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Kamera am Schultergurt des Rucksacks befestigen

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Bei meinen bisherigen Mehrtageswanderungen waren meine Hände durch Trekkingstöcke belegt. Um die Kamera griffbereit zu haben und sie nicht erst aus dem Rucksack kramen zu müssen hing diese mit dem Kameragurt um meinen Hals. Nervig war hier, dass die Kamera je nach Objektiv entweder im Wanderrhythmus gegen meinen Bauch oder den Hüftgurt des Trekkingrucksackes schlug. Ganz zu schweigen davon, dass es mit der Zeit unangenehm im Nacken wird wenn daran 1-2 kg hängen.

Eigentlich war ich auf der Suche nach einem Gurtsystem mit dem ich die Kamera auf Hüfthöhe tragen kann. Dieses System sollte allerdings nicht den Schraubenplatz für die Stativplatte belegen. Peak Design hatte hierfür ein Crowdfunding Projekt bei Kickstarter ins Leben gerufen und durch Zufall entdeckte ich dabei das Capture Pro System.

Beim Capture Pro (Gewicht 150 g) handelt es sich um eine Halterung mit der man eine Kamera an einem Gurt befestigen kann. Es spielt dabei keine Rolle ob am Schultergurt eines Rucksacks, dem Hüftgurt oder einem Gürtel. Link zum Produktvideo von Peak Design.

Mein Interesse war geweckt, so dass ich mir das Capture Pro System bestellte. Nachfolgend ein erster Eindruck zur Halterung.

Capture Pro Teile
Capture Pro Teile

Die Halterung ist aus Aluminium und wirkt hochwertig verarbeitet. Sie besteht praktisch aus zwei Platten zwischen die der Gurt geklemmt wird. 2 Schrauben sorgen dafür, dass man die 2 Platten fest anziehen kann, so dass die Halterung am Gurt nicht rutschen kann. An der Kamera selbst befestigt man eine arcakompatible Stativplatte (im Lieferumfang enthalten), mit der man die Kamera in die Halterung einklickt. Mit einem Knopf kann man die Platte wieder lösen. Zur Sicherheit lässt sich der Knopf um 90 Grad drehen, sodass man ihn nicht mehr eindrücken kann und die Stativplatte versehentlich löst. Zusätzlich gibt es auch eine Feststellschraub mit der man die Stativplatte ebenfalls sichern kann. Dadurch, dass die Platte acrakompatibel ist passt sie wunderbar in mein Sirui Reisestativ.

Ein erster Test, bei dem ich die Platte am Schultergurt meines Trekkingrucksackes befestigte und ein Kameragewicht von 1,5 kg anbrachte wirkte vielversprechend. Trotz Auf-der-Stelle-Hüpfen bewegte sich die Halterung keinen Millimeter am Schultergurt und auch die Kamera war mittels der Stativplatte felsenfest mit der Halterung verbunden.
Einziges Manko: die maximale Dicke, welche ein Gurt haben darf, sollte nicht viel größer als 1 Zentimeter sein, denn sonst kann man die zwei Platten nicht mehr mit den Standardschrauben miteinander verschrauben, da die Schrauben zu kurz sind (Gewinde 1,5 cm lang). Dies ermöglicht den Einsatz des Capture Pro leider nicht an jedem Trekkingrucksack, da hier die Schultergurte meist sehr dick sind. Bei Tagesrucksäcken sehe ich allerdings kein Problem.

Dieser Erfahrungsbericht bzw. die Review schildert meine ersten Erfahrungen bzw. Eindrücke über ein paar Wochen Benutzungsdauer. Meine Gedanken über die Produktqualität bzw. Langlebigkeit von Outdoorprodukten habe ich diesem Artikel niedergeschrieben.

UPDATE 14.10.14: Peak Design bietet auch längere Schrauben an: https://peakdesignltd.com/store/clamping-bolts-long  somit sollte auch der Einsatz an dicken Trekkingrucksäcken kein Problem sein.

Die mitgelieferte arcakompatible Stativplatte passt zwar wunderbar in entsprechende Stative aber umgekehrt wird kein Schuh draus. Sprich wer bereits über eine arcakompatible Stativplatte verfügt bekommt diese nicht in das Capture Pro System rein.

Im Outdooreinsatz muss sich das Capture Pro System erst noch bewähren. Nichtsdestotrotz kommt das System mit auf Weltreise und nachdem ich die ersten Wanderungen mit dem Capture Pro absolviert habe werde ich einen ausführlichen Testbericht schreiben.

UPDATE 26.04.15: Mittlerweile haben wir auf unserer Weltreise genügend Wanderungen absolviert. Obwohl das Capture Pro System von Peak Design genau das macht was es soll (freie Hände beim Wandern, kein Gewichtsdruck mehr im Nacken), habe ich mich gegen den Capture Pro entschieden. Grund hierfür ist einzig und allein das schwergängige Ein- und Ausklippen der Kamera. Beim Befestigen am Schultergurt mag es noch gehen aber wenn ich schnell ein Foto (z.B. von einem Kea) machen möchte, ist es einfach hinderlich und störend, dass die Mechanik zu schwergängig ist, um die Kamera vom Schultergurt wieder abzubekommen.

Verfolgen Thomas:

Die Natur hat mich schon immer interessiert. Unabhängig vom Alter verbrachte ich gerne Zeit draußen. Dies hat sich bis heute noch gesteigert denn ich übernachte gerne im Zelt in der Wildnis und versuche die Schönheit der Natur mit der Kamera einzufangen.

5 Responses

  1. Mathias
    | Antworten

    Danke für den Erfahrungsbericht – das ist doch echt mal interessant! Ich bin ja mit den Blackrapid Schultergurten ausgerüstet, allerdings würde ich die auch nicht uneingeschränkt für Wanderungen mit Stöcken empfehlen, da die Kamera doch stark in’s Baumeln und Schwingen kommt, wenn sie auf Hüfthöhe hängt. Beim Laufen mit den Schultergurten brauch man einfach noch zusätzlich freie Hände!

  2. nico
    | Antworten

    Hi Thomas!
    Danke für den Hinweis auf das System! Sieht wirklich vielversprechend aus. Ich habe das gleich Problem wie Du es beschrieben hast. Allerdings „nur“ mit einer Bridge-Kamera. Allerdings nerft mich der im Nacken scheuernde Kamerariemen auch mit der Zeit. ;-)
    Ich warte noch deinen Praxistest ab und dann werde ich eventuell auch in das System investieren. 60$ sind nämlich echt ne Ansage für zwei Aludruckgussplatten. ;)
    Grüße!

    nico

    • Thomas
      | Antworten

      Hey Nico,
      dann musst Du dich leider noch etwas gedulden. Kommen erst im Dezember in Tasmanien an und vorher unternehmen wir keine Wanderungen mit dem großen Rucksack. ;-)
      Greetz
      THOMAS

      • Christian
        | Antworten

        Hallo Thomas,

        gibt es mittlerweile schon eine Langzeiterfahrung? Wäre interessant mal zu erfahren wie sich das Ding bei längeren Trekking-Touren bewährt hat. Vielleicht kannst du ja eine kurze Rückmeldung über die Praxistauglichkeit abgeben :-)

        Schöne Grüße
        Christian

        • Thomas
          | Antworten

          Hallo Christian!

          Der Capture Pro hat sich bisher gut bei Wanderungen bewährt, allerdings hatten wir bei unseren Mehrtageswanderungen bisher so viel Regen, dass die Kamera nur 5 Tage am Schultergurt des Rucksacks befestigt war.

          Positiv finde ich, dass die Kamera nicht um den Hals hängt und somit am Bauch schlackert oder im Nacken das Gewicht zu spüren ist. Ferner sind die Hände wirklich frei, so dass man mit Stöcken wandern kann. Echt super!

          Störend finde ich, dass das einklipsen bzw. ausklinken der Kamera lange dauert, etwas Kraft erfordert, da die Stativplatte im Capture Pro wirklich nahezu bombensicher drin sitzt. Schneller Einsatz der Kamera ist so nicht wirklich möglich.

          Tragekomfort finde ich top bis zu von mir getesteter maximal Belastung von knapp 2 kg! Egal ob Tagesrucksack oder großer Trekkingrucksack, die Kamera sitzt durch den Capture Pro wirklich sicher und fest am Schultergurt des Rucksacks. 

          Viele Grüße aus Wanaka

          Thomas

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