Erfahrungsbericht Reisestativ Sirui T-025X Traveler Light Carbon

Erfahrungsbericht Reisestativ Sirui T-025X Traveler Light Carbon

Bei meinen vergangenen Reisen zwischen Costa Rica und Neuseeland hatte ich bisher ein sehr kompaktes und leichtes Stativ von Hama dabei. Nach fast jeder Reise war dies allerdings defekt, so dass ich es reklamiert habe und ein neues bekam. Letztendlich war ich davon so genervt, dass ich mir ein Stativ von Manfrotto aus Carbon und einen passenden Kugelkopf kaufte. Mit der Haltbarkeit war ich zufrieden aber bei einem Gewicht von 1,4 kg plus sperriges Packmaß war es nicht sehr angenehm dieses Stativ bei Wanderungen durch Island oder Grönland dabei zu haben. Bei unserem Winterurlaub in Tromsø und der Fotografie von Polarlichtern leistete es vorzügliche Dienste. Nichtsdestotrotz schaute ich mich nach einem kompakteren und leichteren Stativ um, vor allem deshalb, da ich Mitten in der Planung des John Muir Trails stecke.

Ich entdeckte dabei ein kleines und leichtes Stativ von Sirui und zwar das Reisestativ Sirui T-025X Traveler Light Dreibeinstativ aus Carbon.

Der Hersteller gibt das Stativ mit einer Arbeitshöhe von bis 1,3 m an, bei einem Gewicht von 0,8 kg und einer Belastbarkeit von 6 kg. Ich habe das Stativ mit Kugelkopf inkl. Tasche und Carabiner nachgewogen und komme auf ein Gesamtgewicht von 1 kg. Somit ist das Stativ samt Tasche, die ich recht nett finde und sich bequem über der Schulter tragen lässt, knapp 30 % leichter als mein Manfrotto Stativ und vor allem das Packmaß ist deutlich reduziert: kaum größer als eine 1 L PET Wasserflasche.

Auf Reisen bzw. beim Wandern konnte ich das Stativ noch nicht testen, aber im Fotoalltag in heimischen Gefilden hat es sich bewährt und nachfolgend möchte ich meinen ersten Eindruck schildern:

Die Länge des Stativs inkl. Kugelkopf beträgt im zusammengeklappten Zustand 35 cm. Dieses kompakte Packmaß des Stativs wird vor allem durch die Möglichkeit erreicht, dass sich die Stativbeine überklappen lassen. Die Beine lassen sich also praktisch in einem Winkel von 180 Grad bewegen. Die Schaniere aus Metall wirken hochwertig und der Mechanismus zum Einrasten der Stativbeine wirkt ebenfalls gut verarbeitet.

Stativbeine lassen sich bis 180 Grad überklappen

Stativbeine lassen sich bis 180 Grad überklappen

Die Mittelsäule des Stativs lässt sich abschrauben. Dies eröffnet die Möglichkeit den Kugelkopf direkt auf die Stativschulter zu schrauben und ist besonders von Vorteil wenn man eine äußerst geringe Arbeitshöhe benötigt wie es zum Beispiel bei bodennahen (Makro-) Aufnahmen der Fall ist.
Hier eröffnet sich auch ein weiterer Vorteil der überklappbaren Stativbeine: man kommt unglaublich nah an den Boden heran.

Überklappbare Stativbeine ideal für Makrofotografie

Überklappbare Stativbeine ideal für Makrofotografie

Die Stativbeine lassen sich mittels vier Segmenten, welche durch Drehverschlüsse verriegelt werden, ausfahren. Durch die Mittelsäule, welche ebenfalls in der Höhe verstellbar ist, erreicht das Stativ eine maximal Arbeitshöhe von 1,4 m (inkl. Kugelkopf).

Maximale Arbeitshöhe von 1,3 m

Maximale Arbeitshöhe von 1,3 m

Zwei der drei Stativbeine sind mit Schaumstoff überzogen. Ein Detail, welches ich gerade bei der Fotografie in der Kälte nicht mehr missen möchte. Bei der Polarlichtfotografie in Tromsø wäre so etwas Gold wert gewesen.

Schaumstoff Kältegriffe an Stativbeinen

Schaumstoff Kältegriffe an Stativbeinen

Auf der Unterseite der Stativschulter befindet sich ein Haken. An diesen Carabiner lassen sich z.B. bei windigem Wetter Gegenstände zum Beschweren des Stativ anhängen, so dass dieses nicht umfallen kann.

Stabilisierungshaken

Stabilisierungshaken

Ebenfalls schätzen gelernt habe ich den Vorteil der Drehverschlüsse der Stativbeine. In eingefahrenem Zustand lassen sich die Drehverschlüsse aller Segmente zeitgleich öffnen. Bei meinem Manfrotto, welches über Klappenverschlüsse verfügt, musste ich alle Segmente einzeln öffnen und ausfahren.

Alle 4 Schraubverschlüsse lassen sich mit einem Handgriff öffnen

Alle 4 Schraubverschlüsse lassen sich mit einem Handgriff öffnen

Die Füße sind gummiert und laufen in der Mitte leicht spitz zu.

Stativfuß

Stativfuß

Im Lieferumfang des Stativs befindet sich ein Kugelkopf mit Panoramafunktion inklusive arca-kompatibler Schnellwechselplatte. Dies ist das einzige Bauteil, welches in meinen Augen ein Knackpunkt darstellen könnte. Aber bisher arbeitete der Kugelkopf egal, ob ich ihn mit 200 g belastete oder mit 2 kg tadellos.

Kugelkopf mit Panoramafunktion

Kugelkopf mit Panoramafunktion

Allerdings ist die Schnellwechselplatte, wie nachfolgendes Foto zeigt, echt piepsig

Schnellwechselplatte Größenvergleich

Schnellwechselplatte Größenvergleich

Bisher bin ich mit dem Reisestativ von Sirui äußerst zufrieden. Qualität und Verarbeitung finde ich top und trotz der Kompaktheit und geringen Größe finde ich es stabil. Gerade das geringe Gewicht und das kleine Packmaß, vor allem aber die Möglichkeit der überklappbaren Stativbeine finde ich richtig klasse. Ich bin gespannt wie es sich auf dem John Muir Trail bewähren wird. Ende Juli werde ich ein Update veröffentlichen.

Update 18.09.2014

Ende Juli wollte ich eigentlich ein Update schreiben, mittlerweile ist es fast Ende September.

Ich hatte das Sirui Reisestativ beim John Muir Trail mit dabei. Das geringe Packmaß und das Gewicht waren super. Die Stativ-Tasche ließ ich zu Hause. Dennoch hat das Stativ den Transport im großen Trekkingrucksack tatellos überstanden.

Fast jede Nacht war das Stativ im Einsatz bei der Fotografie des wunderbaren Sternenhimmels über dem John Muir Trail. Somit wurden fast täglich die Schaniere der Stativbeine bewegt, ebenso die Drehverschlüsse zum Ausfahren der Stativbeine. Diese ständige Beanspruchung schadete dem Stativ in kleinster Weise.

Eingangs geschrieben war ich etwas skeptisch was den Kugelkopf angeht doch ich kann berichten, dass dieser einwandfrei funktioniert. Auch nach unzähligem Bewegen des Kugelkopfes, festschrauben, etc. leistet dieser hervorragende Dienste.
Einzig ist mir das Stativ samt Kamera nachts 2 x vom Wind umgeblasen worden. Daran bin ich aber selbst schuld, da ich zu faul war die gefüllte Trinkblase an den Karabiner zu hängen um so das Stativ zu beschweren und gegen ein mögliches umfallen abzusichern. Die Stürze haben Kamera und Stativ unbeschadet überstanden.

Beim John Muir Trail werden Mensch und Material aufgrund der Hitze und des Staubes stark beansprucht. Mir ist nicht aufgefallen, dass Staub in die Stativgelenke oder Drehmechnismen eingedrungen wäre. Alles funktioniert reibungslos.

Auch nach dem Einsatz des Sirui T-025X Traveler Light Carbon Reisestativs auf dem John Muir Trails bin ich nach wie vor begeistert, so dass das Stativ zum nächsten großen Abenteuer mitkommt.

Update April 2015:

Mittlerweile sind wir ein halbes Jahr auf Weltreise und haben selbstverständlich das Sirui Reisestativ dabei. Wir sind über 500 km gewandert. Ich kann nur sagen perfekt, dass das Stativ so leicht ist und ich habe bisher noch keine Situation erlebt, bei der das Stativ an seine Grenzen gestoßen wäre. Es ist für uns zu einem zuverlässigen Begleiter geworden und leistet uns seit 1 Jahr hervorragende Dienste, gerade beim Wandern, da es genau die richtige Mischung aus Leichtigkeit, Funktionalität und Stabilität bietet.

Dieser Erfahrungsbericht bzw. die Review schildert meine ersten Erfahrungen bzw. Eindrücke über ein paar Wochen Benutzungsdauer. Meine Gedanken über die Produktqualität bzw. Langlebigkeit von Outdoorprodukten habe ich diesem Artikel niedergeschrieben.