Die schönsten Wasserfälle von Island

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Wenn es eins gibt in Island, dann sind es unzählige Wasserfälle. Darunter finden sich einige der wohl bekanntesten wie Gulfoss, Dettifoss, Hraunfoss und viele mehr. Sicherlich kann man wochenlang damit zubringen die Wasserfälle Islands zu entdecken und erkunden. Nachfolgend eine kleine Auflistung der von uns besuchten Wasserfälle in Island und welche wir am schönsten fanden.

Gullfoss

Der sicherlich berühmteste Wasserfall von Island ist der Gullfoss zu Deutsch der goldene Wasserfall, welcher in der Abendsonne seinen Name Ehre macht. Das Wasser der Hvita stürzt sich in zwei Stufen 32 m in die Tiefe. Auf dem Golden Circle liegend wird er in der Hauptsaison von tausenden Touristen angefahren.

Island Wasserfall Gullfoss

Alafoss

Ein kleiner süßer Wasserfall in einer Seitenstraße der Ringstraße 1 in Mosfellsbær. Das Städtchen war einst Zentrum der Wollindustrie, so ist es nicht verwunderlich, dass die Álafosskvos Wollfabrik neben dem Wasserfall liegt.

Island Wasserfall Alafoss

Faxifoss

Der Faxifoss liegt vor den Toren von Reykholt und wird sicherlich von den meisten Touristen, die auf dem Golden Circle unterwegs sind, links liegen gelassen.

Island Wasserfall Faxifoss

Hraunfoss

Als schönster Wasserfall in Island gilt der Hraunfoss. Das Wasser fließt unter dem Lavafeld Hallmundarhraun entlang, tritt aus der Lava hervor und ergießt sich in mehreren Stufen in die Hvita.

Island Wasserfall Hraunfoss

Dynjandi

Der Dynjandi Wasserfall (auf deutsch „der Dröhnende“ oder auch „der Tobende“) ist einer der schönsten Wasserfälle Islands für uns! Er ist mit seinen 100 Metern der höchste Wasserfall der Westfjorde. Besonders schön ist seine breit aufgefächerte Form – so ist er oben „nur“ 30 Meter breit, unten jedoch 60 m. Und nicht nur der Dyanjandi macht diesen Ort so sehenswert sondern die gesamte Umgebung, die unter Naturschutz steht. Neben dem Hauptwasserfall bildet der Dynjandisá noch fünf weitere kleine Wasserfälle (Hundafoss, Göngufoss, Háifoss, Úðafoss, Bæjarfoss), bevor er in den Borgarfjördur mündet.

BITTE BEACHTET:
Wie bereits erwähnt, steht das Gebiet um den Dynjandi unter Naturschutz. In vielen Reiseführern steht, dass man hier wild campen dürfte. Das ist falsch! Das Camping ist hier offiziell verboten, auch wenn es ein WC und Bänke gibt. Es fällt hier einfach zu viel Müll an, sodass die Gemeinde das Camping verbieten musste. Wir empfehlen euch unseren Artikel über das Wildcampen in Island.

Island Dynjandi Wasserfall

Glymur

Der Glymur ist ein weiterer Wasserfall in Islands Westen. Bis 2011 galt der 196 m hohe Wasserfall als höchster Wasserfall Islands bis er vom Morsárfoss (227 Meter) abgelöst wurde. Man erreicht den Wasserfall, der Abseits der Ringstraße 1 liegt, nur mittels einer 2-3 stündigen Wanderung. Doch die teils etwas steile und abenteuerlich wirkende Wanderung in die grüne Schlucht – so quert man den Fluss auf einem Baumstamm mit einem Drahtseil – lohnt sich, denn die Aussicht vom bzw. auf den zweithöchsten Wasserfall Islands ist sagenhaft und unzählige Eissturmvögel fliegen über und unter einem.

Island Glymur Wasserfall

Hengifoss

Bleiben wir bei den großen Wasserfällen von Island. Der Hengifoss im Osten Island nahe der Stadt Egilsstadir am See Lagarlfjót ist mit 118 Metern der vierthöchste Wasserfall Islands. Eine kurze Wanderung, die stetig bergauf führt, bringt einen diesem Naturschauspiel ganz Nahe. Hier stürzt der Hengifossá die Lavafelsen hinab, die mit Lehmschichten, welche durch Eisenoxid rötlich gefärbte sind (Tephra), durchzogen sind. Die bunten Felsen bilden einen schönen farblichen Kontrast zu den weißen tobenden Wassermassen des Hengifoss.

Island Hengifoss Wasserfall

Litlanesfoss

Auf dem Weg hinauf zum 450 m hochgelegenen Hengifoss passiert man den Wasserfall Litlanesfoss. Er ist weniger bekannt dafür aber nicht weniger schön, denn hier stürzt der Fluss Hengifossá wunderschöne Basaltsäulen hinab. Wenn man also schon hier ist, sollte man diesen kleinen Wasserfall keineswegs ignorieren.

island-die-schoensten-wasserfaelle-litlanesfoss

Seljalandsfoss

Der Seljalandsfoss im Süden Islands ist wohl mit einer der bekanntesten und meist-fotografierten Wasserfalle Islands. Das liegt zum einen an seiner günstigen Lage direkt an der Ringstraße 1, zum anderen an seiner Schönheit. 66 Meter stürzt sich hier der Fluss Seljalandsá imposant in die Tiefe. Das Besondere hier ist, dass man hinter den Wasserfall gehen kann – mit ausreichend Regenkleidung ein einmaliges Erlebnis. Von hier erhält man eine ganz besondere Perspektive. erst recht, wenn vor dem Wasserfall die Abendsonne golden am Horizont versinkt.

Island Seljalandsfoss Wasserfall

Gljúfurárfoss

Geht man den Weg von Seljalandsfoss weiter, so gelangt man zu einem ganz besonderen Wasserfall nämlich dem Gljúfurárfoss. Sein Name bedeutet so viel wie „Schluchtenbewohner“ und der Name ist Programm: Der Weg führt am bzw. durch ein kleines Flüsschen hinein in eine Schlucht. Hier steht man in der Gicht des tosenden kleinen Wasserfalles, der vor einem in die Schlucht stürzt. Ein ganz besonderes Naturschauspiel aber nur, wenn man keine Platzangst hat, denn hier in der Schlucht gibt es nicht übermäßig Platz und mit vielen Touristen kann es etwas voll werden.

BITTE BEACHTET:
Der Campingplatz ist nicht weit entfernt und nur 500 Meter weiter am Seljalandsfoss gibt es ein sauberes Klo. Nutzt dieses doch bitte auch! Neben dem Haupteingang zum Gljúfurárfoss gibt es einen kleinen Blindgang. In diesen haben wir leider zuerst reingeschaut und mussten erschreckend feststellen, das dieser als Klo missbraucht wird. Überall lag Papier und anderes mehr … wirklich kein schöner Anblick und so etwas von unnötig und respektlos. Ihr wollt doch auch nicht, dass euch jemand vor die Tür schei***, oder?

Island Gljufurarfoss Wasserfall

Skógafoss

Folgt man vom Seljalandsfoss der Ringstraße 1 weiter gen Westen erblickt man bald einen weiteren leicht erreichbaren und berühmten Wasserfall Islands: den Skógafoss. Der Wasserfall wird durch den gleichnamigen Fluss Skógá gespeist, der hier 60 Meter in die Tiefe stürzt. Eine Treppe führt hinauf zum Beginn des Wasserfalls. Wenn man dem Fluss noch weiter ins Landesinnere folgen möchte, wird man noch viele unzählige weitere Wasserfälle entdecken. Am besten geht man den Weg gleich bis nach Landmannalaugar, denn hier am Skógarfoss beginnt/endet der berühmteste Wanderweg Islands, der Laugavegur, der einen über den Pass Fimmvörduháls und vorbei am Eyjafjallajökull führt. Bei unserer Wanderung des Laugavegur 2012 konnten wir hier noch durch dampfendes Lavagestein laufen!

Island Skogafoss Wasserfall

Godafoss

Ein weiterer Touristenmagnet ist der Godafoss – der Götterwasserfall. Diesen Namen erhielt er nicht aufgrund seiner göttlichen Schönheit – obwohl es wahrlich mit einer der schönsten Wasserfälle ist – sondern, weil hier um 1000 n. Chr. der Gode Þorgeir, nach der Übernahme des Christentums, die letzten heidnischen Götterbilder in den Wasserfall geworfen haben soll. Dieser beeindruckende Wasserfall stürzt sich hier in einer 30 Meter breiten Kaskade über eine hufeisenförmige Lavasteinkante und bietet einem damit eine ganz besondere Kulisse. Dank mehrere Wege und Brücken ist der Wasserfall leicht von allen Seiten zugänglich.

Island Godafoss Wasserfall

Aldeyarfoss

Aufgrund des schlechten Wetter konnten wir den berühmten „schwarzen Wasserfall“ Svartifoss im Skaftafell-Nationalpark im Süden Islands nicht besichtigen. Doch das war nicht schlimm, sahen wir doch seinen großen (und vielleicht auch beeindruckendereren) Bruder, den Aldeyarfoss. Wie auch der Svartifoss stürzt der Aldeyarfoss über eine Wand aus schwarzen Basaltsäulen 20 Meter in die Tiefe. Damit ist er zwar nicht so hoch wie der Svartifoss aber breiter. Der Aldeyarfoss wird aus dem selben Fluss gespeist wie der Godafoss – dem Skjálfandafljót. Der Wasserfall befindet sich im isländischen Hochland am nördlichen Ende der Sprengisandur-Hochlandroute. Um zu dem Wasserfall zu gelangen muss man gut 4 km F-Piste fahren, die nur für 4×4 Fahrzeuge mit großer Bodenfreiheit geöffnet ist.

Island Aldeyarfoss Wasserfall

Hrafnabjargafoss

Folgt man der Sprengisandur-Piste weitere 3-4 km landeinwärts, so erreicht man einen weiteren Wasserfall, den Hrafnabjargafoss. Hier stürzen Wassermassen tosend durch eine wilde Landschaft aus Gestein und Geröll. Der Wasserfall ist weniger spektakulär als der Aldeyarfoss, doch trotzdem einen Abstecher wert. Vor allem, da man diesen Wasserfall meist völlig für sich allein genießen kann in dieser fast unberührten und wilden Natur. Island pur, sozusagen.

Island Hrafnabjargafoss Wasserfall

Dettifoss

Der Dettifoss im Nordosten Islands ist ein Wasserfall der Superlative, denn er ist nicht nur der mächtigste Wasserfall Islands sondern auch der leistungsstärkste Wasserfall Europas. 85 Megawatt Leistung setzen hier die Wassermassen um, während sie gut 45 Meter in die Tiefe stürzen und das auf einer Breite von 100 Metern. Der Wasserfall ist von beiden Seiten aus mittels Straßen und Wegen erreichbar und diente dem Schiene-Fiction Film Prometheus (2012) als Kulisse.

Island Dettifoss Wasserfall

Selfoss

Nur wenige hundert Meter vom Dettifoss entfernt befinden sich flussaufwärts ein weiterer Wasserfall, der Selfoss. Der Fluss Jökulsá á Fjöllum stürzt hier 10 Meter in die Tiefe, um dann wenig später auch den Dettifoss hinab zu stürzen. Mit dem tosenden Wassermassen seines großen Bruders kann er natürlich nicht mithalten. Aber wenn man schon mal hier ist, sollte man diesen kurzen Abstecher ruhig mit einplanen.

Island Selfoss Wasserfall

Gluggafoss

Den Gluggafoss, manchmal auch Merkjáfoss genannt, fanden wir eher per Zufall, denn der Wasserfall liegt etwas abgelegen von der Ringstraße 1 an der 261. Hier stürzt der fotogene kleine Wasserfall über zwei Terrassen gut 45 Meter in die Tiefe bevor der Fluss Merkjá als sanftes Flüsslein unter einer kleinen Brücke hindurchfließt. Dank eines Weges kann man dem Wasserfall ganz nah kommen und hat ihn meistens für sich ganz allein. Seinen Namen, der auf deutsch Fensterwasserfall bedeutet, hat der Gluggafoss, da sich sein Wasser mehrere Tunnel und „Fenster“ durch das weiche Gestein grub. Als 1947 der Vulkan Hella ausbrach wurde das Gebiet unter 20 cm Vulkanasche begraben. Die Asche sammelte sich im vertikalen Tunnel des Wasserfalls an, sodass dieser fast völlig mit Asche gefüllt war und es gut 50 Jahre dauerte, bis all die Asche wieder vom Wasser abtransportiert werden konnte.

Island Gluggafoss Wasserfall

Kirkjufellfoss

Der Kirkjufellfoss, zu deutsch Kirchen Berg Wasserfall, ist weder der schönste noch der beeindruckendste Wasserfall Islands und trotzdem wird jeder Islandreisende diesen Wasserfall schon einmal auf einem Foto gesehen haben oder gar selbst ein Foto davon machen. Wieso? Na weil im Hintergrund des Wasserfalls der gleichnamige Berg Kirkjufell liegt! Und dieser Berg, zusammen mit seinem kleinen Wasserfall im Vordergrund, sind das wohl fotogenste und damit meistfotografierte Motiv Islands.

Island Kirkjufellsfoss Wasserfall

Bjarnafoss

Fährt man die Straße 54 südlich auf der Snæfellsness Halbinsel entlang entdeckt man den Bjarnarfoss, den Bärenwasserfall, direkt an der Straße und nicht weit von einer weiteren Sehenswürdigkeit entfernt, der Búðakirkja, einem sehr beliebten Fotomotiv. Der Wasserfall ist mittels eines kleinen Weges gut zu erreichen. Er bildet zwei Stufen aus und fällt insgesamt fast 80 Meter in die Tiefe. Das interessante an diesem Wasserfall ist seine exponierte Lage, die meistens dazu führt, dass das Wasser des Falles in sanften Nebelschwaden über den gesamte Felsen getragen wird.

Island Bjarnafoss Wasserfall

Öxarárfoss

Der Öxarárfoss in der Almannagjá, der Ällmännerschlicht, wird aus dem Fluss Öxarár gespeist und befindet sich in Thingvellir National Park auf dem berühmten Golden Circle. Vermutlich wurde der Wasserfall künstlich angelegt, damit die Wasserversorung bei der alljährlich stattfindenden Versammlung des Althing gewährleistet war.

Island Golden Circle

Und jetzt die Frage an Dich: welcher Wasserfall in Island hat Dir besonders gefallen?

Verfolgen Thomas:

Die Natur hat mich schon immer interessiert. Unabhängig vom Alter verbrachte ich gerne Zeit draußen. Dies hat sich bis heute noch gesteigert denn ich übernachte gerne im Zelt in der Wildnis und versuche die Schönheit der Natur mit der Kamera einzufangen.

4 Antworten

  1. Benjamin Kessler
    | Antworten

    Moin.

    Der aller schönste und für mich aufregendste Wasserfall war der Seljalandsfoss ( http://leckermojito.de/seljalandsfoss-atemberaubend-schoen-im-sonnenuntergang ).

    Klar sind die großen Wasserfälle imposant, aber man kommt nicht so nah heran wie an diesen. Wenn man hier am Seljalandsfoss ganz nah mit Regenjacke unten am Becken steht und fast in den Wasserfall reingreifen kann weil er so nahe ist, spürt man erst mal gewaltige Kraft des Wassers: der Boden zittert leicht unter den Füßen und man wird förmlich angezogen durch den Sog. Unglaublich diese Kraft so nahe und pur zu spüren. Zum Glück waren bei uns nur wenige Leute da und gegen Ende des Sonnenuntergangs waren wir ganz alleine. Ein Erlebnis, welches ich nie vergessen werde!

    Gruß

    Benjamin

    • Thomas
      | Antworten

      Hey Benjamin!

      Ich muss unbedingt mal diesen Post updaten. Aber irgendwie zerrinnt mir die Zeit zwischen den Fingern.

      Wir werden auch einen Post über unsere Top 3 oder Top 5 Wasserfälle in Island machen. Dein Favorit der Seljalandfoss ist nicht dabei. Nichtsdestotrotz ist dein Foto im rötlichen Schein der Sonne toll. Bei uns waren schon viele Leute untertags.
      Warst Du auch beim Glijufrabuifoss in der Schlucht neben dem Seljalandfoss?

      Am besten haben mir Aldeyjar- und Hradnabjargafoss gefallen. Beide in der Nähe vom Godafoss auf der F26.

      Viele Grüße in die Heimat

      Thomas

  2. Benjamin Kessler
    | Antworten

    Nein, bei dem Glijufrabuifoss waren wir leider nicht. Von dem wusste ich zu der Zeit noch nichts.Die Bilder im Netz sind wahnsinnig toll, vor allem mit der Schlucht.
    Imposant fand ich noch den Skógafoss, auch in der Nähe des Seljalandsfoss.
    Tolle Aussicht von oben!

    Ich musste immer erstmal googeln nach den Wasserfällen die du erwähnst, ich kann mir die Namen doch nicht merken 😉

    Die großen massiven Wasserfälle fand ich natürlich auch schön aber am meisten beeindruckt haben mich die Kleinen an die man ganz nah herankommt. Diese unglaubliche Kraft so zu spüren….unbeschreiblich!

    Gute Reise noch!

    Benjamin

    • Thomas
      | Antworten

      Hallo Benjamin!

      Die großen Wasserfälle haben uns weniger gefallen. Sie sind nur aufgrund ihrer Größe und ihrer Gewalt beeindruckend.

      Schöner sind da die kleinen, filigranen. Am besten noch in einer schönen interessanten Landschaft.

      Viele Grüße

      Thomas

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