Kurztrip nach Rügen

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Da wir zum Geburtstag meines Vaters nach Berlin fuhren, entschieden wir uns spontan zu einem kleinen Kurztrip ans Meer. Schließlich ist es von Berlin aus nur noch ein Katzensprung bis an die Ostsee. Wir waren bereits auf Usedom und auf Darß gewesen, sodass wir uns dieses Mal für Deutschlands größte Insel entschieden. Und damit meine ich nicht Mallorca sondern Rügen. 3 Tage wollten wir auf der Insel verbringen. Das ist zwar nicht sehr viel Zeit aber für einen kleinen, ersten Eindruck ok. Außerdem sind wir nicht so die Strandmenschen und wollten nicht tagelang am Meer rumhängen.
Wie bereits erwähnt gilt Rügen sowohl was die Fläche als auch was die Bevölkerungszahlen anbelangt als Deutschlands größte Insel. Gut 70.000 Einwohner leben auf Rügen und vor allem in den Sommermonaten kommen Abertausende Touristen noch einmal hinzu. Dabei ist die Insel gerade einmal 41 km breit und 52 km lang, sodass man Rügen leicht mit dem Auto oder dem Fahrrad erkunden kann.

Rügen Kreidefelsen
Blick von Königsstuhl
Da wir die Natur lieben, entschieden wir uns für einen Naturcampingplatz im Nationalpark Jasmunden. Der Nationalpark beherbergt einen gewaltigen Buchenbestand und es befinden sich hier auch Rügens berühmte Kreidefelsen mit dem Königsstuhl. Beides führte dazu, dass der Nationalpark Jasmunden 2011 zum UNSECO Weltnaturerbe erklärt wurde. Für uns war der kleine Naturcampingplatz eine gute Wahl. Er lag am Waldrand und das einzige, was man abends hörte waren die unzähligen Vögel, die in den alten hohen Bäumen zwitscherten. Auf den Feldern sah man abends das Wild und in der Ferne das Meer und den Leuchtturm von Kap Arkona.

Rügen
Blick aus unserem SleeperVan
Vom Campingplatz war es ein kurzer, gerade einmal 3 km langer Spaziergang zum berühmten Königsstuhl. Der Buchenwald, durch welchen wir liefen war sehr beeindruckend. Die Bäume waren alt und riesen groß. Der gesamte Wald war lichtdurchflutet und nur wenige Menschen begegneten uns auf unserem Weg. Dafür hörten wir umso mehr Vögel. Natürlich begaben wir uns ins Nationalpark-Zentrum Königsstuhl aber dies stellte sich – jedenfalls für uns – eher als Flop heraus. Der Eintritt ist mit 8,50 € pro Person sehr teuer, vor allem, wenn man eigentlich nur auf die Aussichtsplattform möchte. Und von dieser Plattform hat man nicht wirklich eine tolle Aussicht. Klar, man ist 118 m hoch und kann in die Ferne schauen aber die Kreidefelsen sieht man von hier nicht wirklich. Sofern man etwas gut zu Fuß ist, sollte man daher lieber dem Höhenuferweg nach Sassnitz folgen. Von hier hat man zum einen eine tolle Aussicht auf den Königsstuhl an sich bzw. zum andern später auch auf die gesamte Kreidefelsen-Küstenlinie.

Rügen Königsstuhl
Blick auf den Königsstuhl
Wir folgten dem 8 km langen Höhenuferweg bis nach Sassnitz. Zuerst blieben wir oben und wanderten gut 4 km durch den wunderschönen Buchenwald. Immer wieder eröffneten sich einmalige Aussichten auf die Kreidefelsen Rügens. Dank des kalkhaltigen Gestein krochen Dutzende Schnirkelschnecken an den Buchenstämmen impor und erreichten so Schwindel erregende Höhen.

Rügen Kreideküste
Die Kreideküste
Als es dann die Möglichkeit gab zum Strand abzusteigen (der Abstieg beim Königsstuhl selbst ist aufgrund von Abbruchgefahr gesperrt), wanderten wir die letzten 4 km am Strand entlang. Noch zu gut hatte ich die Kletterpartie an Seilen aus meiner Kindheit in Erinnerung, doch in der heutigen Zeit bestand der Abstieg zum Glück aus gut befestigten, breiten Treppen. Am Strand hielten wir natürlich, wie es sich gehört, Ausschau nach Bernstein und Hühnergöttern. Nur letztere fanden wir zu Hauf aber wir verzichteten darauf sie alle einzusammeln und erfreuten uns nur während des Laufens an ihnen. Der Weg über den steinigen Strand und in der prallen Sonne war um einiges anstrengender als der Höhenuferweg. So waren wir froh, als wir nach 1,5 Stunde in Sassnitz ankamen. Da unser Bus noch nicht abfuhr, genossen wir eine gute Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen zusammen mit einer wundervollen Aussicht auf das Meer. Dummerweise hatte ich mich im Fahrplan verschaut (man beachte als Sommer- und Ferienfahrplan genau), sodass wir unseren Bus verpaßten. Der nächste Bus würde erst in 2 Stunden wieder fahren. Doch das war zum Glück kein Problem. Wir fuhren einfach wieder zum Königstsuhl, denn hierher fahren die Busse viel häufiger, und wanderten einfach die 3 km durch den Wald zurück.

Rügen Kreideküste
Am Strand entlang der Küste
Am Tag unserer Abreise machten wir noch einen Abstecher nach Binz bzw. besser gesagt zum Naturerbe Zentrum Rügen. Hier gibt es einen wunderschönen gut 1,25 km langen und barrierefreien Baumwipfelpfad. Der Pfad mündet in einer 40 Meter hohen Aussichtsplattform – dem Adlernest – von dem man auf 82 m ü. NN eine fantastische 360° Aussicht über die Insel und das Meer genießen kann. Bei gutem Wettee kann man sogar bis nach Stralsund schauen oder, mit etwas Glück, die heimischen Seeadler beobachten. Am Ende des Pfades wartet noch ein sehr informatives und interaktiv gestaltetes Naturzentrum auf einen. Dieser Abstecher hatte sich wirklich gelohnt und ist wirklich empfehlenswert für Jung und Alt.

Baumwipfelpfad Binz
Blick in das innere des Adlerhorsts
12 Stunden Fahrt später waren wir wieder daheim. Die Autobahnen um Hamburg sind verkehrstechnisch echt ein Graus. Aber davon haben wir uns unsere Stimmung nicht vermiesen lassen. Schließlich lagen ein paar wundervolle Tage hinter uns. Es muss eben nicht immer die große Reise sein, um etwas Tolles zu erleben.

Verfolgen Manuela:

Bereits seit früher Kindheit interessieren mich Reise- und Naturdokumentationen. Ich mag es die Welt zu entdecken, in ferne Länder zu reisen und in unsere Natur mit all meinen Sinnen einzutauchen.

Eine Antwort

  1. Sandra
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    Hi Manu,
    habe mit meinem Göttergatten so ziemlich das Gleiche gemacht…naja, die Wanderung zumindest, nicht das campen. Da wurden durch Deine Schilderungen wieder schöne Erinnerung wachgerufen. Die Wanderung unten am Strand entlang über die sehr groben Steine war schon damals extrem beschwerlich. Den schönen Baumwipfelpfad gab es da leider noch nicht. Wir hatten auch noch das Glück, die Wissower Klinken bewundern zu dürfen. Und der Wald war wirklich toll, auch wenn einem als nicht geübtem Wanderer (sprich Couchpotato) die Entfernungen eher noch weiter vorkamen. Vielleicht machen wir das nochmal, wenn unsere Kurze in die „Wanderjahre“ gekommen ist.
    Liebe Grüße nach Rodgau
    Dein Dich liebendes Schwesterlein

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