Kostenlos bzw. wild zelten in Island – gibt es ein Jedermannsrecht?

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Wie jedes Jahr werden sich wieder tausende Outdoor-Begeisterte auf nach Island machen, um dort ihren Urlaub in einer atemberaubenden, wilden Landschaft zu verbringen. Nicht Wenige werden dabei mit dem Zelt oder dem (eigenen) Wohnmobil bzw. Camper als Übernachtungsmöglichkeit unterwegs sein. Zählt ein Urlaub in Island doch nicht gerade zu den Schnäppchen. Da würde es sich doch anbieten, wenn man wenigstens bei der Unterkunft etwas Geld sparen könnte z.B. durch Wildcampen. Hierbei stellt sich jedoch die Frage, ob wild zelten bzw. wildcampen in Island überhaupt erlaubt ist, so wie man es z.B. aus anderen nordischen Ländern kennt. Gibt es in Island ein sogenanntes Jedermannsrecht wie es andere skandinavische Länder besitzen?

Das Jedermannsrecht – Fluch oder Segen?

In Finnland, Norwegen und Schweden gibt es ein so genanntes Jedermannsrecht, das die Nutzung der Wildnis regeln soll. Dies bedeutet man kann an einem Ort für ein bis zwei Nächte wild zelten, wenn man niemanden stört, der Natur nicht schadet und keinen Abfall hinterlässt. Alles muss so hinterlassen werden, wie es ursprünglich war. Für Wanderer und outdoor-begeisterte Leute sollte dieses Prinzip (leave no traces – leave nothing but footprints, take nothing than pictures) nichts Neues sein. In Island dagegen gibt es dieses Recht nicht d.h. an sich ist Wildzelten nicht gestattet. Es kann aber unter Umständen toleriert werden, doch hängt dies in extremen Maße davon ab, wie sich die jeweiligen Leute vor Ort benehmen!

Vielleicht denkt sich nun jeder, dass damit alles geklärt wäre. Schließlich würde man selbst nie irgendwelchen Müll liegen lassen, warum sollten es dann andere tun? Jeder will doch eine unberührte, schöne Landschaft genießen und wenn dies kostenlos möglich ist, um so besser! Es wäre schön, wenn es so wäre, doch lasst mich euch dazu eine kurze Geschichte erzählen:

Als ich 2011 für zwei Monate in Neuseeland war konnte man noch vielerorts mit dem Camper oder Sleepervan stehen und für einige Nächte problemlos übernachten. Als wir 2015 im Zuge unserer Weltreise für drei Monate durch Neuseeland reisten, sah die Situation bereits völlig anders aus: fast überall waren Schilder aufgestellt worden, die das Campen – egal ob mit Zelt oder Wohnmobil – unter Androhung von Geldstrafen verboten. An anderen Orten war das Übernachten nur erlaubt, wenn man ein sogenanntes „Self-Contained Vehicle“ besaß, d.h. ein Wohnmobil mit Abwassertank und portablem WC. In Gesprächen mit Einheimischen erfuhren wir, dass zusätzlich auch neue Gesetze bzgl. des Wildcampens eingeführt wurden. Wieso das alles? Ganz einfach: zu viele Orte, an denen es zuvor erlaubt war wild zu campen wurden von den Nutzern vermüllt und verschissen zurück gelassen.

Die Geister, die ich rief

Island hat in den vergangenen Jahren sehr viel Werbung für sein Land gemacht, um den Tourismus anzukurbeln. Entsprechend viele Leute sind mittlerweile unterwegs. Vor allem das Campen ist gerade sehr in. Es hat fast den Anschein, als wäre Island das neue Neuseeland, so viele junge Leute sind mit kleinen Campervans unterwegs. Es gibt sehr viele Parkplätze und Picknickplätze. Leider hat es Island trotz steigender Besucherzahlen versäumt hier zumindest Plumpsklos aufzustellen. Man ist weiterhin auf Tankstellen oder Restaurantklos (und deren Öffnungszeiten) angewiesen, welche bei weitem nicht so zahlreich sind wie Rastplätze. Dank dem Fehlverhalten und der fehlenden Anzahl an öffentlichen Toiletten sieht es hinter vielen Steinen, Mauern und vor allem rund um Rastplätze im wahrsten Sinne des Wortes beschissen aus. Klar, hier hat Island etwas versäumt, aber letztendlich ist es immer der Tourist, der aktiv die Entscheidung trifft: „Ich gehe jetzt hinter die nächste Ecke“ oder „werfe meinen Müll jetzt hier einfach hin“.

Noch gibt es in den skandinavischen Ländern das Jedermannsrecht. Doch auch Norwegen überlegt seit neuestem aufgrund stetig zunehmender Besucherströme das Jedermannsrecht – nun, nicht abzuschaffen aber zumindest einzuschränken. Auch hier ist es wieder einmal der altbekannte Grund: Menschen, die sich nicht an die Regeln halten, andere Leute stören, aber vor allem Dreck und hinter jedem Stein Klopapier hinterlassen.

Nicht alles was man machen kann sollte man auch tun

Wie bereits erwähnt gibt es kein Jedermannsrecht in Island. Doch vielerorts wird das wilde Zelten unter Umständen toleriert. Sollte man es deshalb auch tun? Islands raue Landschaften sind fragil. Ein Fussabdruck in den sensiblen Moospolstern kann über Jahre hinweg sichtbar bleiben. Möchtest Du am Fuße eines Wasserfalls eine Müllhalde vorfinden? Hinter jedem Stein einen Klopapierhaufen entdecken? Nein!? Wir und viele andere bestimmt nicht. Daher: auch wenn das Wildcampen in seltenen Fällen toleriert wird, such Dir einen Campingplatz. Davon gibt es unzählige auf Island und viele liegen sogar richtig idyllisch. Eine Übersichtskarte über die verschiedenen Zeltplätze findest Du hier und mit der Campingcard kannst Du nicht nur die Natur schützen, sondern dabei sogar noch bares Geld sparen.

Vielleicht ist das für den einen oder anderen ein Anreiz, nicht sein Zelt in unberührter Landschaft aufzuschlagen. Und wenn ihr es doch tut, dann bitte: nehmt euren Müll wieder mit. Benutzt wenn möglich ein öffentliches Klo und lasst auch kein Klopapier rumliegen. Und nein, ein Steinhäufchen darauf bauen zählt nicht als „ordnungsgemäße Entsorgung“. Ich hoffe sehr, dass wir alle unseren Teil dazu beitragen, dass es in Island nicht so ablaufen wird wie es in Neuseeland bereits geschah und, dass es auch in Zukunft noch das Jedermannsrecht in anderen skandinavischen Ländern geben wird. Die Handlungen der Touristen tragen hierzu aktiv bei.

Update 10. Juni 2016:

Zwei Wochen sind wir mittlerweile in Island unterwegs. Ein guter Zeitpunkt mit aktuellen Informationen zum Wildzelten aufzuwarten.

Dank tausender Touristen, welche sich – sanft ausgedrückt – scheisse verhalten ist die Tolleranz der Isländer sehr gering was wildes zelten angeht. Grund hierfür sind die Hinterlassenschaften der Camper in Form von Exkrementen, den dazugehörigen Klopapierhaufen und weiterer Müll. Hinzu kommt, dass viele Camper die Zeche prellen. Will heißen, dass sie spät auf dem Campingplatz erscheinen und diesen früh wieder verlassen oder in 200 m Entfernung vom Campingplatz stehen und fürs Klo und zum Duschen diesen aufsuchen. So berichtete uns ein Campingplatzbetreiber. Wir haben es aber auch schon selbst gesehen.

Die Konsequenz ist, dass sehr viele Camping-Verboten Schilder aufgestellt sind bzw. in den Touri-Infos von Olafsvik bzw. Grundarfjördur Zettel hängen, dass laut Polizei Paragraph Nr. 5 (so, oder so ähnlich war die Vorschrift, ich hätte ein Foto machen sollen) das Zelten außerhalb von Campingplätzen verboten ist. Entsprechend oft haben wir Polizeipräsenz gesehen, die bis spät in die Nacht patrouillierte.
Viele Isländer verstehen es nicht, dass Touristen nach Island kommen um die dortigen Naturschönheiten zu entdecken und dabei genau diese Verschmutzen und durch ihr Verhalten zerstören. Verständlich, oder!?
Darum sei an dieser Stelle nochmals ausdrücklich auf die Campingcard für Island hingewiesen. Diese rentiert sich bereits ab 14 Nächten für eine Person bzw. 7 Nächte bei zwei Personen (bei einem Durchschnitts-Campgroundpreis von 1100 ISK und viele sind teurer) und je öfter man sie benutzt, desto mehr Geld spart man. So kosteten uns die Zeltplätze für 28 Nächte nur 2 Euro pro Person! Dafür gab es ein Klo und oft noch eine Dusche, Kochmöglichkeiten und WiFi.
Camping ist wirklich nicht das teuerste an einem Islandurlaub. Also sei kein Frosch, nutze die vorhandenen Möglichkeiten und schone Islands wilde Schönheit.

Update 04. Juli 2016:

Am Dynjandi Foss in den Westfjorden hatte ich Gelegenheit mit dem dortigen Gemeinde-Chef zu reden. Er beklagte es sehr, dass die Touristen nicht ihren Müll bei sich behalten können. Er muss täglich zum Wasserfall fahren und kehrt mit 1 – 2 Müllsäcken zurück. Abfall, den Touristen dort einfach hinschmeißen.

Als wir dort waren, wurden gerade Camping-Verboten Schilder aufgestellt. Er erklärte mir, dass dies immer weiter und in absehbarer Zeit in Island flächendeckend der Fall sein soll, da die Natur zu stark geschädigt wird. Sein Hauptproblem neben dem achtlos weggeschmissen Müll ist, dass viele Reiseführer schreiben, dass campen am Dynjandi Foss erlaubt sei. Was nun aber nicht mehr der Fall ist. Bis die Reiseführer ihre Auflage aktualisieren kann es aber noch dauern. So, dass der Gemeinde-Chef täglich Reisende wegschicken muss.

Und jetzt an Dich: wie ist Deine Einstellung zum Wildzelten? Was hast Du für Erfahrungen gemacht wenn Du dein Zelt in der Wildnis Europas aufgeschlagen hast?

Verfolgen Thomas:

Die Natur hat mich schon immer interessiert. Unabhängig vom Alter verbrachte ich gerne Zeit draußen. Dies hat sich bis heute noch gesteigert denn ich übernachte gerne im Zelt in der Wildnis und versuche die Schönheit der Natur mit der Kamera einzufangen.

13 Antworten

  1. Big Kahuna
    | Antworten

    Leider wird hier vollkommen verkannt, dass manche Menschen die Zelten gehen, freie Natur um sich herum haben wollen. Daher kommt ein Campingplatz absolut nicht als Lösung in Betracht – da er nämlich das romantische Gefühl des Zeltens gänzlich zerstören würde.

    Stattdessen sollte es hohe Strafen geben für solche welche die Umwelt verschmutzen. Wie man an Singapur sieht wirkt das – die Stadt strahlt vor Sauberkeit! Als Strafe könnte man auch einführen, für mehrere Monate die Insel reinigen zu müssen. Notdurft sollte man dort verrichten wo es möglichst wenige stört, hinter einem Busch beispielsweise, wobei Kot biologisch abbaubar ist – dieser zersetzt sich vollkommen in annehmbarer Zeit.

    Das Problem der Verschmutzung ließe sich lösen, wenn der politische Wille da wäre. Ich befürchte aber dass die Isländer Geld durch Touristen machen wollen und deshalb gegen das freie Zelten sind, weil ihnen dadurch beträchtliche Einnahmen entgehen.

    Ich werde jedenfalls im August in Island wild zelten gehen und damit ein schönes Sümmchen sparen. Natürlich werde ich die Umwelt dabei sauber halten.

    • Thomas
      | Antworten

      Leider sind es nur die wenigsten Menschen, die es wegen der freien Natur machen und der Zelt-Romantik. Die meisten machen es – um es mit deinen Worten auszudrücken – um ein schönes Sümmchen zu sparen. Die Wertschätzung der Natur bleibt bei diesen Sparern auf der Strecke.

      Ich stimme dir voll und ganz zu, dass auf überfüllten Zeltplätzen alles andere als diese Romantik aufkommt.
      Ebenso hast Du mit deinen Strafen recht. Neuseeland hat Strafen eingeführt. Allerdings ist es äußerst bedauerlich, dass Menschen nach Island kommen wegen der wundervollen Natur und dann genau diese mangels Wertschätzung zerstören.
      Kot baut sich ab, ja. Lockt jedoch Wildtiere an, die daran erkranken können.

      Verständlich, dass die Isländer Geld durch Tourismus machen wollen. Aber letztendlich ist es der Tourist, der sich aktiv dafür entscheidet und die Handlung ausführt seinen Müll zu entsorgen, wo es gerade passt, in die Wildnis hinter den nächsten Busch zu scheissen oder die Zeche an Campingplätzen zu prellen.

      It only takes one set of footprints for thousands to follow.

      • Miguel
        | Antworten

        Hi Leute

        ich finde eure Gedanken zum Thema Natur sehr interessant. Ich bin auch gerne in Skandinavischen Ländern unterwegs und zelte in der Wildnis.
        Für mich war es jedoch immer selbstverständlich das absolut nichts an Müll zurrückgelassen wird, und Notdurft immer zusammen mit dem Klopapier vergraben wird.
        Auch ich werde dieses Jahr nach Island reisen und dort wildcampen. Meiner Erfahrung nach passieren solche Polizeikontrollen meistens an Strassen oder auf öffentlichen Parkplätzen. Da ich so oder so nicht neben Strassen und dergleichen zelte, glaube ich nicht daran da draussen in der Wildnis einen Polizisten anzutreffen.

        Selbstverständlich werde ich der Natur in keinster Weise Schaden zufügen!

        Falls jemand Erfahrung mit Wildzelten in Island hat (ob gut oder schlecht) würde ich mich riesig über ein kleines feedback hier in den Kommentaren freuen

        Grüsse aus der Schweiz
        Miguel

  2. Tim
    | Antworten

    Interessanter und nachvollziehbarer Artikel den ich gerade Lese, da es am 2. Okt losgeht – per Minicamper einmal um die Insel. Gerade stelle ich fest, dass sehr viele Campingplätze zum 30. Sept. schließen. Wir haben uns den Oktober ausgesucht, da dann hoffentlich wieder etwas Ruhe bei Isländern und Natur eingekehrt ist. Aber natürlich frage ich mich, wie das mit dem „Wildcamp-Verbot“ und geschlossenen Campingplätzen funktionerT?

    • Thomas
      | Antworten

      Hallo Tim!

      Viel Spaß in Island. Wird sicherlich weniger Touritrubel sein als im Sommer.

      Falls Du dich für Polarlichter interessierst: die Vorhersagen sind für Anfang Oktober gut. Infos zum Fotografieren von Polarlichtern findest Du HIER.

      Viele Grüße

      Thomas

    • Leo
      | Antworten

      Hallo Tim,
      vor der gleichen Frage stehe ich auch, da wir ebenfalls einen Camper mieten wollten und eigentlich auf Campingplätzen nächtigen wollten, diese allerdings wie du sagst fast alle ab dem 30. September geschlossen sind.

      Falls ihr dennoch mit einem Mini Camper letzten Oktober durch Island getuckert seit, würde ich mich freuen, wenn du vielleicht kurz Zeit hast, um zu erzählen wie ihr das letztenendlich geregelt habt 🙂 das wäre sehr hilfreich!
      Natürlich freue ich mich auch über jegliche andere Meinungen dazu 🙂

      Liebe Grüße
      Leo

  3. Elena
    | Antworten

    Lieber Thomas,

    lieben Dank für den interessanten und hilfreichen Artikel. Wir fahren im August für vier Wochen mit unserem Camper nach Island – und leider wir bisher nur viele widersprüchliche Infos gefunden, was das Campen angeht. Deswegen war dein Artikel hier eine wirklich prima Zusammenfassung. 🙂
    Dass die Isländer dem wilden Campen immer kritischer gegenüberstehen, ist schade – aber schwer verständlich. Gefühlt liest man jeden Tag neue Geschichten von Touristen, die sich kolossal daneben benehmen. Und klar, letztlich macht es auch die Masse. Wenn sich einer hinterm Busch erleichtert, mag das OK sein – wenn es 30 tun, sieht das natürlich anders aus.

    Vielleicht hat jemand von euch ja aber auch schon Erfahrung mit reinem „Übernachten“ gemacht? Sprich: Was ist akzeptiert, wenn man – aus welchen Gründen auch immer – es einmal nicht bis zum nächsten Campingplatz schafft? In anderen Ländern darf man ja durchaus mal über Nacht auf einem Parkplatz stehen bleiben, um die Fahrtüchtigkeit wiederherzustellen. Also abstellen, pennen, weiterfahren – ohne jetzt die Markise und sämtliche Campingmöbel aufzubauen. Wird so etwas in der Regel akzeptiert? Oder wird hier kein Unterschied gemacht?
    Viele Grüße
    Elena

    • Manuela
      | Antworten

      Hallo Elena!

      Schön, dass Dir unser Artikel helfen konnte. Wir hoffen, ihr werdet eine wunderbare Zeit in Island verbringen!
      Wie die Regeln bzgl. der Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit in Island sind, kann ich Dir leider nicht sagen.
      Ob man das sozusagen als Ausrede nehmen kann, um dennoch wild zu campen, möchte ich mit folgendem Text beantworten:

      THE ICELANDIC PLEDGE

      I pledge to be a responsible tourist.

      When I explore new places,
      I will leave them as i found them.

      I will take photos to die for,
      without dying for them.

      I will follow the road into the unknown,
      but never venture off the road.

      And I will only park where i am supposed to.

      When I sleep out under the stars,
      I’ll stay within a campsite.

      And when nature calls,
      I won’t answer the call on nature.

      I will be prepared for all weathers,
      all possibilities and all adventures.

      Übrigens kann man dieses Versprechen hier http://www.inspiredbyiceland.com/icelandicpledge/ abgeben.

      Viele Grüße
      Manuela

      • Elena
        | Antworten

        Hallo Manuela,
        lieben Dank für deine Antwort. 🙂 Nur, dass das nicht falsch ankam: Wir hatten keinesfalls nach einer Ausrede gesucht, um dennoch wild zu campen – es war jetzt wirklich nur für „den Fall, dass…“. Kann ja immer mal was sein – von der Reifenpanne bis keine Ahnung was. 😉 Ist uns woanders auch schon mal passiert.
        Und zu Island wir haben jetzt einfach so viele verschiedene Aussagen zu dem Thema gelesen (und auch die Website der Umweltbehörde hatte für uns noch Fragen offen gelassen), da war man etwas ratlos. Ich bin mir aber sicher: Vieles lässt sich auch bestimmt vor Ort klären. 🙂

  4. Klaus
    | Antworten

    Guten Tag an alle!
    Wir sind gerade den 30. Tag auf Island mit unserem Wohnmobil unterwegs und bleiben noch bis zum 15.8.2017. In der ganzen Zeit waren wir eher zufällig zweimal auf einem Campingplatz.
    Wir haben an den Plätzen an denen Verbotsschilder standen nicht übernachtet, aber ansonsten überall zum Übernachten gestanden. Wir haben damit keinerlei Probleme gehabt. Es wird also toleriert.
    Unsere Erfahrung ist, dass der Besuch von Campingplätzen eher aus wirtschaftlichen Gründen gewünscht ist. Es geht hier weniger um den Schutz der Natur.
    Übrigens, wenn die Touristen werbemäßig bearbeitet werden zu kommen, wäre es sicherlich sinnvoll an den touristischen „Hotspots“ kostenlose Entsorgungeinrichtungen zur Verfügung zustellen.
    Insgesamt müssen wir feststellen, dass die Isländer mit ihrer Gastfreundschaft deutlich zulegen könnten. Ein Führer mit dem wir auf einem Gletscher waren, fasste das wie folgend zusammen: “ Die beschäftigen uns nur (er ist Österreicher), damit sie nicht selbst mit den Touristen reden müssen.“
    Trotzdem, die Natur hier ist großartig.
    Herzlicher Gruß an alle von Klaus

    • Thomas
      | Antworten

      Hallo Klaus,

      vielen Dank für deine aktuellen Infos.

      Sehe ich das richtig, dass ihr aufgrund eures Wohnmobils komplett autark seid!? Also Toilette und Wasser/Abwasser an Board habt?

      Viele Grüße

      Thomas

  5. Klaus
    | Antworten

    Guten Abend Thomas,

    ja, wir sind autark und haben ca. 200 l Frischwasser, 150 l Grauwassertank und ca. 150 l Fäkalientank an Bord.
    Es gibt einen großen LPG Tank mit ca. 90 l Gas der Heizung, Kühlschrank, Herd und heißes Wasser für Dusche und Wasserhahn versorgt. Außerdem haben wir eine Gefrierbox mit -20 Grad dabei, wobei der Strom dafür solar erzeugt wird. Der Grund dafür ist, dass wir beide angeln. Und an manchen Tagen gibt es ziemlich viel Fisch, den wir dann einfrieren.
    Unser WOMO ist jetzt 42 Jahre alt und hat ein H-Kennzeichen; ist also ein ziemlich altes Schätzchen.

    Herzlicher Gruß Klaus

    PS.: Im Moment stehen wir direkt am Wasser im Hafen von Borganes und werden auch heute Nacht hier bleiben.

  6. Steffen Panitz
    | Antworten

    Ich bin seit ca. 10 Jahren mit dem Kajak in Schweden und Norwegen unterwegs. Campingplätze nutze ich dabei lediglich als Startpunkt, um entspannter den Urlaub beginnen zu können. Meine Erfahrungen sagen mir, dass z.B. Plätze, die nur vom Wasser aus zu erreichen sind, meist absolut sauber verlassen werden. Plätze, die auch per Auto ansteuerbar sind, sind häufig vermüllter.
    Wir haben immer Mülltüten dabei und nehmen auch von anderen hinterlassenen Müll mit. Das fällt uns nicht leicht, da wir oft tagelang keine Ortschaften ansteuern…
    Man kann die Welt nur mit kleinen Schritten verändern😊 und Jeder sollte dazu sein Gewissen befragen.
    ..und, liebe Caravanfreunde und gelegentliche Camper: der Spaten gehört auch zur Ausrüstung!!
    Die Paddler muss ich aber auch etwas kritisieren: Geht bitte auch mal ein paar Meter weiter, um trockenes Holz zu holen! ..und lasst lebende Bäume stehn! Dies gilt besonders für Inseln und für nördliche Gebiete.
    Liebe Grüße
    Steffen

    P.S. Ein Jahr war ich mal in Litauen paddeln. Wir haben dort fast jeden Tag 1 großen Müllsack gefüllt, nur um unsere Zelte hinstellen zu können.
    Auch dort waren diese Plätze immer per Auto erreichbar…

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