meist 20 ISK teurer (Stand Juni 2016). Wir konnten aber auch drei Orkantankstellen finden (in Akureyri, Egilsstadir und Hveragerdi), wo der Diesel nur 174 ISK kostete.


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Die

Übernachten in Island

Dank unseres SleeperVans schlafen wir im Auto. Hierzu fahren wir immer auf Campingplätze, da das wilde Zelten immer stärker verboten wird und wir Dank Campingcard für 110 € bereits 28 bezahlte Übernachtungen auf teilnehmenden Campgrounds in ganz Island haben. Das macht gerade mal 4 € pro Übernachtung. Ein unschlagbarer Preis, denn nur sehr selten kostet das Campen unter 1200 ISK pro Person pro Nacht.

Es ist sehr viel junges Gemüse Anfang 20 mit den kleinen Campern unterwegs. Nicht selten sehen wir sie wild campieren oder dort, wo es verboten ist. An dieser Stelle sei auf unseren Artikel übers Wildzelten in Island verwiesen.

Lebensmittel in Island

Lebensmittel sind in Island im Vergleich zu Deutschland richtig teuer. Gerade Obst und Gemüse ist alles andere als günstig. Schnell beläuft sich der Preis für die drei, vier Sachen im Einkaufskorb auf 30 €. Deshalb versuchen wir in größeren Städten immer einen Bonus oder Netto Supermarkt zu finden und kaufen ein was der Stauraum unseres Autos hergibt. Denn diese beiden Supermärkte sind mit Abstand die günstigsten.

Zum Verstauen haben wir u.a. eine Kühlbox dabei. Diese entpuppte sich allerdings als unnützer Gegenstand, denn es wird in Island einfach nicht warm genug. Wir brauchen keine Angst haben, dass unsere Lebensmittel verderben würden. Im Gegenteil, Manus Nutella ist alles andere als Streichzart. Ich habe regelmäßig Angst, dass sie das Messer abbricht so hart ist das Nutella.

Manchmal können wir auch Reste anderer Camper, welche wir auf Campgrounds in der „zum Mitnehmen Abteilung“ finden, verwerten. So hatten wir das Glück bisher nicht eine Gaskartusche kaufen zu müssen, da wir viele noch mit Restinhalt fanden.

Ab und an müssen wir Leckermäulchen tief in die Tasache greifen, wenn wir uns einen Kaffee und ein Stück Kuchen teilen. Ehe man sich versieht sind 10 € weg. Klar kann man sich mit Fastfood vergleichsweise günstig ernähren (eine riesige Portion Pommes für Zwei in der N1 in Drangsnes kostete 5 €) aber das reizt uns kaum.

Duschen in Island

In Island gibt es unzählige Hot Pots. Diese sind für Isländer ein Ort der geselligen Zusammenkunft, so dass man sich vor dem Einsteigen in den Hot Pot gründlich wäscht. Entsprechend findet man Duschen direkt daneben. Auch bei vielen Campgrounds ist die Dusche inklusive. Wenn es eins in Island gibt, dann die Möglichkeiten täglich seiner Reinlichkeit zu frönen.

Etwas schwieriger finden wir da das Auffinden von Klos. Rastplätze und Picknickplätze gibt es viele, leider ohne Klos. Man ist somit auf Tankstellen oder Restaurants angewiesen. Dies ist leider ein Punkt, der zu unschönen Entdeckungen aufgrund tausender Touristen führt: ein wunderschöner Rastplatz kann völligst vermüllt und hinter dem nächsten Stein verschissen sein. Klar mangelt es an entsprechender Infrastruktur aber letztendlich ist es der Tourist, welcher in der sensiblen Natur Islands seinen Dreck hinterlässt und dies hat das ein ums andere Mal ganz schön unseren Reisealltag getrübt.

Wäsche waschen in Island

Seine Wäsche kann man an jedem größeren Campingplatz waschen oder in Städten – vor allem Reykjavik – gibt es Laundromats. Am besten fragt man in einer Touri-Info nach, denn die Waschmöglichkeiten sind nicht immer als solche gut erkennbar.

Trinkwasser in Island

An Trinkwasser in Island zu kommen ist das geringste Problem. Wir haben einen 20 L Kanister an Board, den wir an Campingplätzen oder Tankstellen füllen. Selbstverständlich kann man im Supermarkt auch Trinkwasser kaufen aber den Plastikmüll und das Geld kann man sich echt sparen!

Leider verbleiben uns nur noch zwei Wochen auf Island. Mal sehen was wir noch so alles erleben werden. Auf jeden Fall haben wir es bisher noch nicht geschafft Island zu umrunden. Es ist uns ein Rätsel wie dies Leute in 8 Tagen schaffen …

Verfolgen Thomas:

Die Natur hat mich schon immer interessiert. Unabhängig vom Alter verbrachte ich gerne Zeit draußen. Dies hat sich bis heute noch gesteigert denn ich übernachte gerne im Zelt in der Wildnis und versuche die Schönheit der Natur mit der Kamera einzufangen.

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