In den Straßen von El Chalten

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El Chalten – das steht für Wandern, Klettern und berühmte Berge wie den Cerro Torre (3128 m) und Fitz Roy (3359 m). Ein kleines, verschlafenes Örtchen, das sich in der Hauptsaison zu einem quirligem Basecamp für Wanderer und Kletterer verwandelt. Ob es hier wirklich so zugeht wie im Basislager des Mount Everest verraten wir Dir in diesem Artikel.

El Chalten, das ist ein kleiner Bergort auf der argentinischen Seite Patagoniens und umfaßt gerade einmal knapp 2000 Einwohner. Trotzdem ist der kleine Ort ein Begriff für jeden Wanderer und Kletterer. Grund dafür sind die Bergmassive des Cerro Torre und des Fitz Roy, die direkt vom Ort aus erreichbar sind.

Die Bergmassive thronen so prominent über der Stadt, dass diese auch ihren Namen von den Bergen hat. „El Chalten“ ist nämlich der Tehuelche Indiandername für den Fitz Roy und bedeutet soviel wie „Berg in Flammen“ oder auch „Rauchender Berg“. Trotzdem sollte man sich von dem Namen nicht irre leiten lassen, da der Fitz Roy kein Vulkan ist! Vielmehr bezieht sich die Bezeichnung auf den Gipfel des Berges, welcher die meiste Zeit immer tief in Wolken gehüllt ist.

Argentinien El Chalten
Wie schwer dieser Trekkingrucksack wohl ist?

Die Berge sind aber nicht nur Namensgeber der Stadt sondern auch ein Touristenmagnet, denn durch selbige entwickelte sich das verschlafene Örtchen zum Mekka für Wanderer und Kletterer. Kein Wunder, dass der Ort somit fast ausschließlich vom Tourismus lebt und sich selbst „Capital Argentina del Trekking“ – die Wanderhauptstadt Argentiniens – nennt.

Eine tägliche Busverbindung bringt einen mehrfach am Tag innerhalb von nur 3 Stunden von El Calafate nach El Chalten. Die Straßen sind in der heutigen Zeit asphaltiert und der Ort damit leicht für jedermann erreichbar.

Oft haben wir daher im Vorfeld gehört, dass der Ort völlig überlaufen sei von Touristen, Wanderern und Kletterern. Manch eine Beschreibung klang dabei, als ob sich der gesamte Ort im Sommer in ein riesiges Zeltlager dem Basecamp des Mount Everest gleich verwandeln würde. Wir waren auf alles gefasst …

Als wir El Chalten mit dem Bus früh am Tage erreichten, waren die Straßen … leer. Keine Touristenhorden, keine Zeltstadt. Einfach nur ein kleines, verschlafenes Örtchen mit gepflegten Straßen voller Holzstatuen. Sofort fühlten wir uns pudelwohl.

Wir suchten uns problemlos ein Zimmer in einem ruhigen Hostel – denn trotz Vorwarnungen hatten wir nichts vorher reserviert – und erkundeten die Stadt. Es gab eine Hauptstraße, die sich durch den Ort schlängelte. Diese war gesäumt von kleinen Restaurants, Brauerein und Bäckereien. Hier gab es alles was das hungrige Wanderherz nach einem langen Tag brauchte.

Vorallem zwei Läden hatten es uns dabei sehr angetan: die kleine Bäckerei „La Nieve“, in der es wunderbar duftende, frische Backwaren und Empanadas gab und der Eisladen „Domo Blanco“, in dem es das beste, hausgemachte Eis gab, das wir seit Wanaka in Neuseeland aßen!

Argentinien El Chalten
Äußerst leckere Eissorten

Nie war die Stadt überlaufen und strahlte immer eine gewisse Ruhe und Gemütlichkeit aus. So verbrachten wir die nächsten Tage bei besten Wetter mit den Tageswanderungen zum Cerro Torre und dem Fitz Roy. Doch das ist eine andere Geschichte, die Du hier LINK nachlesen kannst.

Nur eines noch: El Chalten hat uns ausgesprochen gut gefallen. Es ist ein kleiner Ort fernab ohne zu großen Trubels und die Wanderungen hier fanden wir persönlich schöner als die viel gelobte Wanderung im Torres Del Paine Nationalpark LINK. Und die Aussichten, welche man hier hat stehen der vom Torres Del Paine in Nichts nach. Gerne wären wir hier noch länger geblieben!

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Bereits seit früher Kindheit interessieren mich Reise- und Naturdokumentationen. Ich mag es die Welt zu entdecken, in ferne Länder zu reisen und in unsere Natur mit all meinen Sinnen einzutauchen.

7 Antworten

  1. Stefan
    | Antworten

    El Chalten: ein wunderschönes Nest 🙂
    Wie der Berg „rauchend“ Nachts aussieht: http://showmetheworld.de/blog_details_ice_and_granite drittletztes Bild 🙂

    • Thomas
      | Antworten

      Hi Stefan,

      deine Aussage ist absolut passend!
      Dein vorletztes Foto mit der Milchstraße ist hammer!

      Viele Grüße

      Thomas

  2. Stefan
    | Antworten

    Danke!

    Klicke sehr gern durch Deine tollen Fotos 🙂

    Viele Grüße, Stefan

  3. Hartmut
    | Antworten

    Da hat sich aber ganz schön was verändert seit unserem Besuch 2003… http://4aufeinenstreich.se/fotogalerie/fotogalerie-amerika/fotogalerie-patagonien-2003/ – damals gab es keine asphaltierten Straßen, die Busfahrt dorthin war die Hölle… es gab kaum Restaurants oder Cafés, überhaupt war es nicht so gemütlich, wie auf euren Fotost.
    Aber trotzdem hatte der Ort schon damals eine faszinierende Stimmung, war wirklich recht verschlafen, obwohl sich damals schon Kletterer und solche wie wir tummelten. Kann euch nur beipflichten, dass die Tageswanderungen traumhaft waren. Wir hatten auch Glück mit dem Wetter, das von Tag zu Tag besser wurde. Ich würde da sehr gerne nochmal hin und die Gegend meinen Kindern zeigen.

    Weiterhin viel Spaß auf eurer Reise.
    LG
    Hartmut

    • Thomas
      | Antworten

      Hi Hartmut,

      vieles hat sich in den vergangenen 13 Jahren in Patagonien verändert. Manches zum Guten, manches zum Schlechten.
      Wenn ich es denn irgendwann mal schaffe den Wanderbericht zum Torres del Paine fertig zu stellen bin ich auf einen Kommentar von Dir gespannt.

      Viele Grüße

      Thomas

  4. anton
    | Antworten

    Hallo..

    Ich würde gerne den john muir trail im Sommer (august) 2016 versuchen. Ich (m.34.sportlich) bin auf der suche nach mitstreitern. Ich finde nur kommerzielle Anbieter aus den USA (3400$). Das ist eher nicht mein Fall! Kann mir jemand einen Tipp geben oder fühlt sich jemand angesprochen!? Dankend liebe grüße. Anton

    • Thomas
      | Antworten

      Hallo Anton,

      für deine Planung zum John Muir Trail klick Dich bitte durch unseren Planungsartikel.
      Mitstreiter kannst Du z.B. über Facebook in entsprechenden JMT-Gruppen finden. Aber auch ohne eine explizite Suche von Mitwanderern wirst Du auf dem John Muir Trail nicht allein unterwegs sein. Nach ein paar Tagen hat man genug Trailfreunde, die man täglich trifft.
      Mehr über unsere JMT-Erfahrungen hier: http://www.thomasguthmann.de/tag/john-muir-trail/

      Viele Grüße

      Thomas

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