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Totale Supermond-Mondfinsternis

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Am 27./28. September 2015 gab es eine totale Mondfinsternis. Aber keine normale, denn es handelte sich nicht einfach nur um eine Mondfinsternis bei Vollmond, sondern es war sogar gleichzeitig ein Supermond! Ein seltenes Ereignis, welches erst 2033 wieder in dieser Konstelation auftreten wird.

Zu einer Mondfinsternis kommt es, wenn die Erde einen Schatten auf den Mond wirft. Im Gegensatz dazu wirft bei einer Sonnenfinsternis der Mond einen Schatten auf die Erde. Jenachdem, ob sich der Mond im Kernschatten oder im Halbschatten der Erde befindet, kann man eine totale oder partielle Mondfinsternis betrachten.

Der Mond verschwindet dabei aber nicht völlig für das Auge des Betrachters, sondern er bekommt eine rötliche Farbe, da sich das Sonnenlicht an unserer Atmosphäre bricht und so den Mond erleuchtet. Daher spricht man auch von einem Blutmond. Früher galt dieser als böses Omen. Doch heute können wir solch ein Ereignis zum Glück angstfrei genießen.

Zeichnung Grafik Mondfinsternis
Grafik zur Mondfinsternis

Die Mondumlaufbahn ist nicht perfekt rund, sodass der Abstand des Mondes zur Erde zwischen 363000 – 406000 km variiert. Bei einem Supermond ist die Erde dem Mond am nähesten. Dadurch erscheint uns der Mond größer. Dieses Mal ganze 14 %! Dies ist natürlich kein sehr seltenes Ereignis, schließlich umkreist uns der Mond immer in der selben Umlaufbahn. Übrigens sind 14 % auch nicht gerade viel, jedenfalls erschien uns der Mond oben am Firmament nicht extrem riesig.

Dies ist auch der Grund, weshalb alle Supermondbilder meistens einen Mond nahe des Horizonts zeigen. Hier kommt es zu einer optischen Täuschung (Mondtäuschung), die zu wahrhaft gigantischen Supermonden führen kann!

Ein Supermond ist also regelmäßig sichtbar. Eine Totale Mondfinsternis dagegen ist schon seltener. Zwar nicht so rar wie eine totale Sonnenfinsternis, doch immerhin muss man bis 31.01.2018 auf die nächste totale Mondfinsternis warten. Insgesamt gab es in diesen Jahrhundert bereits 16 Mondfinsternissen.

Utah Supermond Supermoon Mondfinsternis total eclipse 2015
Der Supermond leicht verdeckt von Wolken noch rot angestrahlt von der untergehenden Sonne

Doch eine Kombination aus beidem, also eine totale Supermond-Mondfinsternis, stellt ein seltenes Ereignis dar! Kein Wunder, dass es seit 1900 erst 5 davon gab: 1910, 1928, 1046, 1964, 1982 und nun eben 2015. Wer sie verpaßt hat kann vielleicht noch auf 2033 hoffen.

Und damit noch nicht genug, die diesjährige Supermondfinsternis war auch die vierte totale Mondfinsternis einer Mond Tetrade! Die erste war am 14.04.2014, die zweite am 07.10.2014 und die dritte 03.04.2015. Davon gab es in den letzten zwei Jahrtausenden nur 50 Stück!

Genügend Gründe, uns auf den Weg an einen geeigneten Ort für dieses tolle Ereignis zu begeben! Vorraussetzungen dafür sollten sein: so wenig Lichtverschmutzung und soviel freie Sicht auf den Horizont wie möglich!

Da uns der Canyonlands National Park bereits bei unserem ersten Besuch so begeistert hatte und er beide Vorraussetzungen erfüllte, entschlossen wir uns kurzer Hand hierhin zurück zukommen, um den Mond zu fotografieren.

Hier in Utah ging der Mond bereits 19:05 Uhr auf, während die Sonne erst 19:10 Uhr unterging. Richtig dunkel war es damit natürlich nicht. Nichtsdestotrotz fieberten wir regelrecht dem Moment entgegen, an dem sich der Mond zum ersten Mal rechts der La Sal Berge zeigen würde. Die Luft um uns knisterte fast, so gespannt waren wir. Als wir dann den ersten rötlichen Schimmer des Mondes sahen stießen wir einen Seufzer aus, denn leider waren vereinzelt Wolken am Horizont zu entdecken. Aber zum Glück nicht genau dort, wo der Mond aufging.

Es war ein tolles Schauspiel den immer höher steigenden Mond zu sehen, noch rötlich angestrahlt von der untergehenden Sonne und dabei den tiefen Canyon vor uns zu haben, durch den der Colorado River fließt. Wir konnten unsere Blicke kaum vom Himmel nehmen und verfolgten jede Minute mit, in der sich der Mond immer weiter in den Kernschatten der Erde schob. Zwischenzeitlich – als die Sonne vollständig unter dem Horizont versunken war – leuchtete der Supermond in allbekannter Weise gelblich-weiß, doch mit fortschreitender Mondfinsternis wurde er immer rötlicher!

Bis um 23 Uhr waren wir bei warmen Temperaturen draußen, beobachteten die Mondfinsternis. Doch dann verdunkelten leider Wolken den Nachthimmel und es gab nichts mehr zu sehen. Unglaublich glücklich krochen wir in unseren SleeperVan und schlummerten noch immer total erfüllt von diesem Ereignis ein.

Verfolgen Thomas:

Die Natur hat mich schon immer interessiert. Unabhängig vom Alter verbrachte ich gerne Zeit draußen. Dies hat sich bis heute noch gesteigert denn ich übernachte gerne im Zelt in der Wildnis und versuche die Schönheit der Natur mit der Kamera einzufangen.

5 Responses

  1. doris
    | Antworten

    eure fotos sind wieder mal großartig !!!
    ich habe im rhein-main-gebiet um 4.30 – 5.30 auch den roten mond gesehen … wir konnten das schauspiel aber nicht fotografieren, die bilder sind nichts geworden!

  2. Hannes
    | Antworten

    Sehr cool Thomas! Gute Bilder! Wir wollen auch wieder weg;)
    Bleibt bloß noch eine Weile fort, in Deutschland wird es gerade Winter :-(

    • Thomas
      | Antworten

      Hey Hannes!

      Wo soll es denn bei euch hingehen?
      Keine Sorge, wir überwintern außerhalb von Deutschland :-D

      Viele Grüße

      Thomas

  3. Hartmut
    | Antworten

    Wir hatten es auch gemütlich und recht warm (dank warmer Decken!!) – und keine Wolken! Das war schon was ganz besonderes!
    LG
    Hartmut

  4. Werner
    | Antworten

    Durch euren Hinweis auf die Mondfinsternis haben wir das Ereignis in Florence, Oregon erleben können. Eure Bilder übertreffen aber das, was wir erleben könnten!

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