Wandern in Norwegen – nach Kvalvika und auf den Ryten

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Vor ein paar Jahren war ich gerne Gast bei der EOFT, der European Outdoor Film Tour, und habe mich an den Videos von verschiedenen Abenteurern und Sportlern erfreut. Damals stieß ich auch auf die kurze Doku „North of the sun„. Ein Film zweier Norweger, welche die Winter-Monate an der Küste der Lofoten verbrachten und sich aus Treibholz und weiterem Müll, den das Meer an den Strand spülte, eine Hütte bauten. Diese Hütte bauten sie in der Bucht von Kvalvika. Sie überwinterten abgeschieden und wann immer es das Meer zuließ schnappten sie sich ihre Surfboards und pflügten durch die Wellen. Noch immer neugierig von dem Film wollte ich selbstverständlich den Drehort kennenlernen und als ich erfuhr, dass es auch noch einen kleinen Gipfel gibt, von dem man einen super Blick auf die Bucht hat, war ich umso mehr begeistert. Somit unternahmen wir bei unserem Roadtrip durch Nordeuropa LINK eine Wanderung nach Kvalvika und auf den Ryten.

Norwegen Lofoten Kvalvika
Für diese fantastische Aussicht wollten wir auf den Ryten

Wer uns kennt weiß, dass wir beim Wandern selten mit blauem Himmel und Sonnenschein beglückt werden. So auch dieses Mal. Nachdem wir das kleine Örtchen Fredvang passiert hatten parkten wir unser Auto am Straßenrand der 986 und wanderten los. Es herrschte leichter Nieselregen, so dass wir bereits nach wenigen Metern matschige und feuchte Füße hatten. Der Weg zur Bucht von Kvalvika führt über den Skoren, einem kleinen Buckel von 150 Metern Höhe. Die Höhe ist nicht das Problem. Dagegen verlangten die durch den Regen äußerst feuchten Steine volle Konzentration. Schließlich wollten wir nicht ausrutschen.

Norwegen Lofoten Kvalvika
Eine einsame Schaukel

Die Bucht erreichten wir nach kurzer Zeit und waren recht ernüchtert: fast jedes Erdloch war mit Müll angefüllt und überall waren Exkremente verstreut. Schleunigst ließen wir die Bucht hinter uns und begaben uns zum Aufstieg des 540 m hohen Ryten. Das Wetter wurde immer schlechter, starker Wind peitschte vom Meer her uns den Regen ins Gesicht und nach kurzer Zeit waren wir nass bis auf die Unterhose. Ferner wurde der Weg durch die Wiese immer schlammiger, so dass wir stellenweise knöcheltief im Matsch versanken. Ein paar Mal dachten wir an umdrehen bzw. mit einem mulmigen Gefühl an den Rückweg, denn bergab war das nasse Gras und der schlammige Pfad glatt wie Schmierseife.

Norwegen Lofoten Kvalvika
Manu kämpft gegen den Wind

Nach 2,5 km standen wir oben auf dem Gipfel des Ryten und der Wind war unglaublich stark. Wir konnten uns regelrecht dagegen lehnen und mussten noch immer aufpassen nicht weg geweht zu werden. Für einen kurzen Augenblick hatten wir Glück: der Regen hörte auf und ein paar Sonnenstrahlen zeigten sich. Dieser Mix aus Sonne und Wolken und der Blick runter auf die Bucht war einfach phänomenal! Das anbrandende Meer leuchtete regelrecht grün.

Norwegen Lofoten Kvalvika
Fantastische Aussicht auf die Bucht von Kvalvika

Ich weiß nicht, ob der Film zu der Popolarität der Bucht von Kvalvika beigetragen hat oder vielleicht liegt es auch an der Leichtigkeit der Wanderung zur Bucht oder daran, dass dort Leute gerne am Strand campen mit der Möglichkeit die untergehende (oder Mitternachtssonne) zu beobachten. Wie dem auch sei, trotz des schlechten Wetters war ziemlich viel los in der Bucht Kvalvika und ich denke, dass ich mich nicht aus dem Fenster lehne wenn ich schreibe, dass die Wanderung nach Kvalvika eine der bekanntesten Touren auf den Lofoten ist. Ich fand sie ok aber tausendmal besser gefallen hat mir der Ryten und die Aussicht von dort oben. Aber ich bin auch einfach ein Freund von fantastischen Aussichten.

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Die Natur hat mich schon immer interessiert. Unabhängig vom Alter verbrachte ich gerne Zeit draußen. Dies hat sich bis heute noch gesteigert denn ich übernachte gerne im Zelt in der Wildnis und versuche die Schönheit der Natur mit der Kamera einzufangen.

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