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Gedanken während einer Weltreise – Ernährung

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Auf Weltreise zu sein ist Luxus. Nicht nur in finanzieller Hinsicht. Nein, ich meine eher den Luxus der Zeit. Zeit für sich, Zeit für einander und Zeit zum Nachdenken. Hier gibt es keine Arbeit, die einem am Feierabend noch beschäftigt oder wegen der man am Abend nur noch „Nichts tun“ will, da man ausgebrannt ist. Hier gibt es keinen Fernseher, der einen mit seichter Unterhaltung schnell ablenkt und Stunden seines Tages raubt.

Auch müssen wir kaum mehr Alltagsprobleme lösen, als für Essen zu sorgen und einen Schlafplatz zu finden. Damit sind wir privilegiert, denn Zeit ist schließlich etwas Kostbares, die man sich leider nicht wie das neue iPhone kaufen kann.

Der Kopf wird freier und man kann in neuen Wegen denken und Dinge hinterfragen. Nur zu oft werden wir uns Dingen bewusst, an die wir zu Hause kaum dachten.

Wir erleben viele tolle Dinge, sehen einzigartige Tiere, machen Fotos und sammeln Informationen. Und so kam eins zum anderen …

Wir sahen Schweinswalen zu, wie sie neben unserem Boot während der Waltour in Telegraph Cove jagten. Es waren wunderschöne Tiere! Schnell und sehr geschickt jagten sie den Fischen hinterher. Gleichzeitig laß man immer wieder, dass genau diese Tiere gerade auf den Faröer Insel abgeschlachtet werden – aus Tradition. Und das, obwohl die Faröer Regierung selbst davon abrät Walfleisch zu essen … Wie man sich diese alten Traditionen in unsere heutigen, modernen Zeit vorstellen muss, zeigt dieses Video sehr anschauchlich – doch vorsichtig die Realität ist nichts für schwache Gemüter!

mass slaughter of pilot whales
Das Dramatische ist, dass die Wale sehr sozial sind! Sie folgen der Leitkuh überall hin – auch in den Tod. Angehörige einer Gruppe versuchen verletzten Tieren zu helfen. Keiner wird zurückgelassen. So wird in einer Jagd schnell eine gesamte Familie und damit ein einzigartiger Genpool ausgelöscht …

Im Zuge der Recherchen las ich daraufhin folgenden Artikel, der mich sehr mitnahm, denn auch diese Eissturmvögel beobachteten wir bereits bei unserer Reise in Island. Erst war ich wütend – diesen armen, kleinen Babyvögeln wird so brutal bei lebendigem Leib der Kopf abgerissen. Dann war ich traurig. Und dann nachdenklich, denn der entscheidende Satz war:

“If I didn’t eat fulmars, I would maybe eat chickens instead. What’s the difference? I know what life the fulmars have had and I killed it myself, so nothing is hidden. And I like that. It’s better to be honest then to be dishonest about where the meat comes from.”

Und genau so ist! Es ist besser ehrlich zu sein, als alles Elend zu verleugnen. Wenn man Fleisch kauft, sollte man genau wissen, was der Preis dafür war … und damit meine ich nicht das Geld! Wie war das Leben des Tieres, wie war dessen Tod?

Wir hatten einmal eine Diskussion über Milch mit unseren Eltern und, dass dafür Kühe künstlich schwanger gehalten werden müssen. Nur habe ich dabei nicht zu Ende gedacht. Denn was soll denn ein Milchbauer mit den ganzen Kälbchen machen? Er will die Milch … die Kälber sind dabei nur Beiwerk. Wenn er z.B. 2.000 Milchkühe hat, was soll er alljährlich mit 2.000 neuen Kälbchen? Sie sind nur lästiger Abfall, den es zu entsorgen gilt.

Dies wird „gut“ gezeigt in diesem Video! Das es nichts für schwache Nerven ist, ist wohl klar. Aber wieder: so ist nun mal Jahr ein Jahr aus die Realität. Wer Milch und Käse will, der hat immer ein „Kälberproblem“, denn hier heißt es: Mensch oder Kalb.

Und die Liste lässt sich endlos beliebig fortführen, denn die Menschen waren schon immer kreativ in der Optimierung des Produktes „Tier“. Man könnte daraus ein Spiel machen, wäre es nicht zu makaber und ernst: Nennt mir das Tier – ich nenne euch die Foltermethode.

Schweine werden links und rechts in enge Gatter gedrückt, damit sie die Jungtiere nicht erdrücken können – was in der Natur dadurch verhindert wird, dass sie sich eine Art Nest bauen. Doch in dem Käfig können sie sich weder wenden noch hinlegen. Dasselbe wurde bereits früher angewandt – als Foltermethode in den KZs.

Die Qualen der Hühner sind schon lange bekannt. Dazu kommen allein in Deutschland jährlich 40 Millionen männliche Küken, die als „Abfall“ anfallen und vergast oder lebendig geschreddert werden. Daunen werden den Gänsen bei lebendigem Leib heraus gerissen, landen in unserem Schlafsack. Angora bei den Kaninchen ebenso. Und die Liste lässt sich fast beliebig verlängern.

Und nun? Ignorieren und normal weiter machen im Leben?  Das wäre wohl das Einfachste. „Veganer werden“ dagegen oftmals das einzig Herzliche und Logische, aber nichts was ich wohl durchhalten würde. Außerdem geht es, denke ich, weniger darum auf alles zu verzichten und zum militanten Tierschützer zu werden, sondern viel mehr um WERTSCHÄTZUNG!

Man muss die Produkte, die man erwirbt wertschätzen. Man muss das Lebewesen, welches dahinter steckte wertschätzen. Es darf nicht nur um billig gehen. Das dass Supermarkt-Huhn für 1,99 € kein tolles Leben gehabt haben kann sollte jedem einleuchten. Und das Tiere, die völlig gegen jede artgerechte Haltung gehalten werden gesund sind, ist auch unwahrscheinlich. Und wie gesund dieses Fleisch dann für einen ist, DAS ist die Frage … und die nächste: muss es täglich Fleisch und Käse geben?

Klar kann man nun sagen, dass früher die Leute auch immer Fleisch aßen. Alles nur neumodischer Krimskrams mit den Veganern, es geht den Menschen einfach nur zu gut etc. pp. … Aber wenn man an diese früheren Zeiten denkt, dann fällt einem etwas auf, ein entscheidender Unterschied! Damals gab es noch diese Wertschätzung von dem Tier und/oder seinen Erzeugnissen. Dann hieß es am Tisch „Iß nicht soviel, die Schweine brauchen auch noch etwas!“ und der Sonntagsbraten war noch etwas wirklich besonderes. Eben ein SONNTAGSbraten! Wurde geschlachtet, war es ein großes Ereignis! Damals wurde sicherlich nicht leichtfertig Fleisch weggeschmissen, weil man es einfach im Kühlschrank vergaß und nun leider das (magische) MHD abgelaufen ist …

Heute muss es immer Fleisch geben. Und das am besten noch billig. Man sieht nicht mehr die Arbeit die dahinter steckt und erst recht nicht das Lebewesen. Statistiken sagen, dass 18.000 (!) Kühe jährlich schwanger ins Schlachthaus gelangen, was eigentlich nicht erlaubt ist. Die ungeborenen Kälber ersticken über 20 Minuten qualvoll in der toten Mutter. Laut Statistik sind 2% der Schweine nicht richtig tot, bevor sie weiter im Schlachthaus zerteilt werden. 2% klingt nicht viel … aber man beachte wieviele Schweine jährlich allein in Deutschland geschlachtet werden! Und zwar 58.350.000! Nur Schweine! 2% entsprechen somit mehr als 1 Millionen Schweinen, welche bei Bewusstsein zerteilt werden!

Insgesamt werden pro Jahr in Deutschland 750 Millionen Tiere geschlachtet! Das macht bei 80 Millionen Deutschen gut 9,4 Tiere pro Kopf! Diese Zahl ist schierer Wahnsinn! Der durchschnittliche Fleischkonsum eines Deutschen Mannes liegt bei 7,4 Tonnen im Verlaufe seines Lebens. Ist so etwas denn normal? Will man so etwas?

Was also man nun tun? Auf Zigarettenpackungen gibt es in einigen Ländern nette Bilder drauf. Warum nicht auch auf Produkten von tierischen Erzeugnissen? Ein Bild von der Schlachtung, ein Foto von der Haltung … Das Beste denke ich ist, nachhaltig, umsichtig und mit Wertschätzung zu leben. Lieber mehr Geld für das Fleisch vom Bauernhof ausgeben und den Sonntagsbraten wieder etwas Besonderes werden lassen, als tagein tagaus Wurst, Fleisch, Käse, Milch, etc. zu konsumieren. Sei Dir bewusst, dass etwas anderes gestorben ist, damit DU leben kannst.

Oder meint ihr nicht?

Naja, jeder muss es so halten, wie er es für sich richtig hält, wie er es mit sich vereinbaren kann. Ich esse z.B. viel zu gerne Schoki, Käse oder Lachs und könnte mir kaum vorstellen vegan zu leben. Aber normalerweise sollte es doch auch anders gehen … früher ging es das doch auch!

Ich für meinen Teil will kein Supermarktfleisch mehr. Dazu habe ich zu viele schreckliche Bilder im Kopf. Zu Hause den Bauernhof zum Einkaufen aufsuchen oder den Bioladen, das ist der Plan. Selten, aber dafür hochwertiges Fleisch. Wenn jeder wenig aber bewusst tierische Produkte konsumieren würde, bräuchte man da noch diese perverse Industrie?

Ob dieser Plan für uns aufgehen wird und was daraus am Ende wird, ob Gewohnheit, Geiz oder schlicht Faulheit zu Hause in Deutschland siegen werden … das wird sich zeigen!

Was ihr aus diesem Text mitnehmt ist logischerweise eure Sache. Ob ihr es als reine Information anseht (sozusagen „aha“ und gut), daraus für euch irgendwelche Konsequenzen ziehen wollt oder was auch immer.

Auf alle Fälle solltet ihr euch die Videos aber einmal angeschaut haben, denn man sollte wissen, was man isst und was der wirkliche Preis dafür ist? Auch wenn die Augen verschließen und Unwissen der einfacherer Weg wäre?!

Ansonsten halte ich es, oder versuche es jedenfalls, nach dem Spruch: „Sei selbst der Wandel in der Welt, den Du möchtest.“

„It’s better to be honest then to be dishonest about where the meat comes from.“

Hast Du einen Beitrag verpasst kannst Du unsere bisherigen gesammelten Gedanken hier nachlesen.

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Wir sind nicht im Urlaub! Wir sind auf Weltreise! Täglich lernen wir neue Dinge, eignen uns Wissen an. Diesmal: Bewusstsein, Wertschätzung und Herzlichkeit!

Autor: Manuela

Quellen:
http://www2.leuphana.de/univativ/tierwelt-in-zahlen/
http://www.landslaeknin.fo/upload/tilmaeli_um_grind.pdf
http://www.youtube.com
http://www.wikipedia.org

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Bereits seit früher Kindheit interessieren mich Reise- und Naturdokumentationen. Ich mag es die Welt zu entdecken, in ferne Länder zu reisen und in unsere Natur mit all meinen Sinnen einzutauchen.

One Response

  1. nico
    | Antworten

    Ein Wort: LebenmittelINDUSTRIE.

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