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Jahresrückblick 2015

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Ich sitze gerade in einem Hostel in Patagonien und denke über das vergangene Jahr nach, um diesen Jahresrückblick zu 2015 schreiben zu können. Über 400 Tage befinden wir uns nunmehr auf Weltreise, haben viel erlebt, sind über 900 km gewandert, haben uns verändert und fast 50000 km mit dem Auto zurückgelegt.

Damals, am Anfang von 2015, war unsere Weltreise noch jungfreulich. Etwas mehr als 2 Monate waren wir unterwegs. Machten gerade Station in Tasmanien und verbrachten Silvester in Hobart, wo wir ein schönes Feuerwerk am Hafen erlebten. Wenig später machten wir uns auf in den Norden dieser vielseitigen Insel, wo wir den Overland Track wanderten. Es war zwar eine Herausforderung dem Wetter zu trotzen aber dennoch oder gerade deswegen eine spannende Wanderung.

The Overland Track in Tasmania from Thomas Guthmann on Vimeo.

Nach Tasmanien begannen wir im Februar unsere 3-monatige Reise durch Neuseeland. Wir hatten hierfür einen SleeperVan von Spaceship Rentals gemietet, um unabhängig Neuseeland erkunden zu können. Mehr als 400 km wanderten wir durch die atemberaubende Landschaft Neuseelands und verliebten uns ganz in die Südinsel – vor allem in die Region von Wanaka.

Hier begaben wir uns auch zu einer unserer vielleicht anstrengendsten Wanderungen – hinauf zum Pylon. Ich sage nur 4 km in 4 Stunden! Doch die Aussicht war jeden einzelnen Schweißtropfen wert. Und in Wanaka begegneten wir erneut Claire und Hannes, welche wir in Tasmanien kennenlernten. Wir verbrachten eine kurze, sehr schöne Zeit gemeinsam in Wanaka und der Kontakt hält bis heute.

Auch bei der Wanderung zum Gillespie Pass fanden wir mit Gail und Graham neue Freunde. Wir verbrachten Stunden auf dem Wanderweg zusammen und überquerten reißende Flüsse gemeinsam. Die beiden luden uns äußerst herzlich in ihr Heim ein und wir verbrachten viele entspannte und vor allem interessante Tage gemeinsam in und um Nelson.

Hiking the Gillespie Pass in New Zealand from Thomas Guthmann on Vimeo.

Es fiel uns wirklich schwer unsere neu gewonnen Freunde zu verlassen. Doch, wie immer im Leben, muss es weiter gehen und so machten wir uns weiter auf den Weg. Zuviele Orte und Länder waren noch nicht entdeckt!

Nach einem kurzen Zwischenstopp in der Heimat für die Taufe von Manuelas Nichte, ging es weiter nach Nordamerika bzw. genauer ersteinmal nach Vancouver in Kanada.

Hier kauften wir unser erstes gemeinsames Auto und bauten es zu einem gemütlichen Heim auf Rädern um. So erkundeten wir den Westen Kanadas. Wir verbrachten viele Tage auf dem berühmten Icefields Parkway und wanderten den Rockwall Trail im Kootney Nationalpark.

Kanada Grasslands National Park
Bisonmütter mit ihren Kindern

An der Küste von Vancouver Island beobachteten wir Weißkopfseeadler und begaben uns auf die Suche nach Walen und Bären. In den Weiten der Prärie von Alberta und Saskatchewan fühlten wir uns wie Cowboy und Indianer, als wir uns im Grasslands Nationalpark auf die Suche nach Bisons begaben.

Dann ging es weiter nach Norden, den Alaska Highway hinauf. Hier erwartete uns eine unendlich erscheinende Landschaft und wenig Leute. So besuchten wir zum Beispiel die „Großstadt“ Keno City – Einwohner 15!

Unser Wanderherz dagegen schlug höher, als wir durch die atemberaubend schönen Landschaften des Tombstone Territorial Parks wanderten. Ebenso schlug unser Herz um einiges Höher, als sich uns ein Grizzly immer weiter am Polar Kreis auf dem Dempster Highway näherte. Doch dank Bearbanger war dies am Ende zum Glück kein Problem.

Den August verbrachten wir in Alaska. Wir besuchten den Denali Nationalpark und bewunderten den höchsten Berg der USA. Wir sahen unzählige Bären, Elche und Wale. Wir aßen frischen Lachs und schauten den Lachsen beim Wandern zu. Doch als ein früher Wintereinbruch uns mit Schnee überraschte machten wir uns schnell auf den Weg zu den Lower 48’s.

Alaska Denali Nationalpark
Ein Grizzly ganz nah

In den USA wurde unsere Route von den Nationalparks und Monuments bestimmt. Ein Park war dabei schöner als der nächste. Welcher war der schönste? Yellowstone mit seinen bunten, heißen Quellen? Arches LINK mit all den großen und kleinen Steinbögen? Wir besuchten zu viele Parks, um sie hier alle aufzählen zu können, doch in einen Nationalpark  haben wir uns wirklich verliebt: Canyonlands Nationalpark LINK. Beeindruckende Canyons aber kaum Touristen – der perfekte Ort zum Entspannen!

Insgesamt hätten wir kaum gedacht, dass dieser, eigentlich als kurzer Abstecher geplante Trip in die USA uns so gut gefallen würde! Vor allem Utah und Arizona hatten es uns angetan und wir werden auf alle Fälle noch einmal wiederkommen. Doch dann mit einem Geländewagen, um auch die Orte fernab der Teerstraßen erkunden zu können!

Und dann folgte ein Wechsel, der wohl kontrastreicher nicht hätte sein können. Wir flogen, mit kurzem Zwischenstopp in Miami, hinunter nach Südamerika ans Ende der Welt nach Ushuaia.

Argentinien Feuerland Ushuaia
Das Ende der Welt

Hier erkundeten wir die Gegend, den nahegelegenen Nationalpark Tierra Del Fuego und wanderten zur Laguna Esmeralda. Doch unser größtes Abenteuer war die Schiffsfahrt auf der MS Sea Spirit zu den Falklandinseln / Islas Malvinas, nach Südgeorgien und in die Antarktis! Damit dieser Jahresrückblick nicht zu lang wird sage ich nur: es war einmalig! Fantastisch! Phänomenal! Ein unvergessliches Erlebnis. Was für eine Natur! Was für eine Tierwelt. Es war unbeschreiblich und noch immer können wir kaum glauben, dass wir wirklich dort waren!

Die Weihnachtsfeiertage verbrachten wir im Torres Del Paine Nationalpark. Das ist wahrscheinlich eines der Dinge, die man hier in Patagonien unbedingt unternehmen muss …

Und was ist neben unserer Reise noch passiert? Neben zwei kleinen Artikeln in der Offenbach Post wurde ein großer Artikel von mir über Island im Trekking Magazin veröffentlicht. Auch das Titelbild stammt von mir. Somit wurde Manu in diesem Jahr zum ersten Mal Covergirl. Hilleberg hat wieder zahlreiche Fotos von mir in ihrem Zelthandbuch 2015 abgedruckt.

Cover Trekking Magazin 06/2015 Island
Cover des Trekking Magazins

Bereist haben wir mittlerweile sechs Kontinente und acht Länder. Wie bereits oben erwähnt haben wir und 50000 km mit dem Auto zurückgelegt und haben 85 Stunden im Flieger verbracht. Von 426 Tagen auf Weltreise hatte wir 168 Regentage (mehr als 10 Stunden nass von oben).

Am Ende möchten wir uns nochmals bei allen Leuten bedanken, die uns bei unserer Reise unterstützen! Sei es durch aufbauende Worte, mit wertvollen Tipps, durch nette Gesten wie z.B. ein Dach über dem Kopf oder durch eine kleine Unterstützung aus der Heimat.

So, das war unser Jahr 2015. Wir hoffen, unsere Reiseberichte und Fotos haben Dir das Jahr über immer wieder Freude bereitet. Wir würden uns freuen, wenn Du uns auch im neuen Jahr weiterhin virtuell bei unserer Weltreise begleitest!

Verfolgen Thomas:

Die Natur hat mich schon immer interessiert. Unabhängig vom Alter verbrachte ich gerne Zeit draußen. Dies hat sich bis heute noch gesteigert denn ich übernachte gerne im Zelt in der Wildnis und versuche die Schönheit der Natur mit der Kamera einzufangen.

4 Responses

  1. Hartmut
    | Antworten

    Hallo ihr zwei,
    das mit der Antarktis hatte ich irgendwie nicht auf dem Schirm… unser Neid sei euch sicher. Dafür reichte uns 2003 weder die Zeit noch das Geld… tolles Sache!
    Wünschen euch noch weiterhin viel Spaß auf eurer Weltreise. Wann kommt ihr eigentlich nach Schweden? :-)

    LG
    Hartmut

    • Thomas
      | Antworten

      Hey Hartmut!

      die Antarktis war ein unbeschreibliches Erlebnis und wir sind froh das es geklappt hat :-)
      Wir werden nach unserer Weltreise nach Schweden kommen. Wenn genaueres feststeht melden wir uns ;-)

      Liebe Grüße

      Thomas

  2. Hartmut
    | Antworten

    Meldet euch auf jeden Fall! Wäre nett, sich mal persönlich kennen zu lernen.

    LG
    Hartmut

    • Thomas
      | Antworten

      Hallo Hartmut!

      Machen wir gerne. :-)

      Bis dann, mit lieben Grüßen

      TM

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