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Abenteuer John Muir Trail – 180 km durch die High Sierra

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Der John Muir Trail führt auf einer Länge von 360 km durch die Sierra Nevada in Kalifornien. Die Sierra Nevada ist ein Gebirgszug und entsprechend “profiliert” ist der John Muir Trail: 11 Pässe mit einer Höhe ab 3.400 m müssen überwunden werden. Wandert man von Nord nach Süd, startet man im Yosemite Valley, weiter durch den Yosemite National Park, den Inyo und Sierra National Forrest um schließlich am Mount Whitney (4.400 m) das Trailende zu erreichen.

Dieser Weg wird kein leichter sein, dieser Weg ist staubig und heiß!

Die Sonne brennt. Der Schweiß rinnt mir über das Gesicht während ich im Schatten bei 32 Grad an einen Baumstamm gelehnt sitze. 6 Meilen sind wir gerade abgestiegen und haben dafür 4:30 Std benötigt. Mein Kopf steht nicht still, meine Gedanken rotieren. Eine Entscheidung muss her und ich muss sie aussprechen … [JMT TAG 12]

Bevor es Mitte Juni losging, wir unzählige Kilometer und Höhenmeter zurückgelegt hatten, steckte einiges an Planung im John Muir Trail. Über nachfolgendes Menü kann dies nachgeschaut, der Reisebericht gelesen oder zur Bildergalerie gesprungen werden:

Planung
Ausrüstung
Essen
San Francisco
Öffentliche Verkehrsmittel ins Yosemite Valley
Ankunft in San Francisco
Tag 00 – Anreise – Von San Francisco ins Yosemite Valley
Tag 01 – Nächtliche Besucher – Happy Isle nach Cloud Rest Junction
Tag 02 – Angriff der Killermoskitos – Cloud Rest Junction nach Sunrise High Sierra Camp
Tag 03 – Die Jagd nach Burgern – Sunrise High Sierra Camp nach Tuolumne Meadows Campground
Tag 04 – Idylle am Fluss – Tuolumne Meadows Campground nach Upper Lyll Base Camp
Tag 05 – Hoch hinaus – Upper Lyll Base Camp nach Garnet Lake
Tag 06 – Ein Unglück kommt selten allein – Garnet Lake nach Reds Meadow Campground
Tag 07 – So weit die Füße tragen – Reds Meadow Campground nach Purple Lake
Tag 08 – Ein langer Tag – Purple Lake nach Lake Edison Junction
Tag 09 – Vorrunde beendet – Lake Edison Junction nach Vermillion Valley Resort
Tag 10 – Pause – Vermilion Valley Resort
Tag 11 – Abschied – Vermillion Valley Resort nach Marie Lake
Tag 12 – Die Entscheidung ist gefallen – Marie Lake nach Muir Trail Ranch
Tag 13 -Zurück in die Zivilisation – Muir Trail Ranch nach Lake Forester
Ende/Fazit
Bildergalerie
Abreise Whitney Portal bzw. Lone Pine
Pflanzen
Tiere
Moskitos
Sterne

 

Ankunft in San Francisco

Auf unserer Reise nach Kalifornien, zur Wanderung des John Muir Trails, starteten wir in San Francisco. Hier hatten wir im Vorfeld 2,5 Tage Zeit die restlichen Besorgungen zu machen, Essen voraus auf den Trail zu schicken und in der verbleibenden Zeit die Stadt San Francisco zu erkunden. Einen kleinen Reisebericht zu San Francisco gibt es HIER zum Lesen.

 

JMT Tag 00 – Anreise – Von San Francisco ins Yosemite Valley

Los ging es sehr früh, um 05 Uhr, in Fishermans Wharf am Pier 39 mit dem Bus von Amtrak. Wir fuhren durch Hochhausschluchten zur Oakland Bay Bridge. Diese war sechsspurig in eine Richtung und zweistöckig. Wahnsinn! Die Fahrt über die Bucht nach Emeryville dauerte nur 20 min. Dort warteten wir 5 min bis der Zug eintraf und wir unseren Weg Richtung Merced fortsetzten.

Es erwartete uns eine angenehme, abwechslungsreiche Zugfahrtfahrt von 2:30 Std.: an der Bucht entlang, danach wechselten sich Graslandschaft mit vereinzelten Seen und Ackerland ab, bevor letztendlich ausgedörrte Felder und Industriegebäude das Erscheinungsbild prägten. Der Zug hatte Stromanschlüsse. Wir konnten unsere Handys aufladen und Kontakt mit der Heimat aufnehmen.

In Merced hatten wir etwas Aufenthalt bis wir mit dem Yarts Bus ins Yosemite Valley fahren konnten. Wir hatten unsere Busfahrt nicht vorreserviert und standen mit vielen anderen in einer langen Schlange an der Haltestelle – Glück gehabt – für uns war noch Platz im Bus. Mit jedem Kilometer, den wir uns dem Yosemite Valley näherten nahm der Baumbestand der sonst kargen Graslandschaft zu und die Straße wurde immer schmaler und kurvenreicher.

Wir passierten den Eingang zum Yosemite Valley und ich fühlte mich wie in eine andere Welt versetzt: auf der einen Seite war es wunderschön grün und felsig zugleich, auf der anderen Seite waren im Tal Menschenhorden unterwegs wie ich es niemals für möglich gehalten hatte. Mit geschulterten Rucksäcken drängten wir uns mühsam durch eine recht träge Menschenmasse zum Wildernis Office um unsere Permit für den JMT abzuholen.

Wer mehr über die Anreise/Abreise bzw die öffentlichen Verkehrsmittel zum John Muir Trail erfahren möchte kann dies im Planungsartikel nachlesen.

John-Muir-Trail-01-Yosemite-Backpacker-Campground

Nachdem diese letzte Formalität erledigt war, überquerten wir den Fluss beim North Pine Campground und schlugen unser Zelt am Backpackers Campground auf. Die restlichen Stunden des Tages schlenderten wir durchs Yosemite Valley, bestaunten riesige Felsmonumente wie Half Dome und etliche Wasserfälle. Erste Rehe, Eichhörnchen und Haubentaucher entdeckten wir trotz der Menschenmassen. Am Abend gönnten wir uns – sozusagen als Henkersmahlzeit – eine riesige leckere Pizza im Curry Village und besprachen die bevorstehende Etappe, während der Wind in den Bäumen rauschte.

Als wir zum Zelt zurückkehrten wurden wir von unseren Zeltnachbarn darüber informiert, dass seit ein paar Minuten ein Bär um die Zelte schleichen würde. Gute Voraussetzungen für eine ruhige Nacht …

 

JMT Tag 01 – Nächtliche Besucher – Happy Isle nach Cloud Rest Junction (6,5 Meilen, 10,5 km)

Lag es an der Aufregung? Bereits ab 05 Uhr konnte ich nicht mehr schlafen. Um 6 Uhr verließen wir unsere warmen Schlafsäcke. Es herrschten 8°C als wir Brot- und Käsereste frühstückten. Die vergangene Nacht – unsere erste im neuen Hilleberg Rogen – hatten wir trotz Bärenwarnung sehr gut überstanden. Bevor es richtig los gehen sollte machten wir auf dem Weg nach Happy Isle (unserem Startpunkt) noch einen Abstecher nach Curry Village. Dort nutzten wir die Möglichkeit zum letzten Mal einen Cappuccino zu genießen und erwarben etwas Obst für unterwegs.

Der Beginn des John Muir Trails ist geteert, Tagewanderer können so bequem Tagesziele erreichen. Wir entschieden uns für den Mist Trail, so dass wir an zwei Wasserfällen des Yosemite Valleys vorbeikommen würden. Mit unseren weit ausladenden Rucksäcken einem Schwertransport gleich sorgten wir unter den Tageswanderern für das ein oder andere unfreundlich Gebrummel. Nichtsdestotrotz machten wir beim ersten Ausblick auf den Vernell Wasserfall einen ausgiebigen Fotostopp.

Das JMT Schild
Das JMT Schild

Der Weg zum Vernell Wasserfall wurde immer schmaler und letztendlich geht es Stufen hoch. Mit dem schweren Rucksack eine schweißtreibende Angelegenheit. Von oben brennt zusätzlich die Sonne herab. Da ist die Gischt vom Wasserfall eine willkommene Erfrischung.

Vom Vernell Wasserfall ging es weiter zum Nevada Wasserfall. Bereits von weitem sehen wir, wie sich die Wassermassen über eine Klippe stürzen. Beeindruckend. Oben beim Nevada Wasserfall angekommen machten wir eine ausgiebige Pause, denn der Aufstieg war steil und schmal und wir wurden oft von Tageswanderern geschubst und gedrängt.

Dort wo der Mist Trail auf den John Muir Trail trifft begegneten wir zum ersten Mal Anna Marie und ihrer Gruppe. Sie wollten ebenfalls den John Muir Trail wandern und es war unsere erste Begegnung mit Gleichgesinnten. Irgendwie hatte ich das Gefühl aufgrund ihres Deuter-Rucksackes, dass es sich um eine Europäerin handeln musste, denn Amis sind mit anderen Rucksäcken unterwegs. Mein Gefühl täuschte mich nicht: Anna Marie lebt zwar in den USA, ist aber in Österreich geboren.

Der weitere Verlauf des Weges wurde immer staubiger. Entgegenkommende Tageswanderer warnten uns vor Klapperschlangen, welche wir aber nicht sahen. Vorbei ging es am Little Yosemite Valley. Wie gerne hätte ich bereits hier das Zelt aufgeschlagen, denn aufgrund der Sonne kam ich mir vor wie eine Dörrpflaume: dehydriert und verschrumpelt. Ganz zu schweigen davon, dass ich von Kopf bis Fuß eingestaubt war. Aber da wir am nächsten Tag den Half Dome erklimmen wollten wanderten wir weiter bis zur Cloud Rest Junction. Von dort ist es ein kürzerer Weg – vor allem ohne schweren Rucksack – zum Half Dome.

Reh am Wegesrand
Reh am Wegesrand

Die Cloud Rest Junction war ein idyllisches Fleckchen: ein kleiner Bach schlängelte sich hier entlang. Die Wiese daneben war bereits belegt, weshalb wir unser Zelt etwas oberhalb des Bachlaufs aufschlugen.

Der Abend war Dank Bären sehr aufregend: der Erste kam unmittelbar nach dem Abendessen als meine Freundin in ihrem Rucksack wühlte. Nur 30 m entfernt schnüffelte er an einem Baum. Gewissenhaft wies sie mich darauf hin, dass dort ein Bär sei und ich solle etwas unternehmen. Schnell hatte ich die Kamera in der Hand. Erstaunt über meine Reaktion wies mich Manu etwas unfreundlicher darauf hin, dass ich den Bär gefälligst vertreiben solle anstatt zu fotografieren. So zurecht gewiesen legte ich die Kamera enttäuscht beiseite und gab mich kämpferisch lärmend um den Bär zu vertreiben. Dieser trottete mehr gelangweilt als verängstigt davon. Meiner Fotos beraubt gab es trotz dieser mannhaften Heldentat nicht mal einen Heldenkuss für mich. Frauen …

Wenig später war die Aufregung erneut groß im Camp: der Bär war wieder da und hatte diesmal seinen Kumpel mitgebracht. Vielleicht wollte er doch lieber fotografiert als vertrieben werden? Wir informierten unsere Zeltnachbarn und mit vereinten Kräften verscheuchten wir das pelzige Duo. Nun stellte sich heraus, dass an dem Baum, den die Bären so interessant fanden die Bärenboxen unserer Zeltnachbarn lagerten. Die Bärenboxen wurden umgelagert und mit Alibi-Steinen gesichert.

Im weiteren Verlauf des abends, mittlerweile war es bereits dunkel, bekamen wir noch öfter Bärenbesuch. Also immer raus aus dem Zelt und Mr. Pelz verscheuchen. Verdammt, ich wollte doch nur schlafen …

 

JMT Tag 02 – Angriff der Killermoskitos – Cloud Rest Junction nach Sunrise High Sierra Camp (12,9 Meilen, 20,8km)

Die Nacht war unruhig dank der Bären. Eigentlich wollte ich schlafen, doch ich musste den starken Mann spielen, der die Bären vertreibt, der nachschaut wenn ein Reh über die Abspannleinen von unserem Zelt stolpert. Als an diesem Morgen der Wecker um 05 Uhr klingelte schaut ich mit dicken Augenringen aus dem Zelt.

Ohne Frühstück, nur mit kleinem Rucksack, 3 L Wasser und Kameras starteten wir zum Half Dome. Im Wald begegneten uns viele Rehe. Später, als wir über nackten Fels kletterten war nur noch die Sonne unser Begleiter. Als wir an den Cables des Half Domes ankamen befand sich gerade eine Gruppe im Abstieg. Die Frau rutschte und glitt den unglaublich steilen Hang hinunter, konnte sich aber noch an einem Kabel mit einer Hand festhalten. Sie schrie nach ihrem Mann, der ihr zum Glück helfen konnte. Aufgrund dieses Ereignisses und da die Wand des Half Domes uns zu glatt und steil war beschlossen wir, es beim Beobachten zu belassen. Wir kletterten nicht auf die Spitze des Half Domes. Auch vom Little Half Dome hatten wir eine wunderbare Fernsicht und entdeckten unser erstes Murmeltier, welches über den Fels huschte auf der Suche nach etwas Fressbarem. Als wir gerade zurück zum Zelt gehen wollten begegnete uns ein Ranger. Er kontrollierte unsere Permit und fragte ob wir Bärenspray dabei hätten. Wir verneinten. „Euer Glück, denn sonst hätte ich euch verhaftet, da Bärenspray hier als Waffe gilt.“ Um seinen Worten Nachdruck zu verleihen fasste er sich an seinen üppig ausgestatteten Gürtel, der Handschellen, Waffe, etc enthielt.

Half Dome
Half Dome

Auf dem Rückweg zu unserem Zelt kamen uns unzählige Wanderer entgegen und an der Half Dome Junction begegneten wir erneut Anna Marie, welche sich gegen einen Aufstieg zum Half Dome entschieden hatte um Kräfte zu sparen.

Gegen 10 Uhr erreichten wir wieder unser Zelt. Die nächtlichen Besucher waren während unserer Abwesenheit nicht aktiv gewesen, alles war unversehrt. Nach einem ausgiebigen Frühstück schulterten wir am Mittag unsere Rucksäcke. Unser heutiges Etappenziel war das Sunrise High Sierra Camp. Der Weg führte meist durch urigen Wald. Auf einer lichten Hochebene genossen wir bei einer Rast den weiten Blick und wurden erstmals von einem anderen Wanderer vor den Moskitos am High Sierra Camp gewarnt. „Schlimmer als Grönland wird es schon nicht sein“, dachte ich mir.

Wir wanderten weiter. Der Weg zog sich durch den Wald und irgendwie war es alles andere als erfrischend im Schatten der Bäume, sondern staubig und heiß – laut Thermometer 32°C. An einem Bach machten wir erneut Pause. Die Hitze schlauchte mich, doch zumindest das kalte Wasser war eine Erfrischung. Hier trafen wir erneut auf Wanderer, welche zwar von der Schönheit des Sunrise High Sierra Camps schwärmten aber auch vor den Moskitos warnten. Ich war noch immer zuversichtlich, dass es ein Zuckerschlecken im Vergleich zu Grönland sein würde. Manu hingegen war beunruhigt.

Wiesen unterhalb Sunrise High Sierra Camp
Wiesen unterhalb Sunrise High Sierra Camp

Der Wald wurde lichter, die Hitze nahm zu. Erste Moskitos umschwirrten mich, setzten sich auf meine Haut. Unter viel Gemecker der Hitze und Moskitos wegen kämpfte ich mich nach oben dem Ziel entgegen. Erste Wiesen blitzten durch die Bäume hindurch. Und dann endlich öffnete sich der Wald und die große Freifläche unterhalb des Sunrise High Sierra Camps lag vor uns. Eine idyllische Landschaft, Erdmännchen, huschten über die Wiese … doch dann wurde ein Schalter umgelegt:. Wir wurden von Millionen Mücken attackiert. Es war schrecklich. Wir spurteten die letzten Meter zur Campsite und bauten hastig unser Zelt auf. Zum Glück mussten wir es nicht abspannen, sondern nur die Stangen einfädeln, also nichts wie rein für meine Freundin, während ich noch schnell Wasser holte.

Mit zunehmender Dunkelheit verringerte sich die Mückenplage, so dass wir warm eingepackt in unsere Daunenjacken zu Abend essen konnten. Die untergehende Sonne färbte die umliegenden Bergspitzen rötlich. Es war ein toller Anblick und die Moskitos, welche schlimmer waren als in Grönland, gerieten in Vergessenheit.

Gegen Mitternacht schälte ich mich noch mal aus dem Schlafsack um erste Sternenaufnahmen zu machen. Dies war jedoch nur von kurzer Dauer, da immer mehr Wolken aufzogen. Ob es morgen regnen würde?

 

JMT Tag 03 – Die Jagd nach Burgern – Sunrise High Sierra Camp nach Tuolumne Meadows Campground (9,6 Meilen, 15,5 km)

Um 05:30 Uhr klingelte der Wecker nach einer Nacht, in der ich mehr schlecht als recht geschlafen hatte. Es dauerte noch eine halbe Stunde bis ich letztendlich aus dem Zelt draußen war. Keine Moskitos … noch … Wir schafften es gerade so ohne Moskitos zu frühstücken, aber bereits beim Packen unserer Rucksäcke waren die nervigen Blutsauger wieder allgegenwärtig.

Als wir den John Muir Trail unter unseren Wanderschuhen hatten konnten wir die wunderschönen Wiesen mit den quirligen Erdmännchen leider nicht genießen, denn dieser idyllische Streckenabschnitt war Moskito-Hölle pur. Diese Drecksviecher vermiesen einem einfach den ganzen Wanderspaß. Einziger Vorteil: wir kamen schnell voran. Bis wir den Cathedral Pass erreichten litt Manu unter Rückenschmerzen, so dass sie sich erstmal mückendicht verpackt auf Steinen langstreckte. Ich nutzte die ausgiebige Pause zum Fotografieren und konnte durch ständige Ortswechsel zumindest einigermaßen den Mücken entgehen. Dabei wanderte mein Blick immer wieder auf teilweise schneebedeckte Gipfel, welche in den tiefblauen Himmel emporragen. Ein wirklich schöner Anblick.

Cathedral Pass
Cathedral Pass

Gegen Mittag begann der unendlich lange, furchtbar staubige Abstieg. Die Sonne brennt und die Moskitos nerven. Als erste Anzeichen der näher rückenden Zivilisation begegneten uns immer mehr Tageswanderer, die auf dem Weg zum Cathedral Lake waren. Irgendwann konnte Manu die Moskitos nicht mehr ertragen, so dass sie ein Wanderpärchen ansprach und nach Bugspray fragte. Dick eingesprüht setzten wir den Weg fort.

Der Abstieg dauerte noch eine ganze Weile, da uns fast jeder entgegenkommende Wanderer nach der Entfernung zum Cathedral Lake fragte bzw. wie die Moskito-Situtation dort oben sei. Am frühen Nachmittag hörten wir die ersten Autos und erreichten Tuolumne Meadows. Ich war total weich gekocht von der Sonne. Zum ersten Mal zeigte das Thermometer knapp 50°C in der Sonne. Ich wollte nur noch trinken und etwas essen. Nachdem unser Zelt auf dem Backpacker Campground von Tuolumne Meadows stand spurteten wir zum ortsansässigen Grill, der Garden-Burger war ein Hochgenuß und dank kostenlosem Refill konnten wir so viel trinken wie wir wollten!

Im Laden neben dem Grill kaufte ich mir Obst und ein Moskitonetz. Auf Insektenmittel verzichteten wir, da es nur solches mit Deet gab und dies wollten wir uns und der Umwelt nicht zumuten.

Hitze
Hitze

Nachdem unser Heißhunger gestillt und alle Einkäufe in der großen Bärentruhe verstaut waren, kühlten wir uns im Fluß unweit des Campingplatzes ab und wuschen unsere verdreckten Klamotten. Bis circa 20 Uhr verbrachten wir den Tag draußen, dann wurden die Blutsauger unerträglich, so dass wir ins Zelt flüchteten. Manus Arme waren von dem ganzen Tag total verstochen und sahen aus als hätte sie die Beulenpest.

 

JMT Tag 04 – Idylle am Fluss – Tuolumne Meadows Campground nach Upper Lyll Base Camp (11,6 Meilen, 18,8 km)

Routiniert standen wir wieder früh auf. Das Thermometer zeigte 0°C. Schnell waren alle Sachen in den Wanderrucksäcken verstaut und wir machen uns auf zum Grill für ein Frühstück. Leider waren wir eine ganze Stunde zu früh dort, so dass wir auf der Wiese in der Sonne sitzend die Erdmännchen beobachteten. Um 08 Uhr gab es dann ein leckeres Frühstück bestehend aus Buchweizen-Pfannkuchen, Keksen mit Marmelade und Obst.

Pause am Tuolumne Fluss im Lyll Canyon
Pause am Tuolumne Fluss im Lyll Canyon

Mit voll gefüllten Bäuchen wanderten wir lethargisch nach dem üppigen Frühstück los. Wir folgten dem Flusslauf durch einen urwüchsigen Wald. Hinter jeder Biegung ein neuer, traumhafter Ort für eine Pause. Wir kamen aus dem „ah, oh Seufzen“ kaum heraus. Als sich der Wald lichtete und in Wiesen überging entschlossen wir uns zu einer langen Mittagspause am Flußufer, ich kühlte mich in den Fluten ab und trocknete danach in der Sonne liegend. Unsere Mittagsidylle wurde plötzlich durch auffrischenden Wind und aufziehende Wolken getrübt. Über den Bergkuppen am Horizont, dem heutigen Tagesziel, hingen tiefschwarze Wolken.

Diese Anzeichen drängten uns schleunigst weiter zu wandern um so weit wie möglich ohne Regen vorwärts zu kommen. Der Weg parallel zum Fluß war flach, wir kamen gut voran und wer hätte es gedacht, die Regenwolken verzogen sich wieder. Mit der Zeit piekste mich etwas am kleinen Fußzeh, das charakteristische Gefühl einer Blasenbildung. Ich wollte es nicht wahrhaben, sind doch meine Füße durch unzählige Laufkilometer abgehärtet. Dennoch schaute ich bei einer Pause am Kuna Creek nach und ich hatte tatsächlich eine Blase am kleinen Fußzeh. Hier sprintete zum ersten Mal Chris an uns vorbei, der mit seinem schnellen Tempo seiner Gruppe weit Voraus war.

Blick auf Berge
Blick auf Berge

Die letzten Meilen zum Upper Lyll Base Camp waren ziemlich steil aber am Abend hatten wir unser Ziel erreicht. Dieses idyllische Fleckchen mit Blick auf den Donohue Pass war – wer hätte es gedacht – von Millionen von Moskitos in Beschlag genommen. Gewappnet mit Jacke, Moskitonetz und sogar Handschuhen bauten wir unser Zelt auf und verkrochen uns schnellstmöglich. Erst als die Sonne am Horizont versank und die Bergspitzen rot färbte kamen wir wieder hervor und bereiten das Abendessen. Es war bereits dunkel, als wir uns in die Schlafsäcke kuschelten.

 

JMT Tag 05 – Hoch hinaus – Upper Lyll Base Camp nach Garnet Lake (11 Meilen, 17,7 km)

Die vergangene Nacht war kurz, denn um 01 Uhr nutzte ich das Bergpanorama für eine ausgedehnte Fotosession des Nachthimmels. Im Zelt herrschten nur 4°C und draußen frostige -4°C. Gut, dass ich in meine Daunenjacke schlüpfen konnte.
Der Morgen war recht frisch, umliegende Wasserpfützen gefroren und Grasbüschel zeigten Raureif. Perfekte Bedingungen um in Ruhe, ohne Moskitos frühstücken zu können. Bereits um 07 Uhr ging es bergauf zum Donohue Pass. Der Weg schlängelte sich den Berg hinauf und immer wieder blickten wir ins Tal zurück, welches wir gestern durchwandert hatten: ein wundervoller Anblick.
Durchs Schneefeld
Durchs Schneefeld
Nachdem wir uns durch etliche Schneefelder und über zugefrorene Bachläufe gekämpft hatten erwartete uns oben auf dem Pass ein grandioser Ausblick! Der Blick reichte kilometerweit, ein atemberaubendes Gipfelpanaorama konnten wir bewundern und in der Sonne, windgeschützt zwischen Felsen war es einfach eine entspannte Atmosphäre. So entspannt, dass uns ein paar Murmeltiere umkreisten.
Nach einer langen Pause machten wir uns an den Abstieg. Die gestrige Blase rief sich stichelnd in Erinnerung. Unbewusst muss ich meine Fußstellung verlagert haben, denn im weiteren Verlauf des Abstieges kündigten andere Fußzehen Blasen an und mein Fußballen begann zu brennen. Dieses brennende Gefühl kannte ich sonst nur vom Bahntraining wenn man ein Set an schnellen 200er oder 400er fast beendet hat.
Wir erreichten ein wunderschönes grünes Tal zwischen Donohue Pass und Island Pass. Durchzogen mit kleinen Bachläufen und vielen kleinen Seen. Der perfekte Platz für ein Mittagsschläfchen. Aufgrund der Moskitos machten wir aber nur einen schnellen Boxenstopp, so dass ich einen Blick auf meine Füße werfen konnte. Nur eine Blase am kleinen Fußzeh, der Rest meiner Füße war allerdings ungewöhnlich rot.
Nach einer gefühlten Ewigkeit durch mückenverseuchtes Gebiet erreichten wir den Island Pass. Dort machte ich ein 15-minütiges Power-Napping, denn die Hitze begann mir zuzusetzen.
Danach der zweite Abstieg des Tages. Mit jedem Schritt runter zum Thousand Island Lake wurde der Weg schmerzhafter für mich. Meine Füße brannten wie Feuer und ich war mir sicher, dass ich nun mehr als eine Blase habe. Der Thousand Island Lake macht seinem Namen alle Ehre: unzählbare Felseninseln inmitten eines großen tiefblauen Sees bannen den Blick und laden zur längeren Rast ein. Dank Wind, der einem den Sonnenhut vom Kopf fegte, war es mückenfrei. Ich schaute mir meine Füße an: Mittlerweile hatte ich 4 Blasen. Ich klebte ein paar Blasenpflaster drüber –  ich bin mir nicht sicher, ob vielleicht zum ersten Mal in meinem Leben. Manu hatte mittlerweile auch eine Blase an der Ferse aber viel schlimmer: unbemerkt löste sich ein Teil ihrer Schuhsohle ab. Trotzdem hielt sie sich tapfer!
Als die ersten von Anna Maries Gruppe den See erreichen redeten wir noch ein bißchen miteinander bevor wir weiter Richtung Garnet Lake wanderten und die anderen in den erfrischenden See eintauchten.
Thousand Island Lake
Thousand Island Lake
Es war zwar nur ein kurzes bergauf-bergabstück bis zum Lake Garnet aber mir kam es unendlich lang vor. Ich war froh als wir – früher als erwartet – um 17 Uhr das Seeufer erreichen und unser Zelt aufschlugen. Nachdem unsere Behausung stand, aufgrund des mittlerweile starken Windes zusätzlich mit Steinen gesichert, wuschen wir wieder unsere Klamotten und ich verarztete erneut meine Füße. Blase Nummer 5 hatte sich gebildet. Warum meine Füße allerdings wie Feuer brannten konnte ich mir nicht erklären.
Oberhalb von unserem Zeltplatz baute mein Namensvetter Thomas aus Dallas sein Zelt auf. Er wollte den JMT in 14 Tage durchwandern. Mir fällt fast die Kinnlade runter. Mit überdurchschnittlichem Fotoequipment ist er ausgestattet und ich frage mich wie er bei so einer straffen Marschroute Zeit hat sein Fotoequipment auch zu benutzen. Da sich sein Kochtopf verabschiedet hatte helfen wir ihm mit unserem aus.
Nachdem wir Manus Schuhsohlen notdürftig mit dem Reparaturkleber für unsere Isomatten versorgt hatten sank ich erschöpft auf der Isomatte nieder. Dennoch stellte ich mir den Wecker vorsorglich auf Mitternacht um nicht den Sternenhimmel zu verpassen.

 

JMT Tag 06 – Ein Unglück kommt selten allein – Garnet Lake nach Reds Meadow Campground (13,2 Meilen, 21,2 km)

Nach einer eisigen Nacht mit einem unbeschreiblichen Sternenhimmel waren wir wieder früh auf den Beinen. Unser heutiges Tagesziel: Red Meadows ebenfalls mit Shop und Restaurant. Wir vermuteten, dass diese ebenfalls gegen 17 Uhr schließen würden, so dass wir lieber zu früh zum Wandern aufbrachen, als vor verschlossenen Türen zu stehen.

Sonnenaufgang Garnet Lake
Sonnenaufgang Garnet Lake

Unmittelbar vom See aus mussten wir einen kleinen Anstieg bewältigen. Meine Füße fühlten sich gut an und der Ausblick runter auf den Garnet Lake in der Morgensonne verzauberte uns. Nun begann leider ein steiler Abstieg runter zum Shadow Lake. Meine Füße machten sich bereits nach wenigen Metern bemerkbar. Vom Shadow Lake ging es fast senkrecht nach oben. In Serpentinen schlängelte sich der Weg zum Glück durch schattigen Wald. Der Anstieg war zwar konditionell fordernd aber für meine Füße eine Wohltat. Nichts ist jedoch so schnell zerronnen wie einmal erklommene Höhenmeter. Nach dem Rosalie Lake begann ein knapp 8 Meilen langes Bergabstück. Mit jedem Schritt schmerzten meine Füße mehr und ich brauchte in immer kürzer werdenden Abständen eine Pause. Die Sonne brannte unerbittlich vom Himmel. Weder kann ich mich an die Landschaft dieses langen Bergabstücks erinnern noch wie und wann wir in Red Meadows am Campground ankamen. Auch meine Fotos geben nicht großartig Aufschluss denn zwischen Shadow Lake und Red Meadows finden sich nur 2 Fotos der Devils Postpiles.

Reds Meadow Devils Postpile
Reds Meadow Devils Postpile

Beim Zeltaufbau passierte mir ein Missgeschick: beim Einhämmern der Heringe mit einem Stein geriet meine Fingerkuppe zwischen Stein und Hering. Fingerkuppe und Nagelspitze waren Geschichte. Dies gab mir für den heutigen Tag den Rest: ich tobte wie ein Berserker neben dem Zelt, kickte riesige Tannenzapfen durch die Gegend und schrie meinen Unmut mit den übelsten Verwünschungen des John Muir Trails hinaus. Nachdem ich mich ausgepowert hatte sank ich mit einem Nervenzusammenbruch auf einer Bank nieder. Ich war ein Häufchen Elend.

Meine Freundin konnte mich beruhigen, baute das Zelt alleine auf und trotz meines Affentheaters schafften wir es noch rechtzeitig zum Restaurant und Shop. Zwei Garden-Burger später, literweise Sprite und 2 Schüsseln Obst war mein Gemütszustand wieder hergestellt. Thomas aus Dallas traf ebenfalls ein und zusammen mit Ivana – sie wollte den JMT in 15 Tagen beenden – quatschten wir. Kurz bevor der Laden schloss, stürmten wir rein, ergatterten den Schlüssel für eine heiße Dusche und ich deckte mich von A – Z mit Blasenutensilien ein, denn die Dusche zeigte, dass ich mittlerweile 9 Blasen hatte u.a. über einander gestapelt fast über meinen kompletten Fußballen verlaufende Blasen und unerklärlicherweise zwischen Großem- und Zeigefußzeh.

Nach der erfrischenden Dusche, welche aus mir gefühlt einen neuen Menschen machte, wurden Wunden geleckt und Wäsche gewaschen. Früh war ich im Schlafsack und stellte mir keinen Wecker für den nächtlichen Sternenhimmel.

 

JMT Tag 07 – So weit die Füße tragen – Reds Meadow Campground nach Purple Lake (14,1 Meilen, 22,7 km)

Der Tag begann mit einem Pancake Frühstück. Etwas, das ich zu Hause gar nicht als Frühstück in Betracht ziehe. Im Restaurant trafen wir all die anderen Trailbekanntschaften wieder, jeder gierte nach Kilokalorien. Zu unterschiedlichen Zeiten gingen wir in unterschiedlichem Tempo den gleichen Weg.

Unmittelbar nach Red Meadows hatte ein Sturm auf zig Quadratkilometern alle Bäume umgefegt. Es war ein grotesker Anblick.

Reds Meadow Sturmschaden
Reds Meadow Sturmschaden

Als wir Mittags am Deer Creek ankamen machten wir eine ausgiebige Pause und erzählten lange mit Tageswanderern bzw. 2 PCTlern. Die 2 Stunden, angefüllt mit äußerst interessanten Geschichten, vergingen wie im Fluge und bevor wir unsere Rucksäcke aufsattelten filterten wir noch Wasser, da es die nächsten 6 Meilen keines geben sollte. Der Weg ging immer am Berg entlang, war heiß, staubig und ewig. Wir machten wegen meinen Füßen immer wieder Pausen und erst gegen 19:30 Uhr erreichten wir unser Tagesziel den Purple Lake. Hier gestaltete sich die Zeltplatzsuche schwierig, denn ein Sturm hatte fast alle Bäume entwurzelt. Wir fanden ein kleines Fleckchen und nach einem schnellen Abendessen ging’s in den Schlafsack.

 

JMT Tag 08 – Ein langer Tag – Purple Lake nach Lake Edison Junction (15,3 Meilen, 24,6 km)

Routiniert hatten wir bereits um halb 8 die Rucksäcke geschultert und schwitzten auf Serpentinen dem Virginia Lake entgegen. Was für ein toller See. Wir genossen bei einer Pause ein zweites Frühstück.

Virginia Lake
Virginia Lake

Danach ging es meilenweit runter ins Tal nach Tully Hole. Meine Füße brannten als wir unten ankamen und ich konnte keinen Schritt vor den anderen setzen. Eingepackt in unsere Moskitoschutzpanzer (Soft- bzw. Hardshell) mit Kapuze und Mückennetz übergezogen lagen wir in der Wiese.

Nun folgte der Aufstieg zum Silverpass. Dabei piesackten die Moskitos so schlimm wie nie zuvor. Für mich und meine Füße stellten Anstiege bis jetzt kein Problem dar. Im Gegenteil, bergauf ging es meinen Füßen deutlich besser als bergab. Deshalb war ich etwas schneller als Manu unterwegs, wartete aber auf ihr Eintreffen am Squaw Lake.

Squaw Lake – ein kleines Paradies! Keine Moskitos, grünes Gras, ein malerischer See geschützt umgeben von bizarren Felsbrocken. Wir zogen uns aus, erfrischten uns im Wasser und trockneten in der Sonne. Hier hätte ich gerne den Rest des Tages verbracht, denn solch idyllische Orte mückenfrei zu erleben war uns bisher auf dem John Muir Trail verwehrt gewesen. Aber wir wollten ja noch über den Silver Pass wandern, also mussten wir weiter. Oben angekommen hatten wir einen grandiosen Ausblick. Wahnsinn wie unendlich die Bergwelt war.

Idylle Squaw Lake
Idylle Squaw Lake

Der Abstieg bis kurz vor Mott Lake war ok. Aber danach kamen unzählige Serpentinen und Furten, die eher einer Kletterpartie glichen, so dass ich mir neue Füße wünschte. Unser langer Tag ging an der Lake Edison Junction zu Ende, als die Sonne ihre letzten roten Strahlen schickte.

„Hoffentlich werden wir morgen mit einem schnellen kurzen Tag belohnt“, dachte ich mir als ich bereits im Begriff war einzuschlummern. „Dann könnten wir vielleicht sogar am Morgen das Fußballspiel Deutschland gegen USA schauen …“

 

JMT Tag 09 – Vorrunde beendet – Lake Edison Junction nach Vermillion Valley Resort (3,5 Meilen, 5,6 km)

Als wir am frühen Morgen unseren Kopf aus dem Zelt steckten, blies uns Wind um die Nase, der Himmel war wolkenverhangen und es regnete. Inmitten der Bäume an der Lake Edison Junction waren wir jedoch geschützt, so dass wir in Ruhe frühstücken konnten. Frisch gestärkt machten wir uns auf die finalen 1,5 Meilen zum Fähranleger für das Vermillion Valley Resort. Entgegenkommende Wanderer hatten uns erzählt, dass diese nur am Vormittag bis 11 Uhr verkehrt deshalb der frühe Aufbruch. Als wir das Seeufer erreichten mussten wir aufgrund des niedrigen Wasserstandes des Edison Lakes gut 1,5 Meilen praktisch auf dem Grund des Sees entlang wandern um den mit der Amerikanischen Flagge markierten Behelfs-Fähranleger zu erreichen. Wir hatten den schützenden Wald verlassen und somit schlug uns der Regen ungehindert ins Gesicht. Mit tief ins Gesicht gezogenen Kapuzen warteten wir auf die Fähre.

Düstere Regenwolken
Düstere Regenwolken

Um kurz nach 09 Uhr kamen wir am Vermilion Valley Resort an. Es war ein überaus herzlicher Empfang. Alle total nett und hilfsbereit, als hätten wir eine andere Welt betreten. Wir „checkten ein“, bauten unser Zelt auf dem kostenlosen Campingplatz auf und schauten bei einem zweiten Frühstück das WM-Vorrunden Spiel USA gegen Deutschland. Das Frühstück war vorzüglich und obwohl Deutschland gewann waren die Amis uns weiterhin freundlich gesonnen.

Auch wenn das Vermilion Valley Resort in seinem Namen Resort trägt darf man sich hier keine SPA-Landschaft vorstellen. Trotzdem war es für uns eine urige Wohlfühl-Oase. Das Essen im rustikalen, fast schon holzvertäfelten Restaurant war vorzüglich. Draußen viele Feuerstellen und Tische, so dass sich die Wanderer bequem ausbreiten konnten. Toiletten, Duschen und sogar Waschmaschinen. Was braucht man mehr nachdem man Kilometer lang durch die Wildnis gewandert ist?

Im Laden des VVR kauften wir Schuhkleber für Manus Schuhsohlen und nachdem diese repariert waren, gingen wir noch Wäsche waschen und Duschen. In der Zwischenzeit schien wieder die Sonne, so dass unser Zelt trocknete und nach einem kleinen Mittagssnack streckten wir uns auf unseren Isomatten lang und machten ein kurzes Schläfchen. Die Nachmittagssonne nutzten wir für einen kleinen Spaziergang ans Seeufer und konnten die Ausmaße des Wassermangels kaum glauben. Wenn wir beim VVR nicht auf einen Felsen geklettert wären, hätten wir das Seewasser überhaupt nicht sehen können. Die große Fähre des VVR lag bereits seit 2 Jahren unbenutzt am Seeufer und der Grund des Sees wurde mehr für Quad-Rennen genutzt, als dass Wassersportaktivitäten möglich gewesen wären.

Dirt Girl Gaiters
Dirt Girl Gaiters

Am späten Nachmittag kamen Chris und die anderen. Sie hatte es am Silver Pass voll erwischt: dank tiefhängender Wolken kaum Sicht und ein ordentlicher Sturm mit Hagel. Beim Abendessen erzählten sie ausgiebig von ihrem Abenteuer Silver Pass.

 

JMT Tag 10 – Pause – Vermilion Valley Resort

Gemütlich schliefen wir so lange wir wollten. Endlich gab es mal keinen Meilen- oder Zeitstress. Als Frühstück gab es Müsli mit frischen Früchten. Eine Gaumenfreude. Den Rest des Vormittags erzählten wir mit anderen Wanderern und gingen Gecoachen. Mittags gab’s Salat, Früchte und einen der leckersten Milchshakes, den ich bisher getrunken habe.

Sonnenuntergang Lake Edison Vermilion Valley Resort
Sonnenuntergang Lake Edison Vermilion Valley Resort

Am Nachmittag beschäftigten wir uns mit unserem Resupply, welcher wohlbehalten am VVR ankam. Wir verschenkten ein paar Sachen und tauschten z.B. Trekking-Food von Mountain House gegen anderes Essen. Gut, dass es die Hiker Barrels gab. Auf ein Nachmittagsschläfchen folgte ein frühes Abendessen und im Anschluss daran wurde es eine lange Nacht am Lagerfeuer mit Chris, Thimmy, Derik, Soraya und anderen. Hier lernten wir auch was ein SMORE ist: zwischen ein Sandwich bestehend aus Keksen und Schokolade kommt ein über dem Feuer gerösteter Marshmellow, der die Schokolade schmilzt. Eine Leckerei für Manu, jedoch nichts für mich das süße Pappzeug.

 

JMT Tag 11 –  Abschied – Vermillion Valley Resort nach Marie Lake (15 Meilen, 24,1 km)

Die Routine hat uns wieder, der Wecker klingelte 05:30 Uhr. Um 07 Uhr saßen wir bereits beim Frühstück und genossen zum letzten Mal Saft, Kaffee, Müsli, Pancakes und frische Früchte. Unsere Henkersmahlzeit sozusagen, denn die kommenden 10 Tage war Eigenverpflegung angesagt. Die Verabschiedung von anderen Wanderern und den Angestellten des VVR dauerte lange: wie schnell man Leute liebgewinnen kann. Wir werden die herzlichen Leute des Vermilion Valley Resorts vermissen. So manches Sterne-Hotel könnte solch offenes, hilfsbereites und vor allem nettes Personal gebrauchen!

Wir hatten uns entschlossen über den Bear-Ridge wieder zum John Muir Trail zu wandern. Erneut über den See fahren wollten wir nicht. Der Bear Ridge ging zunächst steil bergauf. Kein Problem für meine Füße. Der gestrige Ruhetag ist ihnen gut bekommen. Der schwere Rucksack drückt zwar etwas auf den Schultern trotzdem meistern wir nach einem flachen Teilstück auch den letzten Anstieg. Nach 3 Stunden stehen wir wieder auf dem John Muir Trail und es geht weiter zur Bear Creek Junction. Bereits beim ersten Bergabstück machen sich meine Füße bemerkbar.

Tully Hole unter uns
Tully Hole unter uns

Als wir das Tal erreicht hatten und weiter Richtung Rosemarie Meadow wanderten kamen unsere „Lieblinge“ wieder. Unglaublich viele und unbeschreiblich aggressive Moskitos fielen über uns her. Es war mit Abstand der bisher schlimmste Abschnitt des John Muir Trails. Es halfen nur lange Hose, Jacke und Moskitonetz. Bei 34 °C im Schatten wurden wir im eigenen Saft gegrillt.

Auf dem Weg zum Rosemarie Meadow mussten wir einen breiten tiefen Fluß furten. Manu versuchte es aufgrund eines „guten“ Tips entgegenkommender PCTler barfuß, rutsche jedoch auf den glitschigen Felsen aus und ich konnte sie gerade noch so am Rucksack festhalten, dass sie nicht vollständig im Wasser landete. Von da ab wanderte Manu mit einem blutig aufgeschürften großen Fußzeh und ich in triefend nassen Wanderschuhen. Auf der anderen Flußseite wechselte ich in meine Turnschuhe und weiter ging es. Der Anstieg zum Marie Lake war lang und äußerst kräftezehrend. Mit jedem Schritt verfluchte ich die unerbittlichen Blutsauger und schrie meinen Äger über sie lauthals hinaus.

Obwohl der Marie Lake eine Moskitohölle war schlugen wir hier unser Zelt auf. Der Wandertag war bereits lang genug und es war ein schöner Ort. Nach ein paar Sonnenuntergangsfotos und einem Abendessen schlüpften wir in unsere Schlafsäcke.

Sonnenuntergang Marie Lake
Sonnenuntergang Marie Lake

JMT Tag 12 – Die Entscheidung ist gefallen – Marie Lake nach Muir Trail Ranch (10,5 Meilen, 16,9 km)

Der Wecker klingelte zwar wie gewohnt früh aber wir schlummerten in unseren Schlafsäcken noch bis 07 Uhr. Ein Fehler wie sich herausstellte, denn die nimmersatten Moskitos waren bereits äußerst aktiv. Wir beschlossen unser Frühstück zu verschieben bis wir oben auf dem Selden Pass sind. Bereits nach einem kurzen Anstieg erreichten wir diesen jedoch war keine Moskitoreduzierung in Sicht. Genervt, vor allem aber hungrig löffelten wir unser Frühstück und ich verarztete meine Füße für den bevorstehenden 6 Meilen langen Abstieg.

Hätten wir nicht direkt oben auf dem Pass gefrühstückt, sondern wären ein paar Meter abgestiegen hätten wir mückenfrei frühstücken können. Aber dies merkten wir erst hinterher. Am Sallie Keyes Lake brauchte ich meine erste Pause, meine Füße brannten unerbittlich.

Der folgende Weg war recht schön: es ging entlang des Seeufers, durch Wald und Wiese. Auf den kommenden Meilen trafen wir immer wieder Derik, Timmy und Barry. So erfuhren wir auch, dass Chris sich spontan entschlossen hatte den Rest des Sommers im Vermillion Valley Resort zu arbeiten und Soraya am VVR ausgestiegen war.

Zwei lange, sehr steile Serpentinenabschnitte waren der Horror für meine Füße. Ich machte 5 Schritte und brauchte dann eine Pause. Meine Füße waren eine Mischung aus Schmerzen wie von einer Verbrennung und wie wenn etwas eingeschlafen ist und gerade das Blut wieder hineinläuft: tiefe stechende schmerzen im Bereich meiner Fußknochen und an der Fußsohle brennende Schmerzen. Ich hörte irgendwann auf unsere Pausen zu zählen. Wir brauchten für die 6 Meilen vom Seldenpass bis zur Northern Muir Trail Ranch cutoff 4:30 Std. So ging es nicht weiter. Erstens zu schmerzhaft und zweitens zu langsam denn nunmehr war klar, dass wir unser heutiges Etappenziel nicht mehr erreichen würden. Somit verloren wir unseren Puffertag und es dürfte auf den kommenden 110 Meilen nichts mehr passieren! Die Gedanken in meinem Kopf spielten Ping Pong, ich war hin und hergerissen aber letztendlich traf ich bei 32 °C im Schatten die Entscheidung den JMT abzubrechen.

Über 50 Grad Celsius in der Sonne
Über 50 Grad Celsius in der Sonne

Die vergangenen Tage habe ich immer wieder gedacht es geht, wohl eher gehofft und geglaubt, dass die Nacht zum Regenerieren ausreicht aber die letzten Stunden haben mich eines besseren belehrt: der Geist ist willig, doch das Fleisch ist schwach.

Game Over – die erste Kapitulation in meinem Leben.

Die Muir Trail Ranch, welche wir um 17 Uhr erreichten, war die letzte „komfortable“ Möglichkeit auszusteigen. Immerhin muss man von hier noch 7 Meilen bis zum Ufer des Florence Lake wandern, von wo man dann mit einer Fähre übersetzen kann zum Lake Florence Resort. Dort, so teilten uns die netten Leute der Muir Trail Ranch mit, könne man dann per Anhalter ohne Probleme nach Fresno kommen.

Ich fühlte mich weder mental noch körperlich in der Lage diese 7 Meilen noch heute in Angriff zu nehmen. Somit suchten wir uns einen Zeltplatz unweit der Muir Trail Ranch am Ufer des San Joaquin Flusses. Hier trafen wir auf die Wanderer, welche am Vorabend neben uns gezeltet hatten. Die Frau hatte sich das Knie verdreht und würde nun auch den JMT vorzeitig beenden. So schnell kann es gehen, dass man sich verletzt und ohne fremde Hilfe nicht mehr wegkommt. Wäre meiner Freundin etwas in den kommenden Tagen passiert, ich hätte ihr aufgrund meiner Angeschlagenheit nicht helfen können. Somit eine kleine Untermauerung für den Abbruch.

Nachdem wir unser Zelt aufgeschlagen hatten furteten wir den kalten Fluß und verbrachten den frühen Abend in den Blayney Hot Springs. Dort trafen wir auf Mallory und Adam, welche für den John Muir Trail 40 Tage eingeplant haben. Nachdem wir in den heißen Quellen fast völlig durchgeweicht sind verabreden wir uns mit den beiden noch zum Lagerfeuer.

 

JMT Tag13 – Zurück in die Zivilisation – Muir Trail Ranch nach Lake Forester (7 Meilen, 11,3 km)

Es gab keinen Zeitstress mehr, wir mussten nicht eine gewisse Anzahl an Meilen zurücklegen. Deshalb schliefen wir bis nach 09 Uhr. Als Frühstück gab es von Backpackers Pantry eine süße Leckerei: Quinoa-Apfel-Zimt. Super lecker! Obwohl wir am vergangenen Abend viel Essen an Mallaroy und Adam verschenkt hatten fühlten sich unsere Rucksäcke schwer an.

Weg zum Florence Lake
Weg zum Florence Lake

Nach einer Stunde machten wir an einem kleinen Fluß eine Pause und wer kam auf uns zugewandert? Es war Anna Marie mit ihrem Sohn und Freunden. Auch sie hatte sich schweren Herzens dazu entschlossen den John Muir Trail vorzeitig zu beenden. Für uns ein unglaublich glücklicher Zufall, denn sie machte uns das Angebot, dass wenn wir mit ihrem Tempo schritthalten könnten und wir die Fähre um 13 Uhr erwischen würden sie uns mit nach Fresno nehmen, da sie auf der anderen Seite des Florence Lakes ein Auto geparkt hatten. Solch eine Fügung des Schicksals ließen wir uns nicht entgehen und bissen die Zähne zusammen. Wir marschierten stramm und es war extrem hart für uns. Vor allem die letzte Meile runter zum See ging es sehr steil über glatten, rutschigen Fels. Ich dachte zwischenzeitlich meine Füße würden explodieren. Aber wir gaben nicht auf und schafften es. Glücklich aber verschwitzt, staubig und mit Schmerzen saßen wir im Boot. Am Heck spritzte das Wasser hoch und wir entfernten uns mit jeder Sekunde immer weiter vom John Muir Trail. Ich war traurig, aber auch irgendwie froh, dass nun die Zeit gekommen war, dass meine Füße heilen konnten.

Florence Lake
Florence Lake

Am anderen Seeufer trafen wir wieder auf die Frau mit der Knieverletzung und schlürften eine eiskalte Sprite. Welch ein Zivilisationssegen. Als wir unsere Füße aus den Wanderschuhen packten sahen sie furchtbar aus. Mittlerweile hatte auch meine Freundin an ihren Fersen Blutblasen. Das war der Tribut, den wir aufgrund des schnellen Tempos zahlen mussten. Aber er war es wert, denn Mike fuhr mit einem riesigen Truck vor. 6 Leute und 1 Hund fanden bequem darin Platz und auf der überdachten Ladefläche hätte neben 6 großen Rucksäcken noch ohne weiteres ein Kingsize Bett Platz gefunden.

In diesem Gefährt schaukelten wir langsam die schmale Straße entlang in Richtung Fresno. Ohne Anna Marie hätten wir keine Chance gehabt von hier wegzukommen. Es war keine Menschenseele vor Ort, die uns hätte mitnehmen können. Wir benötigten 4 Stunden bis wir in Fresno ankamen, wo uns Anna Marie aufs herzlichste in ihrem Haus willkommen hieß und uns ein Bett für die Nacht anbot. Wir waren total überwältigt. Uns wurde ein komplettes Wohlfühlpaket aus Dusche, BBQ, Bett, Waschservice und am nächsten Morgen Frühstück mit anschließendem Transfer zur Autovermietung freundlich angeboten. Unfassbar! Nach all den Strapazen und Pech, das wir während dem Trail hatten solch ein überwältigend herzliches Ende bzw. Neuanfang. Denn meine Mom schrieb mir per SMS, dass jedes Ende die Chance für etwas Neues ist … War dies nun die Chance für eine neue Freundschaft und der Beginn eines Roadtrips durch Kalifornien?

Dies soll an anderer Stelle erzählt werden …

 

Ende/Fazit

Wenn ich den John Muir Trail mit dem Arctic Circle Trail vergleiche, dann war letzterer ein Spaziergang. Essen für 11 Tage dabei, den Trail jedoch in 9 Tagen, (eigentlich 8 Tagen – letzte Nacht am Berg vor Sisimiut gezeltet) beendet.

Kein Bericht, den ich im Vorfeld über den JMT gelesen hatte, beschrieb wie heiß und mückenverseucht es auf dem Trail ist. Oder habe ich diese Berichte nur überflogen – vielleicht sogar mit einer rosaroten Brille vor Augen? Die Landschaft ist unbeschreiblich schön, aber der Wanderspaß wird durch die schier unendliche Anzahl der Moskitos sehr stark gemindert. Die Hitze mit Temperaturen über 30°C im Schatten und in der Sonne sogar Richtung 50°C (in dieser wandert man die meiste Zeit, wenn man sich über der Baumgrenze befindet) setzten mir mit jedem Tag mehr zu. Auch dies habe ich in Wanderberichten so nicht wahrgenommen. Hinzu kamen dann noch meine brennenden Füße. Warum auch immer, der JMT wurde mit jedem neuen Tag immer mehr zur Qual und die Landschaft zog unbeachtet an mir vorbei.

Für den JMT wähnte ich mich trainierter als für den ACT. Mein Rucksack war in Grönland schwerer und obwohl ich in der Bergwelt der High Sierra keine Probleme mit der Höhe hatte, streikten meine Füße und ich musste den Trail abbrechen. Eine schwere Entscheidung über die ich bis heute (6 Wochen danach) mit Wehmut nachdenke.

Nachdem ich geschrieben hatte, dass ich den John Muir Trail abbrechen musste war die Anzahl der Nachrichten, welche mich erreichten, überwältigend. Aber all diese herzlichen und aufmunternden Worte schafften es nicht meine Enttäuschung und Trauer zu beseitigen. Nichts, aber auch gar nichts konnte mich in diesem Moment trösten. Objektiv betrachtet war es wohl die richtige Entscheidung, das sagt auch mein gesunder Menschenverstand. Trotzdem hört mein Zwiegespalten-sein auch Wochen danach nicht auf „was wäre wenn die Schmerzen doch verschwunden wären oder hätte ich es mit mehr Zähne-zusammen-beißen vielleicht geschafft?“ Vor allem bin ich enttäuscht über mich, da ich meine persönlichen Erwartungen nicht erfüllt habe und somit viel vom JMT verpaßt habe. Aber auch meiner Freundin gegenüber fühle ich mich schlecht, es tut mir sehr leid, dass sie wegen mir nicht oben im Sonnenaufgang auf dem Mount Whitney stehen konnte.

Sechs Wochen später sind meine Füße noch immer gezeichnet. Die Blasen sind verheilt aber zwischenzeitlich hat sich meine Haut von Ferse bis zu den Fußzehen abgelöst. Stellenweiße so tief, dass blutige Wunden vorhanden waren und ich tagelang nicht ohne Socken laufen konnte, da die tieferliegenden Hautschichten unglaublich Temperatur empfindlich waren. Eine Erfahrung wie ich sie in den vergangenen 10 Jahren Laufgeschichte nicht durchstehen musste und ich war eigentlich immer der Meinung, dass Laufen für die Füße belastender ist als Wandern.

Trotz alledem sorgte der Abbruch des JMT für eine Erkenntnis. Was ist mir beim Wandern wichtig? Definitiv nicht die Streckenlänge und Schnelligkeit, sondern die Landschaft und das Entdecken/Erkunden. Das Etappenziel am Abend und das damit verbundene entspannen und genießen der Stunden am Zelt an einem malerischen Ort mit Essen und diskutieren des Erlebten ist mir wichtig. Gemütlichkeit und Naturnähe für die sich jeder tagsüber gemachte Schritt lohnt. Das ist für mich wandern und deshalb mache ich es. Die nächsten Wanderungen werden unter dem Motto „Zeit für Langsamkeit“ stehen, denn die traumhaften Fotos von Mallory & Adam zeigen, dass sie mit ihren 40 Tagen John Muir Trail alles richtig gemacht haben.

 

Verfolgen Thomas:

Die Natur hat mich schon immer interessiert. Unabhängig vom Alter verbrachte ich gerne Zeit draußen. Dies hat sich bis heute noch gesteigert denn ich übernachte gerne im Zelt in der Wildnis und versuche die Schönheit der Natur mit der Kamera einzufangen.

3 Responses

  1. Robert
    | Antworten

    Hallo Thomas,
    vielen Dank für den tollen Bericht, der nichts beschönigt und mir hilft mich für mein Vorhaben im nächstes Jahr gut vorzubereiten. Ich kann deine Gefühle nachvollziehen, als ich vor 5 Jahren am Stella Point ( Kilimanjaro) nur 100 m unter dem Gipfel aufgeben musste hat es auch seine Zeit gedauert bis ich diese richtige Entscheidung akzeptiert habe.
    Robert

  2. Notker
    | Antworten

    Hallo Thomas,
    die Bilder sind einfach Klasse, das müssen unglaubliche Eindrücke gewesen sein!
    Jetzt könnte unsereins auf die Idee kommen dort auch mal zu wandern (statt am Rheinsteig am Sonntag).
    Aber dann werde ich mir folgendes in Erinnerung rufen: 75 $ für eine Plastikdose (Bärenbox), Moskitos bis zum abwinken, ggfs. auch Klapperschlangen, Bären und Pumas. Blasen mit lang anhaltenden Beschwerden usw. Nichts für mich!
    Tut mir leid das Du noch am Abbruch zu nagen hast und wir Dich nicht wirklich trösten können, machst Du es in 10 Jahren halt noch mal. Hoffe Deine Füße erholen sich bald. Weiterhin alles Gute für Dich und Deine Freundin

  3. Thomas
    | Antworten

    Hallo Thomas,

    hast wieder geniale Bilder gemacht. War ja eigentlich auch zu erwarten. Wer schon mehr Bilder von dir gesehen hat weiß das.
    Hatte dir ja schon geschrieben: sieh den Abbruch nicht als Niederlage an. Es gibt noch genug Ziele und die Motive gehen auch nicht aus.
    Und das ein oder andere Panorama von eurer Reise würde ich mir gerne mal auf einem 42 Zoll-Plasma TV angucken:-)

    Gruß Thomas

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