Durch die Tolminer Klamm

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Seit Tagen regnete es fast ununterbrochen. Die Flüsse waren angeschwollen und hatten ihren türkisfarbenen Glanz verloren, da viel Erde und Pflanzenmaterial mitgeschwemmt wurde. Tiefhängende Wolken versperrten uns die Sicht auf die Berggipfel. Wir wetterten gerade auf einem Campingplatz unweit von Tolmin, dem Camp Vili, ab. Eine kurze Regenpause nutzten wir zum Start in die circa zwei Kilometer nördlich von Tolmin gelegene Tolminer Klamm.

Slowenien Tolmin Klamm
Die Tolminka fließt durch eine grüne Schlucht

Den Ausgangspunkt für den kleinen Spaziergang auf einem gut ausgebauten Rundweg durch die Klamm erreicht man über das Dörfchen Zatolmin. Wer nicht so gute Nerven hat kann auch zu Fuß zum Ausgangspunkt gelangen, denn mit dem Auto muss man einer äußerst schmalen Asphaltstraße folgen, die nur wenige Ausweichbuchten bietet, so dass man auch mal hundert Meter oder mehr zurücksetzen muss, wenn Gegenverkehr herrscht.

Am Startpunkt angekommen entrichteten wir die üblichen 5 € pro Person als Eintrittsgebühr. Vom Kassenhäuschen führt der Weg leicht abfallend zum Fluss hinab und man erblickt als erstes die Vereinigung von Tolminka und Zadlaščica. Mit Hilfe einer kleinen Brücke gelangten wir auf die andere Seite, wo sich der Rundweg fortsetzt.

Slowenien Tolmin Klamm
Zusammenfluss von Tolminka und Zadlaščica

Wir folgten zuerst dem Weg, der parallel zum Fluss Tolminka verläuft. Die Schlucht wurde immer enger und der Pfad führte sogar durch einen kleinen Tunnel. Das Rauschen des Flusses wurde immer lauter, von Zeit zu Zeit lediglich übertönt durch ein ratterndes Geräusch. Wir befanden uns direkt unter der Teufelsbrücke, welche 60 m über uns ab und zu von Autos genutzt wurde, die dabei das Rattern verursachten. Schließlich mündete der Weg in eine Sackgasse. Hier sollen warme Thermalquellen mit um die 20°C in den eiskalten Fluss sprudeln. Jedoch war die Tolminka derart aufgewühlt und grau, dass wir nichts von Thermalquellen erkennen konnten.

Wir drehten um und gingen den gleichen Weg zurück, denn nun wollten wir uns den Abschnitt der Tolminer Klamm anschauen, welcher parallel zum Fluss Zadlaščica verläuft. Der Regen hatte mittlerweile deutlich an Intensität gewonnen und der Pfad war übersät mit Pfützen. Wir verfielen in eine hüpfende Gangart, um unsere Füße noch nicht vollends durchzuweichen.

Slowenien Tolmin Klamm
Der Regen hat wieder deutlich zugenommen und das Wasser rinnt die Felswände runter

Dieser Abschnitt der Schlucht ist etwas breiter und deutlich zugewachsener. Wir fühlten uns an einen verwunschenen Wald aus einem Märchen- oder Fantasiefilm erinnert und, da der Fluss nun ein gutes Stück von uns entfernt war, sorgten die auf die Blätter fallenden Regentropfen für eine atmosphärische Untermalung. An einer Stelle steckt ein Felsbrocken in der Schlucht und schwebt so regelrecht über dem Fluss. Dies erinnerte mich sehr an Norwegen und den Kjerag. Auch dieser Abschnitt endete in einer Sackgasse, so dass wir den Pfad nahmen, welcher sich den Berghang emporwindet, um auf eine kleine Straße zu kommen, die Zatolmin mit Zadlaz Čadrg verbindet.

Nachdem wir aus der Schlucht empor gestiegen waren, folgten wir dem Verlauf der oberhalb gelegenen Straße zur Dante Höhle. Der Beginn war vielversprechend: kleiner Eingang, nach wenigen Metern wurde der Gang immer niedriger und der Boden dank des Wassers rutschig. Wir schalteten unsere Stirnlampen ein und … Verdammt, ein Eisentor versperrte uns den Weg. Hätten wir mal besser einen Blick in den Reiseführer geworfen, denn dort steht, dass die Erkundung der Höhle nur mit einer Führung möglich ist. Also wieder umdrehen und zurück.

Den Abschluss des Rundweges durch die Tolminer Klamm bildete die 60 m hohe Teufelsbrücke, welche wir bereits beim Start unseres Spaziergangs, aus der Schlucht heraus, gesehen hatten. Die Brücke besteht aus großen Holzplanken und breite Fugen zwischen ihnen lassen erahnen, wie tief es nach unten in die Schlucht geht. Wer nicht schwindelfrei ist schaut vielleicht besser nicht nach unten.

Slowenien Tolmin Klamm
Blick hinab von der Teufelsbrücke

Bis auf zwei weitere Personen waren wir die einzigen, die sich bei diesem schlechten Wetter die Tolminer Klamm ansahen. Obwohl wir durch den Regen nicht in den Genuss des türkisfarbenen Glanzes der Flüsse kamen war die Tour durch die Tolmin Klamm sehr interessant. Auf jeden Fall bin ich jetzt derart neugierig, so dass ich die Klamm auch mal bei sonnigem Wetter erleben möchte.

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Die Natur hat mich schon immer interessiert. Unabhängig vom Alter verbrachte ich gerne Zeit draußen. Dies hat sich bis heute noch gesteigert denn ich übernachte gerne im Zelt in der Wildnis und versuche die Schönheit der Natur mit der Kamera einzufangen.

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