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Erfahrungsbericht und Tipps zur Reise in die Antarktis

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Ende November bis Anfang Dezember reisten wir für 19 Tage von Ushuaia aus in die Antarktis. Wir besuchten dabei für 2 Tage die Falklandinseln, 4 Tage verbrachten wir auf Südgeorgien und 4 Tage bei der Antarktischen Halbinsel. Nachfolgend haben wir unsere Erfahrungen niedergeschrieben und sie in ein paar Tipps verpackt, um Dir das Packen und Planen Deines Antarktisabenteuers zu erleichtern.

Unterschätze nicht die Sonneneinstrahlung

Das Ozonloch über der Antarktis kann, je nach Monat, riesig sein! Vor allem am Anfang der Antarktis-Saison reicht es leicht hinauf bis nach Feuerland. Wasser, Eis, Schnee, etc. all dies wirkt zudem wie ein Reflektor und ehe man sich versieht hat man einen dicken Sonnenbrand!

Alles andere als Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50 oder mehr halten wir für nutzlos, denn zuerst hatten wir auf den Falklands „nur“ Lichtschutzfaktor 30 und nach zwei Stunden waren wir bereits gerötet. Zum Glück konnten wir auf den Falklandinseln Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50+ nachkaufen. Für Menschen mit empfindlichen Lippen bzw. die unter Herpes leiden, empfiehlt sich zusätzlich ein spezieller Sunblocker für die Lippen.

Ab diesem Zeitpunkt gingen wir selbst bei Bewölkung nicht mehr ohne Sonnencreme und Sonnenbrille aus der Kabine, denn die Antarktis übertraf alles was wir bisher an UV-Intensität kannten – selbst Australien.

Das aktuelle Ausmaß des Ozonloches bzw. Grafiken, wie sich selbiges über das Jahr vergrößert und verkleinert kann man sich hier anschauen.

Lass die Wanderstiefel zu Hause doch nimm ein paar Einlegesohlen mit

Bis auf einen Stadtbummel in Stanley auf den Falklandinseln durften wir das Schiff nur in den zur Verfügung gestellten Gummistiefeln verlassen. Auf dem Schiff war ich ausschließlich in Turnschuhen unterwegs, da diese im Gegensatz zu meinen Flip Flops auch bei stärkerem Seegang guten Halt boten.

Die Gummistiefel sind recht bequem und zum Laufen auf dem Schnee gedacht. Jedoch wer schnell unter kalten Füßen leidet oder auch einfach für ein bisschen extra Komfort, empfiehlt es sich eigene Einlegesohlen dabei zu haben.

Eine Daunenjacke ist nicht verkehrt

Auf unserer Kreuzfahrt in die Antarktis bekamen wir einen Expeditionsparka gestellt. Dieser war unglaublich dick und schwer. Ich fühlte mich darin die meiste Zeit gegart bzw. wie ein Michelin Männchen, stark eingeschränkt in meiner Bewegungsfreiheit. Deshalb benutzte ich außer bei reinen Zodiac-Fahrten meine eigene Regen/Windjacke und bei Bedarf darunter meine Daunenjacke. Unser Tiefstwert war 2 Grad und wenn man winddichte Kleidung hat ist dies nicht wirklich kalt. Ich muss aber mit Nachdruck erwähnen, dass ich keine Frostbeule bin! Manu war über ihren Expeditionsparka froh. Aber auch sie benutzte für Ausflüge aufs Schiffsdeck gerne ihre Daunenjacke.

Viel Elektronik? Pack die Mehrfachsteckdosenleiste ein

Zwar kann man das Handy getrost ausgeschaltet lassen (außer natürlich man nutzt es als Kamera), da es keinen Empfang während der Reise gibt, doch auch sonst wird man wohl die ein oder andere Elektronik dabei haben.

Da es immer etwas zu sehen und zu fotografieren gibt wird der Akku schnell leer sein und noch schneller, wenn eisige Temperaturen herrschen. Man will seine Bilder vielleicht gleich auf dem Laptop sortieren oder anderen seine Fotos auf dem Tablet zeigen.

So oder so wird es immer genügend Technik geben, die geladen werden muss! Daher unser Tipp: Nimm nicht nur den Adapterstecker mit, sondern auch eine Mehrfachsteckdosenleiste! Diese erleichtert Dir ungemein das schnelle Laden Deiner Geräte und erspart Dir den Frust, der aufkommt, wenn gerade das Laptop lädt, der Kameraakku aber auch leer ist und von draußen jemand ruft: „Wale! Da sind lauter Wale!“.

Gute Regenhose und wasserfeste Handschuhe

Nicht nur aufgrund der Zodicfahrten empfiehlt sich eine Regenhose, sondern auch weil diese winddicht ist. Aufgrund der Gummistiefel, welche wir gestellt bekamen, war ich heilfroh, dass meine Regenhose sich mittels Reisverschluss bis zu den Knien öffnen lies. Da mir meist sehr warm war, wäre es noch toll gewesen, wenn ich meine Regenhose auf Höhe der Oberschenkel hätte öffnen können, um meinen Hitzestau loszuwerden.

Wir empfehlen eine gute Regenhose, die es auch übersteht wenn man 1,5 Stunden im Wasser sitzt (was bei Zodiacausfahrten durchaus der Fall sein kann). Manche Mitreisende hatten auch Ski- oder Snowboardhosen an. Für verfrore Gemüter sicherlich ein guter Punkt.

Ebenso wichtig sind wasserfeste Handschuhe. Gerade bei den Zodiacfahrten kann es feuchter zugehen: Spitzwasser, Regen, Wellen, schnell wird man nass. Dazu kommt noch der Fahrtwind. Sich hier mit klitschnassen Handschuhen über längere Zeit an den Seilen des Zodiacs festhalten zu müssen ist kein Spaß! Daher ein Muss: wasserfeste Handschuhe!

Mütze, die gut über die Ohren geht

Auch wenn es von den Temperaturen auf der Antarktiskreuzfahrt vielleicht nicht so kalt ist wie anfänglich erwartet, empfiehlt sich eine winddichte Mütze, welche die Ohren gut bedeckt, denn Fahrtwind, Regen und feuchtes Klima können schnell unangenehm werden und die Ohren stark auskühlen lassen. Eine gute Mütze, ein Stirnband oder Ohrenschützer können hier Abhilfe schaffen und man kann die Exkursionen viel besser genießen.

Ausreichend Seekrankheitstabletten und teste verschiedene Sorten vorher

Man weiß nie wie das Wetter wird! Zwar wird sich die Crew bemühen, jedes schlechte Wetter zu umgehen, doch Wellen zwischen 5 – 6 m gelten vor allem in der Drake Passage eher als „ruhige See“. Daher empfiehlt sich zur Sicherheit immer ein kleiner Vorrat an Seekrankheitstabletten.

Zwar bekommt man diese oft auch kostenlos auf dem Schiff, doch würden wir dir empfehlen eigene Medikamente mitzunehmen und dieser vorher zu testen! Dabei geht es natürlich weniger darum zu testen, ob sie Dir bei solch einem Wellengang helfen würden – das ist wohl auch schwer in der heimischen Badewanne zu bewerkstelligen – als eher darum, wie müde Dich die Tabletten machen.

On the Antarctic Ocean from Thomas Guthmann on Vimeo.

Es gibt verschiedene Wirkstoffe und jeder macht den einen oder anderen mehr oder weniger müde. Wir testeten unsere Pillen nicht vorher und stellten nachträglich fest, dass sie zwar gut halfen, einen aber auch für den Rest des Tages völlig außer Gefecht setzten. Man wollte nur noch schlafen! Das ist natürlich äußerst unpraktisch, gibt es doch viel zu viel zu sehen, zu tun und zu lernen während solch einer Reise!

Nasenspray

Auf dem Schiff waren alle Fenster geschlossen bzw. ließen sich nur die wenigstens Fenster überhaupt öffnen. Aus diesem Grund lief 24 Stunden ohne Unterbrechung die Klimaanlage. Entsprechend trocken war die Luft. Oft habe ich mir gewünscht Nasenspray dabei zu haben, um etwas meine Nase von innen befeuchten zu können.

Inhaltsverzeichnis unserer Antarktis-Berichte

Unter nachfolgendem Artikel haben wir alle unsere Bericht über unsere Reise in die Antarktis aufgelistet. Viele Fotos von den Falklandinseln über Südgeorgien bis hin zur Antarktis, von Vögeln bis zu Walen sind dort zu finden.

Einmal Antarktis und zurück – Überblick unserer Berichte

Verfolgen Thomas:

Die Natur hat mich schon immer interessiert. Unabhängig vom Alter verbrachte ich gerne Zeit draußen. Dies hat sich bis heute noch gesteigert denn ich übernachte gerne im Zelt in der Wildnis und versuche die Schönheit der Natur mit der Kamera einzufangen.

2 Responses

  1. Notker
    | Antworten

    Hallo Thomas,
    wünsche Euch für 2016 eine erlebnisreiche und gesunde Weiterreise !

    • Thomas
      | Antworten

      Hey Notker!

      Dankeschön :-)
      Auch wir wünsche Dir für 2016 alles Gute!

      Bis in ein paar Monaten …

      TM

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